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03.08.2015

20:24 Uhr

Musterdepots

Vorsicht beim schwarzen Gold

Der Ölpreis gerät wieder ins Rutschen. Ein Einstieg in der Öl-Märkte ist dennoch nicht ohne Einschränkungen empfehlenswert. Georgios Kokologiannis erklärt, worauf sie beim Kauf von Öl-Kontrakten achten müssen.

Georgios Kokologiannis Pablo Castagnola

Georgios Kokologiannis

Die Ölpreise stehen wegen der weltweiten Überproduktion unter Druck. Derzeit werden Tag für Tag rund drei Millionen Barrel (159 Liter) mehr Rohöl gefördert als verbraucht wird. Nordsee-Öl der Sorte Brent ist inzwischen wieder auf rund 50 US-Dollar je Fass gefallen – knapp unterhalb dieses Preisniveaus hatte die Notierung Anfang des Jahres eine Erholungsbewegung gestartet.

Wer jetzt aber auf eine erneute Gegenbewegung setzen möchte, der sollte sich eines speziellen Risikos bewusst sein: Am Rohölmarkt herrscht derzeit eine im Fachjargon „Kontango“ genannte Konstellation: Unerfahrene Anleger können sich hier schnell verspekulieren. Vereinfacht gesagt, ist das Problem, dass ein weiteres Kursplus am Terminmarkt bereits eingepreist ist.

Georgios Kokologiannis

Der Redakteur

Mit Geldanlagethemen beschäftigt sich der Diplom-Kaufmann beim Handelsblatt seit über 16 Jahren - davor bereits während seines Studiums der Betriebswirtschaftslehre und beim Finanzconsulting einer Unternehmensberatung.

Twitter: @kokologiannis

Die Strategie

"Mein Ziel ist es, eine durchschnittliche Rendite von sechs bis acht Prozent per annum zu erreichen – und das möglichst nervenschonend. Zwei Kernbestandteilen meiner Strategie: Erstens der Einsatz von Anlagezertifikaten und anderen Derivaten, mit denen sich zum einen Depotpositionen absichern lassen und die es zum anderen ermöglichen, auch von schwierigen Phasen an den Aktien- und Rohstoffmärkten zu profitieren. Zweitens arbeite ich bei risikoreicheren Engagements mit Stopp-Loss-Marken - das soll dazu beitragen, dass ich nicht zu lange an Fehlinvestitionen festhalte."

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

So kostet derzeit beispielsweise ein Barrel Brent-Öl, das erst im Dezember ausgeliefert werden soll, etwa zwei US-Dollar mehr als wenn es der Käufer sofort abnehmen würde. Und von Monat zu Monat verteuern sich die jeweiligen Future-Kontrakte weiter.

Die Folge: Mit vielen Anlageprodukten lässt sich daher nur noch dann eine positive Rendite erzielen, wenn die Notierungen noch stärker steigen als es die Handelsprofis erwarten. Andernfalls drohen Verluste – selbst wenn die Ölpreise anziehen.

Konkret: Um bei gleichbleibendem Dollar-Euro-Wechselkurs mit den einfachsten Öl-Zertifikaten – sogenannten Indexzertifikaten oder „Trackern“ – bei einer Investitionsdauer von einem Jahr Gewinne zu erwirtschaften, muss der Ölpreis aktuell um mindestens elf Prozent zulegen.

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