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14.02.2017

17:13 Uhr

Musterdepots

Vorsicht Risiko!

Noch spiegelt sie sich nicht in den Aktienkursen wider, doch die Gefahr eines Richtungswechsels an der weltweit taktgebenden Wall Street steigt. Davon ist Handelsblatt Depotstratege Georgios Kokologiannis überzeugt.

Georgios Kokologiannis Pablo Castagnola

Georgios Kokologiannis

FrankfurtDie Gefahr einer Korrektur an den Aktienbörsen nimmt zu. Darauf deuten jetzt auch Indikatoren der Beratungsfirma Sentix hin, die Daten zum Anlegerverhalten analysiert und daraus Schlüsse für die weitere Entwicklung an den Finanzmärkten zieht.

Demnach sinke das Grundvertrauen der Investoren sowohl für die Wall Street als auch den europäischen Markt seit Jahresanfang. Und einem fallenden, sogenannten „strategischen Bias“ folge in der Regel eine steigende Verkaufsbereitschaft. Bisher jedoch lasse sich nach Einschätzung der Experten diese veränderte Haltung an den Notierungen noch nicht ablesen.

Georgios Kokologiannis

Der Redakteur

Mit Geldanlagethemen beschäftigt sich der Diplom-Kaufmann beim Handelsblatt seit über 16 Jahren - davor bereits während seines Studiums der Betriebswirtschaftslehre und beim Finanzconsulting einer Unternehmensberatung.

Twitter: @kokologiannis

Die Strategie

"Mein Ziel ist es, eine durchschnittliche Rendite von sechs bis acht Prozent per annum zu erreichen – und das möglichst nervenschonend. Zwei Kernbestandteilen meiner Strategie: Erstens der Einsatz von Anlagezertifikaten und anderen Derivaten, mit denen sich zum einen Depotpositionen absichern lassen und die es zum anderen ermöglichen, auch von schwierigen Phasen an den Aktien- und Rohstoffmärkten zu profitieren. Zweitens arbeite ich bei risikoreicheren Engagements mit Stopp-Loss-Marken - das soll dazu beitragen, dass ich nicht zu lange an Fehlinvestitionen festhalte."

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Das Abwärtsrisiko an den Aktienmärkten steige, je größer das Missverhältnis zwischen den aktuellen Kursen und dem Grundvertrauen werde. Skeptisch stimmt die Sentix-Fachleute darüber hinaus, dass die Investoren derzeit offensichtlich nicht zwischen den Börsen in den USA und hierzulande unterscheiden.

Trotz der zu erwartenden Wirkung der absehbaren US-Wirtschaftspolitik des neuen US-Präsidenten auf den Wechselkurs zeigten Anleger keine differenzierte Wirtschaftsmeinung. Der strategische Meinungsgleichlauf könne daher nicht von Dauer sein.

Ich teile diese Auffassung und gehe erstens davon aus, dass ein aufwertender Dollar die US-Rally mittelfristig ausbremsen wird. Und zweitens, dass sich Dax & Co. einem Richtungswechsel an der weltweit taktgebenden Wall Street nicht werden entziehen können – trotz der im Vergleich dazu geringeren fundamentalen Überbewertungen.

Kommentare (1)

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Frau Edelgard Kah

15.02.2017, 10:58 Uhr

Sehr geehrter Herr Kokologiannis,

wir sind uns wahrscheinlich einig, dass die Börse keine Einbahnstraße ist und es immer wieder zu Korrekturen und gelegentlich auch zu tiefen Einbrüchen kommt. Diese Möglichkeit von Rückschlägen nennt man "Risiko". Im Gegensatz zu Ihnen glaube ich aber nicht, dass man die künftige Börsenentwicklung vorausahnen oder gar vorhersagen kann.

Wie läßt sich "Risiko" beschreiben? Mein Bild ist der Ritt über den zugefrorenen Bodensee. Wird das Eis über eine Wegstrecke von vielleicht 30 Kilometern Roß und Reiter tragen? Oder wird das Eis an irgendeiner Stelle einbrechen, so dass Roß und Reiter in den Fluten versinken? Im vorhinein gibt es darauf keine Antwort.

Zurück zur Börse. Es ist oft gesagt worden, Donald Trump sei unberechenbar. In meinen Augen ist er ein großes politisches und wirtschaftliches "Risiko". Damit soll nicht gesagt sein, dass seine Politik ein Börsenunglück verursachen wird. Das wissen wir schlicht und einfach nicht. Aber die Möglichkeit besteht.

Wie wollen wir mit dieser Möglichkeit umgehen? Mit Ihrer Überschrift "Vorsicht Risiko" fängt niemand etwas an. Sie müssen schon sagen, wie sich ein verständiger Anleger verhalten sollte.

Ich plädiere dafür, die hohen Kurse zu Teilverkäufen zu nutzen. Die Verminderung der Aktienquote mindert auch das Verlustrisiko. Und sie schafft Liqudität und damit die Chance, bei einem Rückschlag der Kurse billig an die Börse zurückzukehren.

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