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24.09.2015

09:41 Uhr

Musterdepots

VW-Aktie auf dem Radar

Nach Meinung des Musterdepot-Strategen Alexander Kovalenko sind die Kursverluste der Automobilbranche übertrieben. Er will die Situation für Aufstocken einer Position nutzen.

Alexander Kovalenko

Alexander Kovalenko

DüsseldorfDer VW-Skandal erreicht eine astronomische Dimension und sorgt für eine Marktkapitalisierungsvernichtung in der ganzen Automobilbranche inklusive der Zulieferer. Der Wolfsburger Konzern selbst verzeichnete am Dienstag erneut einen Tagesverlust bei den Vorzügen bis zu 20 Prozent.

Alexander Kovalenko

Der Anleger

Alexander Kovalenko arbeitet für Bayerische Vermögen. „Wir machen normalerweise keine Prognosen, weil es aus unserer Sicht eher wenig Sinn macht“, sagt er. „Wir können nur sagen, dass die Aktien für uns aktuell eine stark bevorzugte Anlageklasse darstellen, und hier vor allem die (süd)europäischen Aktien, die noch deutlich unter ihrem Fair-Wert gehandelt werden. Dazu kommt eine Dividendenrendite von durchschnittlich etwa drei Prozent. Bei Aktien sehen wir also trotz eventuellen und sogar eher wahrscheinlichen Korrekturen ein sehr attraktives Chance/Risiko-Profil!“

Die Strategie

Das Social-Trading-Depot versteht sich als Kombination eines langfristig orientierten Kernportfolios und der innovativen Anlageform des Social Trading. Einen Anteil von 60 bis 70 Prozent bildet ein Aktienportfolio, das einen Value-Ansatz verfolgt: Es wird in zehn bis 15 stark unterbewertete Einzeltitel aus dem breiten europäischen Aktienmarkt investiert, wobei die Selektion der Einzeltitel mittels Analyse der Fundamentalkriterien beziehungsweise der Bilanzdaten erfolgt. Der Social-Trading-Anteil beträgt zwischen 30 und 40 Prozent und wird in wikifolio-Indexzertifikate investiert: Diese bilden unterschiedliche Strategien von Top-Tradern auf wikifolio.com ab. Das Social-Trading-Depot soll in der Regel voll investiert sein. Der Anlagehorizont ist mittel- bis langfristig ausgerichtet und sieht nur selten Umschichtungen vor. Betreut wird das Social-Trading-Depot von Bayerische Vermögen AG.

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Von dem Stand von über 250 Euro im März 2015 sind aktuell nur rund 100 Euro übrig geblieben. Wir haben keine VW-Aktien im Musterdepot, erleben jedoch in den letzten Tagen spürbare Rückschläge, unter welchen vor allem unsere Automobilbranche-Positionen – Peugeot und Rheinmetall – leiden.

Unseres Erachtens sind die aktuellen branchenweiten Verluste übertrieben. Beide sich in unserem Portfolio befindlichen Investments haben vor einiger Zeit sehr gute Bilanzzahlen vorgelegt. Wir nutzen den Kursrückgang zum leichten Aufstocken der Peugeot-Position. Der Titel ist günstig und die Turnaround-Story dürfte weitergehen. Die VW-Aktie haben wir ebenfalls auf dem Radar.

Die aktuelle Bewertung ist nun auf ein extrem niedriges Niveau gesunken. Bereits vor dem Skandal war der Titel laut unserem Modell unterbewertet. Es bleibt momentan abzuwarten, welcher Schaden für den Konzern infolge der Abgasaffäre entstehen wird und wie stark die bilanziellen Folgen ausfallen werden.

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