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22.03.2016

18:16 Uhr

Musterdepots

Wachstumszahlen unter der Lupe

Auf den ersten Blick sind die Wachstumszahlen für die deutsche Wirtschaft gar nicht so schlecht. Bei näherem Hinsehen allerdings geben sie Anlass zur Sorge, meint Anlagestratege Alexander Kovalenko.

Alexander Kovalenko

Alexander Kovalenko

Die deutsche Wirtschaft ist 2015 mit einem moderaten Tempo von 1,7 Prozent gewachsen. Kalenderbereinigt fiel das Wachstum mit 1,4 Prozent noch geringer aus. Die Analysten der französischen Investmentbank Natixis haben einen interessanten Bericht veröffentlicht, in dem sie versucht haben, den Einfluss der einmaligen Effekte auf das BIP-Wachstum auszuschließen. Zu diesen Effekten gehörten im vergangenen Jahr die Staatsausgaben infolge der Flüchtlingsströme, der schwache Euro sowie die massiv gesunkenen Energiekosten.

Alexander Kovalenko

Der Anleger

Alexander Kovalenko arbeitet für Bayerische Vermögen. „Wir machen normalerweise keine Prognosen, weil es aus unserer Sicht eher wenig Sinn macht“, sagt er. „Wir können nur sagen, dass die Aktien für uns aktuell eine stark bevorzugte Anlageklasse darstellen, und hier vor allem die (süd)europäischen Aktien, die noch deutlich unter ihrem Fair-Wert gehandelt werden. Dazu kommt eine Dividendenrendite von durchschnittlich etwa drei Prozent. Bei Aktien sehen wir also trotz eventuellen und sogar eher wahrscheinlichen Korrekturen ein sehr attraktives Chance/Risiko-Profil!“

Die Strategie

Das Social-Trading-Depot versteht sich als Kombination eines langfristig orientierten Kernportfolios und der innovativen Anlageform des Social Trading. Einen Anteil von 60 bis 70 Prozent bildet ein Aktienportfolio, das einen Value-Ansatz verfolgt: Es wird in zehn bis 15 stark unterbewertete Einzeltitel aus dem breiten europäischen Aktienmarkt investiert, wobei die Selektion der Einzeltitel mittels Analyse der Fundamentalkriterien beziehungsweise der Bilanzdaten erfolgt. Der Social-Trading-Anteil beträgt zwischen 30 und 40 Prozent und wird in wikifolio-Indexzertifikate investiert: Diese bilden unterschiedliche Strategien von Top-Tradern auf wikifolio.com ab. Das Social-Trading-Depot soll in der Regel voll investiert sein. Der Anlagehorizont ist mittel- bis langfristig ausgerichtet und sieht nur selten Umschichtungen vor. Betreut wird das Social-Trading-Depot von Bayerische Vermögen AG.

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Die Mehrausgaben, die mit der Flüchtlingskrise in Zusammenhang stehen, haben laut den französischen Researchern etwa 0,15 Prozent Zusatzwachstum gebracht. Den Effekt des günstigen Euros schätzen sie mit 0,4 Prozent ein. Der Ölpreisverfall und die daraus resultierenden niedrigeren Energiekosten haben etwa 0,3 Prozent mehr Wachstum gebracht.

Würde man diese Effekte ausschließen, bleibt ein nur schwaches kalenderbereinigtes Wachstum von 0,55 Prozent. Dieses Ergebnis ist etwas besorgniserregend, denn zwei von diesen drei Faktoren – der Eurokurs und der Ölpreis – sind nicht steuerbar und können sich in eine entgegengesetzte Richtung drehen. Der dritte Faktor – die erhöhten Staatsausgaben – ist zwar steuerbar, auf lange Sicht jedoch nicht nachhaltig.

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