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22.10.2015

20:40 Uhr

Musterdepots

Währungswetten greifen nicht

Wie hoch wird der Euro zum Jahresende stehen? Über diese Frage streiten die Experten. Mit einem Absturz rechnen sie nicht mehr. Für die Anleger zahlen sich die Spekulationen nicht aus, glaubt Georgios Kokologiannis.

Georgios Kokologiannis Pablo Castagnola

Georgios Kokologiannis

Wenn unter Experten extreme Einigkeit herrscht über die weitere Marktentwicklung an den Börsen, sollten Anleger besonders kritisch agieren. Das gilt nicht nur am Aktien-, sondern auch am weit liquideren Devisenmarkt: So wurde die Wette auf eine Fortsetzung des Euro-Absturzes in diesem Jahr lange Zeit als Freifahrtschein zum Geldverdienen gehandelt. Die Parität zum Dollar spätestens 2016 galt unter Bankern praktisch als ausgemachte Sache.

Georgios Kokologiannis

Der Redakteur

Mit Geldanlagethemen beschäftigt sich der Diplom-Kaufmann beim Handelsblatt seit über 16 Jahren - davor bereits während seines Studiums der Betriebswirtschaftslehre und beim Finanzconsulting einer Unternehmensberatung.

Twitter: @kokologiannis

Die Strategie

"Mein Ziel ist es, eine durchschnittliche Rendite von sechs bis acht Prozent per annum zu erreichen – und das möglichst nervenschonend. Zwei Kernbestandteilen meiner Strategie: Erstens der Einsatz von Anlagezertifikaten und anderen Derivaten, mit denen sich zum einen Depotpositionen absichern lassen und die es zum anderen ermöglichen, auch von schwierigen Phasen an den Aktien- und Rohstoffmärkten zu profitieren. Zweitens arbeite ich bei risikoreicheren Engagements mit Stopp-Loss-Marken - das soll dazu beitragen, dass ich nicht zu lange an Fehlinvestitionen festhalte."

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Wegen der Aussicht auf eine anhaltend lockere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) war es bis zum Frühjahr dieses Jahres immer weiter bergab gegangen mit der Gemeinschaftswährung: Von fast 1,40 Dollar im Mai vergangenen Jahres war der Euro zwischenzeitlich bis auf ein Neun-Jahres-Tief von 1,05 Dollar abgerutscht. Danach aber erholte sich der Wechselkurs unerwartet - inzwischen hat er sich deutlich oberhalb von 1,11 Dollar je Euro festgesetzt.

Folgerichtig rücken nun immer mehr Banken von ihren ursprünglichen Prognosen ab: Es sei unwahrscheinlich, dass das Währungspaar die Parität erreichen werde, erklärten am Donnerstag beispielsweise Strategen der Société Générale in einer neuen Einschätzung. Selbst eine moderate Ausweitung der EZB-Bondkäufe würde nichts daran ändern, heißt es jetzt plötzlich. Die Experten der französischen Großbank hoben ihre Prognose für den Euro- Stand zum Jahresende an - von bislang 1,05 Dollar auf nun 1,12 Dollar.

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