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20.07.2016

17:41 Uhr

Musterdepots

Warten auf die EZB

Auf der Sitzung der Europäischen Zentralbank am Donnerstag hoffen Anleger auf weitere Hinweis zur Geldpolitik der Notenbank. Bislang sind die Effekte der Stimuli jedoch an den Börsen schnell verpufft.

Georgios Kokologiannis Pablo Castagnola

Georgios Kokologiannis

Zwar erwarten Experten nicht, dass bereits auf der turnusmäßigen Sitzung der Europäischen Zentralbank an diesem Donnerstag weitere Lockerungen der Geldpolitik für die Eurozone beschlossen wird. Gleichwohl hoffen viele Anleger wenigstens auf einen Hinweis bezüglich zusätzlicher Maßnahmen nach einer der folgenden Ratssitzungen. Darauf deutet etwa die jüngste Schwäche des Euro, der zur Wochenmitte auf unter 1,10 US-Dollar gerutscht ist.

Doch zumindest an den Aktienbörsen sind die Effekte der bisherigen EZB-Stimuli rasch verpufft. Anders als die Kurse am Rentenmarkt notieren Dax & Co. weit unter ihrem Niveau zum Start der milliardenschweren Wertpapierkäufe der EZB im März 2015.

Georgios Kokologiannis

Der Redakteur

Mit Geldanlagethemen beschäftigt sich der Diplom-Kaufmann beim Handelsblatt seit über 16 Jahren - davor bereits während seines Studiums der Betriebswirtschaftslehre und beim Finanzconsulting einer Unternehmensberatung.

Twitter: @kokologiannis

Die Strategie

"Mein Ziel ist es, eine durchschnittliche Rendite von sechs bis acht Prozent per annum zu erreichen – und das möglichst nervenschonend. Zwei Kernbestandteilen meiner Strategie: Erstens der Einsatz von Anlagezertifikaten und anderen Derivaten, mit denen sich zum einen Depotpositionen absichern lassen und die es zum anderen ermöglichen, auch von schwierigen Phasen an den Aktien- und Rohstoffmärkten zu profitieren. Zweitens arbeite ich bei risikoreicheren Engagements mit Stopp-Loss-Marken - das soll dazu beitragen, dass ich nicht zu lange an Fehlinvestitionen festhalte."

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Während Anleiheinvestoren vor allem vom so genannten QE-Programm profitieren, kann von einem nachhaltig positiven Effekt am Aktienmarkt keine Rede sein. Seit dem Startschuss ihrer Wertpapierkäufe im März vergangenen Jahres haben die Europäische Zentralbank und die nationalen Notenbanken des Euro-Raums Anleihen im Wert von mehr rund einer Billion Euro aufgekauft.

Die Folgen am Rentenmarkt: Die Notierungen steigen, im Gegenzug rentieren inzwischen beispielsweise mehr als die Hälfte der Staatsanleihen des Euroraums negativ. Ernüchternd fällt dagegen die Bilanz für Aktien aus. So hat der Dax im Frühjahr 2014 zunächst zwar ein Allzeithoch ausgebildet, seitdem aber über 20 Prozent verloren. Der deutsche Aktienindex befindet sich somit definitionsgemäß in einer Baisse - also einem längerfristigen Abwärtstrend.

Sollte die EZB demnächst ihre Marktmanipulationen ausweiten, dann halten Fachleute die Verlängerung des bisherigen Anleihekaufprogramm um bis zu ein Jahr für am wahrscheinlichsten. Dies hätte zweifelsohne eine weitere Rally an den Rentenmärkten zur Folge. Die langfristigen Auswirkungen für den Aktienmarkt blieben hingegen fraglich.

Eine Euro-Abschwächung würde aller Erfahrung nach nur von kurzer Dauer sein, da sie letztlich nur eine neue Runde im weltweiten Abwertungswettlauf der Notenbanken einleiten würde. Durch die Abwertung einhergehende Wettbewerbsvorteile der hiesigen Unternehmen im Auslandsgeschäft wären folglich nicht von Dauer – eine Zwischenrally an den Aktienbörsen daher ebenfalls nicht.

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