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31.08.2016

17:56 Uhr

Musterdepots

Warum der Brexit auch Chancen bietet

Musterdepot-Stratege Alexander Kovalenko weiß um die negativen Auswirkungen des Brexit-Votums auf die Aktienmärkte. Dennoch warnt er vor einer allzu einseitigen Sicht auf die Entscheidung der Briten.

Alexander Kovalenko

Alexander Kovalenko

FrankfurtDas historische „Brexit“-Referendum liegt nun mehr als ein Monat zurück, und man kann vorsichtig ein erstes Fazit ziehen, zumindest was die Entwicklung des Aktienmarktes betrifft. Dank einer rechtzeitigen und effektiven Reaktion der Bank of England erwies sich der britische Leitindex FTSE 100 als sehr resistent und hat seit dem Tag des Referendums in der Originalwährung fast acht Prozent zugelegt.

Alexander Kovalenko

Der Anleger

Alexander Kovalenko arbeitet für Bayerische Vermögen. „Wir machen normalerweise keine Prognosen, weil es aus unserer Sicht eher wenig Sinn macht“, sagt er. „Wir können nur sagen, dass die Aktien für uns aktuell eine stark bevorzugte Anlageklasse darstellen, und hier vor allem die (süd)europäischen Aktien, die noch deutlich unter ihrem Fair-Wert gehandelt werden. Dazu kommt eine Dividendenrendite von durchschnittlich etwa drei Prozent. Bei Aktien sehen wir also trotz eventuellen und sogar eher wahrscheinlichen Korrekturen ein sehr attraktives Chance/Risiko-Profil!“

Die Strategie

Das Social-Trading-Depot versteht sich als Kombination eines langfristig orientierten Kernportfolios und der innovativen Anlageform des Social Trading. Einen Anteil von 60 bis 70 Prozent bildet ein Aktienportfolio, das einen Value-Ansatz verfolgt: Es wird in zehn bis 15 stark unterbewertete Einzeltitel aus dem breiten europäischen Aktienmarkt investiert, wobei die Selektion der Einzeltitel mittels Analyse der Fundamentalkriterien beziehungsweise der Bilanzdaten erfolgt. Der Social-Trading-Anteil beträgt zwischen 30 und 40 Prozent und wird in wikifolio-Indexzertifikate investiert: Diese bilden unterschiedliche Strategien von Top-Tradern auf wikifolio.com ab. Das Social-Trading-Depot soll in der Regel voll investiert sein. Der Anlagehorizont ist mittel- bis langfristig ausgerichtet und sieht nur selten Umschichtungen vor. Betreut wird das Social-Trading-Depot von Bayerische Vermögen AG.

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Das Zwischenergebnis der ausländischen Anleger fällt natürlich deutlich schlechter aus, da das britische Pfund regelrecht eingebrochen ist. Dies mag kurzfristig für die internationalen Investoren, die in britischen Aktien investiert sind, schmerzhaft sein, stellt jedoch auf der anderen Seite eine gute Chance für die britischen Unternehmen dar. Denn fast 75 Prozent der Umsätze von FTSE 100 Mitgliedern werden in anderen Währungen erzielt. Die signifikante Abwertung des britischen Pfundes kann infolgedessen einen sehr positiven Effekt auf die Unternehmensgewinne haben.

Unseres Erachtens wird generell zu viel über potentielle negative Folgen des „Brexit“ gesprochen und zu wenig über die Chancen. Das Schweizer Beispiel zeigt, dass eine Volkswirtschaft auch außerhalb der Europäischen Union sehr erfolgreich sein kann, wenn man auf ein unternehmensfreundliches Klima, die Innovationskraft sowie auf die hohe Qualifikation der Erwerbstätigen setzt.

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