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14.09.2016

16:26 Uhr

Musterdepots

Was die Börsen mit der US-Wahl machen

Nicht nur die Politik beeinflusst die Börse, sondern auch umgekehrt. Eine Studie zeigt, dass die Kursrichtung vor der Wahl darauf deuten kann, wer gewinnt. Und ob es nach oben oder unten geht, bestimmt diesmal die Fed.

Georgios Kokologiannis Pablo Castagnola

Georgios Kokologiannis

FrankfurtPräsidentschaftskandidat Donald Trump wirft US-Notenbankchefin Janet Yellen vor, die Fortsetzung der Ende vergangenen Jahres begonnenen Leitzinswende maßgeblich deswegen hinauszuzögern, um die Wahlchancen seiner Kontrahentin Hillary Clinton zu erhöhen. Unabhängig davon, ob Trump recht hat oder sein Vorwurf haltlos ist: Indirekt kann die Fed den Urnengang im November offenbar durchaus entscheidend beeinflussen – und zwar über ihre Macht auf die Wall Street.

So zeigt etwa eine Studie der New Yorker Investmentgesellschaft Blackstone: Steigt der S&P 500-Index in den drei Monaten vor der Wahl, siegte seit 1928 mit einer Wahrscheinlichkeit von über 86 Prozent die Partei des Amtsinhabers – und umgekehrt. Konkret: In 19 von insgesamt 22 Wahlen gab es diesen Zusammenhang aus Aktienmarktperformance zwischen Anfang August bis Ende Oktober und dem Wahlausgang einer Präsidentschaftswahl in den USA.

Georgios Kokologiannis

Der Redakteur

Mit Geldanlagethemen beschäftigt sich der Diplom-Kaufmann beim Handelsblatt seit über 16 Jahren - davor bereits während seines Studiums der Betriebswirtschaftslehre und beim Finanzconsulting einer Unternehmensberatung.

Twitter: @kokologiannis

Die Strategie

"Mein Ziel ist es, eine durchschnittliche Rendite von sechs bis acht Prozent per annum zu erreichen – und das möglichst nervenschonend. Zwei Kernbestandteilen meiner Strategie: Erstens der Einsatz von Anlagezertifikaten und anderen Derivaten, mit denen sich zum einen Depotpositionen absichern lassen und die es zum anderen ermöglichen, auch von schwierigen Phasen an den Aktien- und Rohstoffmärkten zu profitieren. Zweitens arbeite ich bei risikoreicheren Engagements mit Stopp-Loss-Marken - das soll dazu beitragen, dass ich nicht zu lange an Fehlinvestitionen festhalte."

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Die drei Ausnehmen von dieser Faustregel gab es 1956, 1968 - und zuletzt 1980. Die erste fand in einem Jahr statt, dass geprägt war von heftigen geopolitischen Schocks inmitten des Kalten Krieges wie die Niederschlagung des ungarischen Volksaufstandes durch die Sowjetunion, die Suezkrise und einen Nahostkrieg, in dem die USA einerseits sowie Großbritannien und Frankreich andererseits nicht geeint auftraten. Obwohl sich damals auch die Börsen in Aufruhr befanden, wurde Dwight Eisenhower wiedergewählt.

Die anderen beiden Ausnahmen führen Experten vor allem darauf zurück, dass neben des Präsidentschaftskandidaten der Republikaner und dem der Demokraten starke Anwärter von Drittparteien mit im Rennen waren – dadurch sei die Prognosekraft dieser Regel negativ beeinflusst worden.

In diesem Jahr liegt das Börsenbarometer S&P 500 seit Anfang August bisher knapp zwei Prozent im Minus. Der umstrittene Immobilienmogul Trump darf sich also trotz seines Rückstandes bei den Wahlumfragen berechtigte Hoffnungen machen, doch noch Barack Obamas Nachfolger zu werden. Außer die Aktienkurse schalten in den kommenden Wochen wieder in den Haussemodus – beispielweise weil Janet Yellen nach der kommenden Ratssitzung der Fed am 21. September signalisiert, dass die Währungshüter es auch weiterhin nicht eilig haben mit einer Straffung der Geldpolitik.

Vergangenen Dezember hatte die Fed den Leitzinskorridor erstmals wieder erhöht, nachdem er Ende 2008 auf das Allzeittief von null bis 0,25 Prozent gesenkt worden war. Seitdem verharrt er bei 0,25 bis 0,50 Prozent – und die US-Zentralbank findet immer neue Erklärungen dafür, wieso sie noch mehr neue Konjunkturdaten abwarten müsse, bevor sie eine Leitzinsanhebung beschließt.

Dabei hat sie ihre vorgeblichen volkswirtschaftlichen Ziele längst erreicht: Die Arbeitslosenquote fiel zuletzt auf 4,9 Prozent - damit sogar unter den Sollwert. Und die Kernrate der Verbraucherpreisinflation liegt längst am angestrebten Niveau von zwei Prozent.

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