Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

07.05.2015

20:01 Uhr

Musterdepots

Was die Bullen vergessen

Niedrige Rohölpreise sind kein Grund, allzu optimistisch auf das derzeitige Börsengeschehen zu schauen, findet Georgios Kokologiannis. Und auch Daniel Hupfer gibt sich wieder vorsichtiger.

Georgios Kokologiannis Pablo Castagnola

Georgios Kokologiannis

Obwohl der Dax seit Mitte Oktober zwischenzeitlich bereits um knapp fünfzig Prozent nach oben geschnellt ist, sollten Anleger keine Angst vor größeren Kursverlusten am deutschen Aktienmarkt haben. Das behaupten jedenfalls Börsenoptimisten und verweisen gebetsmühlenartig auf die niedrigen Rohölpreise sowie die Abwertung des Euro. Beides würde die Unternehmensgewinne befeuern und damit auch die Aktienkurse stützen.

Richtig ist, dass es in den vergangenen Monaten lange Zeit einen unübersehbaren Zusammenhang gab zwischen dem Euro/Dollar-Wechselkurs und der Entwicklung an den Aktienmärkten: Während der US-Leitindex Dow Jones unterm Strich auf der Stelle tritt, seitdem der Dollar ab dem Spätherbst seine Aufwertung beschleunigte, startete das deutsche Indexpendant zu seiner irrwitzigen Rally. Der Ölpreiseinbruch tat dabei sein Übriges - und verstärkte die gegenläufigen Entwicklungen wegen des hohen Anteils von Unternehmen aus der Ölbranche an der Wall Street.

Georgios Kokologiannis

Der Redakteur

Mit Geldanlagethemen beschäftigt sich der Diplom-Kaufmann beim Handelsblatt seit über 16 Jahren - davor bereits während seines Studiums der Betriebswirtschaftslehre und beim Finanzconsulting einer Unternehmensberatung.

Twitter: @kokologiannis

Die Strategie

"Mein Ziel ist es, eine durchschnittliche Rendite von sechs bis acht Prozent per annum zu erreichen – und das möglichst nervenschonend. Zwei Kernbestandteilen meiner Strategie: Erstens der Einsatz von Anlagezertifikaten und anderen Derivaten, mit denen sich zum einen Depotpositionen absichern lassen und die es zum anderen ermöglichen, auch von schwierigen Phasen an den Aktien- und Rohstoffmärkten zu profitieren. Zweitens arbeite ich bei risikoreicheren Engagements mit Stopp-Loss-Marken - das soll dazu beitragen, dass ich nicht zu lange an Fehlinvestitionen festhalte."

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Doch was den Dax-Bullen offensichtlich entgangen ist: Nach der jüngsten Preiserholung notiert beispielsweise Nordsee-Öl der Sorte Brent bereits wieder 48 Prozent über seinem Jahrestief. Auch die Talfahrt des Euro hat sich inzwischen in das Gegenteil umgekehrt. In den vergangenen sieben Wochen legte die Gemeinschaftswährung im Verhältnis zum US-Dollar unterm Strich zehn Cent zu und notiert damit auf dem Niveau von Mitte Januar. Der Dax kämpfte damals um die Zehntausender-Marke... Es ist also noch reichlich Luft nach unten.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×