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25.06.2015

19:32 Uhr

Musterdepots

Was die Hellas-Rettung den Märkten bringt

Als gescheiterten Staat bezeichnet Daniel Hupfer Griechenland. Die Befürchtung: Seine Rettung führe in die Transferunion. Georgios Kokologiannis bleibt der Politik fern. Er sackt lieber Gewinne von Zertifikaten ein.

Daniel Hupfer

Daniel Hupfer

Auch wenn zum Thema Griechenland bereits viel gesagt worden ist, kommen wir an dieser Stelle nicht umhin, abermals einen Blick auf dieses Thema zu werfen. Denn in den kommenden Tagen wird nicht nur über das Schicksaal Griechenlands entschieden, sondern auch über die Natur der europäischen Währungsunion. Denn wenn Griechenland vor einem Grexit und einem Zahlungsausfall bewahrt wird, dann ist die Eurozone ab diesem Moment ganz offiziell nicht mehr nur ein Währungsraum, sondern auch eine Transferunion. Denn es sollte inzwischen jedem Bürger klar geworden sein, dass bei Griechenland nicht mehr darum geht, eine kurzfristige Durststrecke zu überwinden. Griechenland ist inzwischen fast schon in einem Zustand, den man bei Entwicklungsländern unumwunden als „failed state“ bezeichnen würde.

Daniel Hupfer

Der Anleger

Daniel Hupfer arbeitet für M.M.Warburg. "Wir präferieren die Direktanlage, das heißt im Wesentlichen kaufen wir Aktien und Anleihen, Fonds nur bei bestimmten Themen, wie China. Zertifikate grundsätzlich nicht", sagt er.

Die Strategie

Wir werden die "Handelsblatt"-Anlagestrategie offensiv ausrichten. Das bedeutet, unser Fokus liegt auf chancenorientierten Wertpapieren, wie beispielsweise Aktien. Aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase und eines enormen Anlagedrucks halten wir Aktien und Unternehmensanleihen nach wie vor für attraktiv. Zwar sind Aktien nicht mehr günstig bewertet. Aufgrund unseres positiven Konjunkturszenarios sollten aber die Unternehmensgewinne weiter steigen und sich damit die aktuellen Kurs-Gewinn-Verhältnisse wieder relativieren. Wir halten die Region Europa für am interessantesten. Hier gibt es am Aktienmarkt noch Aufholpotential. Der US-Aktienmarkt ist etwas höher bewertet, allerdings sehen wir auch hier noch Potential.


Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Ein „failed state“ zeichnet sich neben erheblichen Haushaltsproblemen in der Regel durch eine fehlende operative Fähigkeit aus, seine Probleme auf der Ebene selbst wieder in den Griff zu bekommen. Griechenland in diese Kategorie von Staaten einzuordnen ist ein hartes Urteil, aber sich nicht unbegründet. Eine politische Entscheidung, Griechenland dauerhaft vor dem Zusammenbruch zu bewahren bedeutet damit automatisch kontinuierliche Zuwendungen in Form von Subventionen und Umschuldungen.

Damit übernehmen die Bürger der Eurozone als Steuerzahler die Haftung für die Konsequenzen einer gescheiterten griechischen Politik. Das ist demokratietheoretisch prinzipiell problematisch, da hier keine Identität zwischen Haftung und politischer Gestaltung mehr besteht. Innerhalb einzelner Länder wird eine Schieflage durch eine Zwangsverwaltung gelöst. Die Zentralregierung hat damit direkt Durchgriff auf des Geschehen in der jeweiligen Provinz oder im betroffenen Bundestaat. Im Falle Griechenlands ist das nur schwer möglich, da es sich um einen souveränen Staat handelt. Die Troika aus IWF, EU-Kommission und EZB war ein zaghafter Versuch, eine „Zwangsverwaltung light“ zu installieren, jedoch ist dieser Versuch auch aufgrund der neuen politischen Situation in Griechenland gescheitert.

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