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11.08.2015

19:38 Uhr

Musterdepots

Was hat Chinas Notenbank vor?

Mit der Yuan-Abwertung sorgten die Währungshüter aus Peking für einen Paukenschlag. Daniel Hupfer wagt einen Ausblick. Und Alexander Kovalenko nimmt sich diese Woche mal Zeit, seine Anlagestrategie genauer zu erläutern.

Daniel Hupfer

Daniel Hupfer

Die chinesische Zentralbank hat mit einer überraschenden Intervention am Devisenmarkt den Kurs des Yuan im Vergleich zum US-Dollar um fast zwei Prozent abgewertet. Begründet wurde der Schritt im Hinblick auf die zukünftige größere Rolle des Marktes bei der Ermittlung des Kurses.

Derzeit handelt der Yuan in festgelegten Bandbreiten um einen von der chinesischen Zentralbank festgelegten Fixpunkt. Ob mehr hinter dieser Abwertung steht, die immerhin eine Abkehr von der bis dato verfolgten Strategie der moderaten Aufwertung des Yuan darstellt, darüber kann nur spekuliert werden.

Daniel Hupfer

Der Anleger

Daniel Hupfer arbeitet für M.M.Warburg. "Wir präferieren die Direktanlage, das heißt im Wesentlichen kaufen wir Aktien und Anleihen, Fonds nur bei bestimmten Themen, wie China. Zertifikate grundsätzlich nicht", sagt er.

Die Strategie

Wir werden die "Handelsblatt"-Anlagestrategie offensiv ausrichten. Das bedeutet, unser Fokus liegt auf chancenorientierten Wertpapieren, wie beispielsweise Aktien. Aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase und eines enormen Anlagedrucks halten wir Aktien und Unternehmensanleihen nach wie vor für attraktiv. Zwar sind Aktien nicht mehr günstig bewertet. Aufgrund unseres positiven Konjunkturszenarios sollten aber die Unternehmensgewinne weiter steigen und sich damit die aktuellen Kurs-Gewinn-Verhältnisse wieder relativieren. Wir halten die Region Europa für am interessantesten. Hier gibt es am Aktienmarkt noch Aufholpotential. Der US-Aktienmarkt ist etwas höher bewertet, allerdings sehen wir auch hier noch Potential.


Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Fakt ist, dass die Abwertung in eine Phase fällt, in der das chinesische Wachstumsziel von 7 Prozent für das laufende Jahr in Gefahr gerät. Denn die Exporte waren zuletzt im Jahresvergleich um 8,3 Prozent eingebrochen und auch die gestern veröffentlichten schwachen PKW-Absatzzahlen deuten auf eine weitere Wachstums-verlangsamung hin.

Der Yuan hat im vergangenen Jahr über 20 Prozent gegenüber dem Euro aufgewertet, so dass die chinesischen Exporteure an Wettbewerbsfähigkeit eingebüßt haben. Profiteur dieser Entwicklung war vor allem die deutsche Industrie, die über Währungsgewinne ihre Margen zusätzlich verbessern konnten.

Eine Umkehr des Yuan-Wechselkurses zum Euro bedeutet für die hiesige Industrie von daher Gegenwind. Umso wichtiger wird es in den kommenden Wochen und Monaten zu beobachten sein, ob die Intervention wie angekündigt eine einmalige Aktion ist, oder ob es sich damit um den Beginn einer neuen geldpolitischen Ausrichtung der Chinesen handelt.

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