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29.09.2014

20:16 Uhr

Musterdepots

Was ist gut für Europa?

Die Südstaaten brauchen zahlreiche Reformen, um die Staatsausgaben zu verringern – und sie brauchen einen schwachen Euro. Deutschland nützt dieser aber nur wenig. Die Politik zögert – auch um wiedergewählt zu werden.

Alexander Kovalenko

Alexander Kovalenko

Das Geschäftsklima in der Euro-Zone hat sich laut der EU-Kommission im September weiter eingetrübt und erreichte das niedrigste Niveau seit knapp einem Jahr. Besonders deutlich hat sich die Wirtschaftsstimmung in Italien verschlechtert, aber auch in Deutschland ging es abwärts. Etwas besser als im Vormonat fiel das Geschäftsklima in den Niederlanden, Spanien und Frankreich aus.

Um die Euro-Zone auf den nachhaltigen Wachstumspfad zu bringen, ist, so die Meinung der Ökonomen, eine Reihe von Maßnahmen erforderlich, die allerdings auf jeweiliger Nationalebene schwer durchzusetzen sind. So bräuchte man einen schwächeren Euro, damit die südeuropäischen Staaten ihre Wettbewerbsfähigkeit wiederherstellen könnten. Ein signifikant schwächerer Euro-Kurs liegt aber nicht im Interesse Deutschlands, worüber wir bereits einmal geschrieben haben. Darüber hinaus wird von Deutschland die Stimulierung der Binnennachfrage sowie ein deutlich größeres Investitionsvolumen verlangt, was den gerade erzielten ausgeglichenen Bundeshaushalt wieder ins Minus ziehen sowie die Neuverschuldung erhöhen würde.

Alexander Kovalenko

Der Anleger

Alexander Kovalenko arbeitet für Bayerische Vermögen. „Wir machen normalerweise keine Prognosen, weil es aus unserer Sicht eher wenig Sinn macht“, sagt er. „Wir können nur sagen, dass die Aktien für uns aktuell eine stark bevorzugte Anlageklasse darstellen, und hier vor allem die (süd)europäischen Aktien, die noch deutlich unter ihrem Fair-Wert gehandelt werden. Dazu kommt eine Dividendenrendite von durchschnittlich etwa drei Prozent. Bei Aktien sehen wir also trotz eventuellen und sogar eher wahrscheinlichen Korrekturen ein sehr attraktives Chance/Risiko-Profil!“

Die Strategie

Das Social-Trading-Depot versteht sich als Kombination eines langfristig orientierten Kernportfolios und der innovativen Anlageform des Social Trading. Einen Anteil von 60 bis 70 Prozent bildet ein Aktienportfolio, das einen Value-Ansatz verfolgt: Es wird in zehn bis 15 stark unterbewertete Einzeltitel aus dem breiten europäischen Aktienmarkt investiert, wobei die Selektion der Einzeltitel mittels Analyse der Fundamentalkriterien beziehungsweise der Bilanzdaten erfolgt. Der Social-Trading-Anteil beträgt zwischen 30 und 40 Prozent und wird in wikifolio-Indexzertifikate investiert: Diese bilden unterschiedliche Strategien von Top-Tradern auf wikifolio.com ab. Das Social-Trading-Depot soll in der Regel voll investiert sein. Der Anlagehorizont ist mittel- bis langfristig ausgerichtet und sieht nur selten Umschichtungen vor. Betreut wird das Social-Trading-Depot von Bayerische Vermögen AG.

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Bei den südeuropäischen Staaten besteht ein Bedarf an strukturellen Reformen in den Bereichen Arbeitsmarkt und Sozial-/Pensionssysteme mit dem Ziel, die Staatsausgaben signifikant zu kürzen und die Flexibilität der Unternehmen zu erhöhen.

Die jeweiligen Ziele sind bei der Bevölkerung jedoch oft äußerst unpopulär, was die nationalen Politiker, die wiedergewählt werden wollen, stark blockiert, selbst wenn sie die Notwendigkeit der Reformen erkennen. Dies wird in letzter Zeit durch den immer größeren Erfolg der eurokritischen Parteien bestätigt. Die wirtschaftliche Situation in der Euro-Zone ist nicht einfach und wird durch den Ukraine-Konflikt zusätzlich belastet. Viele Nationalstaaten müssen jeweils unpopuläre Maßnahmen durchsetzen, damit die Probleme gelöst werden können.

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