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08.01.2016

11:41 Uhr

Musterdepots

Was sorgt für den Kursrutsch?

Musterdepotstratege Daniel Hupfer zeichnet die aktuelle Gefahrenlage. Konflikte wie die Eskalation im Nahen Osten oder Nordkoreas Atomtest sind schwierig in Kurse umzumünzen. Hupfer wagt einen interessanten Versuch.

Daniel Hupfer

Daniel Hupfer

Tatsächlich haben die geopolitischen Risiken gegenüber unserer Prognose aus dem Jahr 2015 zuletzt zugenommen. So zeichnet sich ab, dass die Spannungen im Nahen Osten vor allem zwischen Saudi Arabien und dem Iran in der Tendenz weiter zunehmen, und die mutmaßliche Zündung einer Wasserstoffbombe in Nordkorea verleiht dem als unberechenbar geltenden Kim Jong Un zusätzliches Drohpotenzial.

Es ist jedoch ein schwieriges, wenn nicht unmögliches Unterfangen, den Einfluss dieser Faktoren auf den Aktienmarkt zu quantifizieren. Die Ölpreise, die eine weitere Destabilisierung wichtiger Ölproduzenten im Nahen Osten vermutlich am ehesten aufzeigen würden, waren bis zuletzt rückläufig.

Daniel Hupfer

Der Anleger

Daniel Hupfer arbeitet für M.M.Warburg. "Wir präferieren die Direktanlage, das heißt im Wesentlichen kaufen wir Aktien und Anleihen, Fonds nur bei bestimmten Themen, wie China. Zertifikate grundsätzlich nicht", sagt er.

Die Strategie

Wir werden die "Handelsblatt"-Anlagestrategie offensiv ausrichten. Das bedeutet, unser Fokus liegt auf chancenorientierten Wertpapieren, wie beispielsweise Aktien. Aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase und eines enormen Anlagedrucks halten wir Aktien und Unternehmensanleihen nach wie vor für attraktiv. Zwar sind Aktien nicht mehr günstig bewertet. Aufgrund unseres positiven Konjunkturszenarios sollten aber die Unternehmensgewinne weiter steigen und sich damit die aktuellen Kurs-Gewinn-Verhältnisse wieder relativieren. Wir halten die Region Europa für am interessantesten. Hier gibt es am Aktienmarkt noch Aufholpotential. Der US-Aktienmarkt ist etwas höher bewertet, allerdings sehen wir auch hier noch Potential.


Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Dies ist zwar vornehmlich darauf zurückzuführen, dass das Angebot die Nachfrage weiterhin übersteigt. Dennoch halten wir es für wahrscheinlich, dass der Ölpreis deutlich steigen würde, sobald die Mehrheit der Investoren damit rechnet, dass die Situation in der Region eskaliert.

Folglich liegt die Schlussfolgerung nahe, dass der Aktienkursrückgang nicht auf eine höhere Risikoprämie aufgrund der Unsicherheiten im Nahen Osten zurückzuführen ist. Ebenfalls zweifelhaft ist, dass die mutmaßliche weitere Aufrüstung Nordkoreas den Kursrutsch an den Börsen maßgeblich bedingt hat. Nichtsdestotrotz sollten Investoren beide Entwicklungen weiter im Auge behalten, da sich diese zukünftig durchaus maßgeblich auf die Kursentwicklung auswirken könnten.

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