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17.04.2016

14:23 Uhr

Musterdepots

Was Unternehmensgewinne Anlegern verraten

Die US-Bilanzsaison ist in vollem Gange. Da lohnt sich ein Blick auf die Unternehmensgewinne, meint „Handelsblatt”-Autor Daniel Hupfer. Was Anleger aus ihnen lesen können.

Daniel Hupfer

Daniel Hupfer

Die Entwicklung der Unternehmensgewinne ist zumindest mittel- bis langfristig der wohl wichtigste singuläre Einflussfaktor für die Kurse börsennotierter Unternehmen. Da die Ertragslage der Unternehmen vor allem vom wirtschaftlichen Umfeld, in dem sich das Unternehmen bewegt, beeinflusst wird, liegt es nahe, dass versucht wird, aus den makroökonomischen Tendenzen Schlussfolgerungen für die Unternehmensgewinne zu ziehen.

Da die Konjunkturentwicklung in den ersten drei Monaten des Jahres 2016 alles andere als verheißungsvoll verlief, ist es auch nicht verwunderlich, dass sich dies in verhaltenen Gewinnprognosen der Unternehmensanalysten widerspiegelt.

Daniel Hupfer

Der Anleger

Daniel Hupfer arbeitet für M.M.Warburg. "Wir präferieren die Direktanlage, das heißt im Wesentlichen kaufen wir Aktien und Anleihen, Fonds nur bei bestimmten Themen, wie China. Zertifikate grundsätzlich nicht", sagt er.

Die Strategie

Wir werden die "Handelsblatt"-Anlagestrategie offensiv ausrichten. Das bedeutet, unser Fokus liegt auf chancenorientierten Wertpapieren, wie beispielsweise Aktien. Aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase und eines enormen Anlagedrucks halten wir Aktien und Unternehmensanleihen nach wie vor für attraktiv. Zwar sind Aktien nicht mehr günstig bewertet. Aufgrund unseres positiven Konjunkturszenarios sollten aber die Unternehmensgewinne weiter steigen und sich damit die aktuellen Kurs-Gewinn-Verhältnisse wieder relativieren. Wir halten die Region Europa für am interessantesten. Hier gibt es am Aktienmarkt noch Aufholpotential. Der US-Aktienmarkt ist etwas höher bewertet, allerdings sehen wir auch hier noch Potential.


Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Dass sich die Weltleitbörse, der US-amerikanische S&P 500, seit gut einem Jahr seitwärts bewegt und die Marke von 2.000 Punkten bislang nicht nachhaltig überwinden konnte, hat auch sehr viel damit zu tun, dass die Unternehmensgewinne seitdem auf der Stelle treten. 

Dies lässt sich insbesondere an den rollierenden Gewinnerwartungen für die nächsten zwölf Monate erkennen, die seit Anfang 2015 um den Wert von rund 125 Indexpunkten schwanken. Seit dem 2. Quartal 2015 befinden sich die Firmengewinne sogar im Rückwärtsgang. Gegenüber dem Vorjahresquartal sind sie jeweils leicht gesunken, sodass von einer sogenannten Gewinnrezession gesprochen wird.

Die Abwärtstendenz wird, sofern die Unternehmensanalysten mit ihren Schätzungen recht behalten, im 1. Quartal 2016, also mit der aktuellen Berichtssaison, ihren Höhepunkt erreichen und spätestens im 3. Quartal 2016 beendet sein, sofern es nicht in der Zwischenzeit zu neuen makroökonomischen Schocks kommt.

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