Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

18.07.2016

17:12 Uhr

Musterdepots

Weniger Sprintzertifikate

So beeindruckend die Erholung an Europas Börsen nach dem Brexit-Crash auch scheint: Sie wird nur von mauen Umsätzen getragen. Handelsblatt-Redakteur Georgios Kokologiannis richtet sein Depot deshalb defensiver aus.

Georgios Kokologiannis Pablo Castagnola

Georgios Kokologiannis

Weltweit haben die Aktienbörsen ihre Verluste seit dem Brexit-Crash im Schnitt überkompensiert: Die jüngste Aufwärtsbewegung hat die Marktkapitalisierung um 3,6 Billionen Euro steigen lassen. Am Tag nach dem EU-Ausstiegsvotum der Briten war der Wert des Marktes global um knapp 2,3 Billionen Euro eingebrochen.

Doch allein die im Euro Stoxx 50 enthaltenen europäischen Bluechips haben nach dem Tief vom 27. Juni inzwischen 165 Milliarden Euro an Wert gewonnen. Ich halte die Erholung für überzogen und reduziere daher erneut den Bestand an Sprintzertifikaten (WKN: CW7CXY), den offensivsten Bestandteilen im Musterdepot gehören.

Georgios Kokologiannis

Der Redakteur

Mit Geldanlagethemen beschäftigt sich der Diplom-Kaufmann beim Handelsblatt seit über 16 Jahren - davor bereits während seines Studiums der Betriebswirtschaftslehre und beim Finanzconsulting einer Unternehmensberatung.

Twitter: @kokologiannis

Die Strategie

"Mein Ziel ist es, eine durchschnittliche Rendite von sechs bis acht Prozent per annum zu erreichen – und das möglichst nervenschonend. Zwei Kernbestandteilen meiner Strategie: Erstens der Einsatz von Anlagezertifikaten und anderen Derivaten, mit denen sich zum einen Depotpositionen absichern lassen und die es zum anderen ermöglichen, auch von schwierigen Phasen an den Aktien- und Rohstoffmärkten zu profitieren. Zweitens arbeite ich bei risikoreicheren Engagements mit Stopp-Loss-Marken - das soll dazu beitragen, dass ich nicht zu lange an Fehlinvestitionen festhalte."

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

So beeindruckend die Erholung an Europas Börsen erscheint: Bei genauerem Hinsehen erkennt man, dass sie weiterhin nur von mauen Umsätzen getragen wird. Angetrieben wohl vor allem durch Spekulanten, die ursprünglich auf fallende Notierungen gesetzt hatten und nun durch kurzfristige Eindeckungen ihre Verluste begrenzen.

Auch der Rückenwind aus den USA dürfte nicht von Dauer sein. Dort  haben die Aktienmärkte neue Allzeithochs markiert – vor allem weil die Berichtssaison für das zweite Quartal ordentlich zu verlaufen scheint. So haben nach einer Untersuchung der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) von den 13 Unternehmen des S&P 500, die in der abgelaufenen ersten Berichtswoche mit ihren Zahlen am Start waren, insgesamt elf positiv überrascht.

Doch auch hier lohnt sich ein tiefergehender Bick ins Zahlenwerk: Denn viele gemeldete Ertragszahlen liegen zwar über den Prognosen – doch erstens waren die Erwartungen zuvor teils mehrfach deutlich nach unten angepasst worden. Und zweitens waren die Ergebnisse der vorangegangenen fünf Quartale dermaßen schlecht ausgefallen, dass es wohl einer Rezession bedürfte, um ausgehend von diesem Niveau kein Gewinnwachstum mehr zu erreichen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×