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03.08.2014

17:12 Uhr

Musterdepots

Wenn das Depot dem Markt trotzt

Für den Dax ging es die letzten Tage kräftig abwärts. Nicht so für das Depot unseres Kommentators, der sein Depot rechtzeitig auf unruhige Zeiten getrimmt hatte. Nun trotzt er den turbulenten Börsentagen.

Georgios Kokologiannis Pablo Castagnola

Georgios Kokologiannis

Warnsignale für die massiven Verluste am Aktienmarkt gab es mehr als genug: Zunehmend enttäuschende Konjunkturindikatoren, miese Unternehmenszahlen, immer neue politische Krisenherde, die anstehende Zinswende in den USA - und vor allem: extreme Bewertungen an den Börsen.

Doch statt ihre in der Regel überoptimistischen Einschätzung zu den Chancen und Risiken am Aktienmarkt zu korrigieren, verweigerten sich viele Experten der Realität. Die Zeche dafür müssen nun Anleger zahlen, die zum Beispiel bei einem Dax-Stand von über 10.000 Punkten noch in den Markt getrieben worden waren - mit der Aussicht auf kurzfristig noch phantastischere Kursniveaus.

Georgios Kokologiannis

Der Redakteur

Mit Geldanlagethemen beschäftigt sich der Diplom-Kaufmann beim Handelsblatt seit über 16 Jahren - davor bereits während seines Studiums der Betriebswirtschaftslehre und beim Finanzconsulting einer Unternehmensberatung.

Twitter: @kokologiannis

Die Strategie

"Mein Ziel ist es, eine durchschnittliche Rendite von sechs bis acht Prozent per annum zu erreichen – und das möglichst nervenschonend. Zwei Kernbestandteilen meiner Strategie: Erstens der Einsatz von Anlagezertifikaten und anderen Derivaten, mit denen sich zum einen Depotpositionen absichern lassen und die es zum anderen ermöglichen, auch von schwierigen Phasen an den Aktien- und Rohstoffmärkten zu profitieren. Zweitens arbeite ich bei risikoreicheren Engagements mit Stopp-Loss-Marken - das soll dazu beitragen, dass ich nicht zu lange an Fehlinvestitionen festhalte."

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Da das Handelsblatt-Musterdepot rechtzeitig auf unruhige Zeiten ausgerichtet worden ist, haben die jüngsten Kurseinbrüche an den Aktienmärkten praktisch keine Auswirkungen auf dessen Wertentwicklung. Es legt weiter kontinuierlich zu und kann einmal erreichte Ertragsniveaus erfolgreich verteidigen. Dazu beigetragen haben mehrere Reverse-Bonuszertifikate, die das Portfolio stabilisieren. Eine dieser Positionen, die sich tendenziell entgegengesetzt zum Dax entwickelt und mehr als zehn Prozent Gewinn eingefahren hat, reduziere ich jetzt (WKN: CB4S3R).

Im Gegenzug investiere ich das freigewordene Kapital in Bonuszertifikate auf den Euro Stoxx (WKN: GT6Y38), mit denen ich auf eine Seitwärtsbewegung des europäischen Leitindizes: Bis Ende Dezember erzielen diese Papiere rund neun Prozent Gewinn, solange der europäische Leitindex von aktuell rund 3.080 Punkten bis dahin nie unter die Marke von 2.920 Zählern einbricht. Nur falls die relevante Barriere nicht hält, fallen in etwa dieselben Verluste an, als hätte der Käufer auf einen simplen Indexfonds gesetzt.

Kommentare (1)

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Herr Friedrich Pollock

04.08.2014, 09:30 Uhr

Sehr geehrter Herr Kokologiannis,

ich lese Ihre Beiträge in dieser Rubrik sehr gerne, da diese für mich eine gute Balance zu den über optimistischen Einschätzungen der anderen beiden "Experten" darstellen.

In dem heutigen Artikeln prangern Sie zurecht an, dass Zitat "die Zeche dafür nun Anleger zahlen müssen, die zum Beispiel bei einem Dax-Stand von über 10.000 Punkten noch in den Markt getrieben worden waren - mit der Aussicht auf kurzfristig noch phantastischere Kursniveaus."

Aber ist es nicht auch Ihr Arbeitgeber/Ihre Publikation, die eine große Mitschuld daran trägt? Direkt, wie indirekt. Die Anzahl der vermeintlichen Experten, die hier eine Plattform bekamen, um darauf hinzuweisen, dass der Dax auch bei 10.000 noch nicht teuer sei, ist enorm. Blättern Sie einfach mal ein paar Wochen zurück.

Vor weniger Tagen erschien beispielsweise in dieser Rubrik der Beitrag:

http://www.handelsblatt.com/finanzen/boerse-maerkte/anlagestrategie/musterdepots-alternativlose-anlage-aktien/10188750.html

Ich würde mir in Zukunft einen kritischen Blick, etwas mehr Anwalt sein für den Anleger wünschen und weniger (kostenfreie) Werbefläche für die Finanzindustrie und ihre Produkte.

Ihnen weiterhin viel Erfolg mit Ihrer Strategie.

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