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24.11.2016

13:08 Uhr

Musterdepots

Wie man in Gold investieren sollte

Für Musterdepotstrategen Georgios Kokologiannis hat das gelbe Edelmetall ein Preisniveau erreicht, dass selbst für Edelmetallskeptiker interessant ist. Doch bei solchen Investments können Anleger viele Fehler begehen.

Georgios Kokologiannis Pablo Castagnola

Georgios Kokologiannis

FrankfurtSpekulationen auf bald deutlicher als bisher erwartet steigende Leitzinsen in den USA haben den Goldpreis auf den tiefsten Stand seit einem Dreivierteljahr gedrückt. Knapp 1190 US-Dollar kostet die Feinunze momentan. Dadurch nähert sich die Notierung meiner Meinung nach einem Preisniveau an, das es selbst für Edelmetallskeptiker interessant erscheinen lässt: Bei etwa 1.100 US-Dollar liegt eine Art langfristige Preisuntergrenze, schätzen Experten. So viel koste allein die Förderung.

Georgios Kokologiannis

Der Redakteur

Mit Geldanlagethemen beschäftigt sich der Diplom-Kaufmann beim Handelsblatt seit über 16 Jahren - davor bereits während seines Studiums der Betriebswirtschaftslehre und beim Finanzconsulting einer Unternehmensberatung.

Twitter: @kokologiannis

Die Strategie

"Mein Ziel ist es, eine durchschnittliche Rendite von sechs bis acht Prozent per annum zu erreichen – und das möglichst nervenschonend. Zwei Kernbestandteilen meiner Strategie: Erstens der Einsatz von Anlagezertifikaten und anderen Derivaten, mit denen sich zum einen Depotpositionen absichern lassen und die es zum anderen ermöglichen, auch von schwierigen Phasen an den Aktien- und Rohstoffmärkten zu profitieren. Zweitens arbeite ich bei risikoreicheren Engagements mit Stopp-Loss-Marken - das soll dazu beitragen, dass ich nicht zu lange an Fehlinvestitionen festhalte."

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Wichtig: Wer hierzulande auf eine langfristige Kehrtwende setzen möchte, sollte bevorzugt beispielsweise in währungsgesicherte Gold-ETCs („Exchange Traded Commodities“) investieren. Denn eine Erholung dürfte erfahrungsgemäß mit einer Dollarschwächung einhergehen, die den Preisanstieg für Anleger aus dem Euro-Raum andernfalls konterkarieren würde.

ETCs werden oft selbst von Fachleuten der Einfachheit halber als „Rohstoff-Fonds“ bezeichnet. Doch genau genommen handelt es sich dabei nicht um Fonds, sondern um ganz spezielle Zertifikate: Wie Indexfonds, also Exchange Traded Funds (ETF) ermöglichen es zwar auch ETCs, einfach und kostengünstig in eine Vielzahl von Märkten zu investieren. Aber da hören die Gemeinsamkeiten schon auf .

Der wichtigste Unterschied: ETCs sind rechtlich gesehen keine Sondervermögen und damit nicht frei von Ausfallrisiken im Falle einer Insolvenz des Emittenten. Bei ETCs handelt es sich - ähnlich wie bei herkömmlichen Zertifikaten - um spezielle Schuldverschreibungen, die grundsätzlich wie alle Anleihen mit einem Ausfallrisiko behaftet seien. Um die Gefahr zu verringern, werden ETCs im Gegensatz zu normalen Zertifikaten in der Regel aber besichert.

Beispielsweise sichert die Deutsche Bank-Tochter "DB ETC plc" ihre Gold-ETCs durch Hinterlegung physischen Goldes auf Edelmetall-Konten ab. Anleger haben im Falle einer Insolvenz des Anbieters Anspruch auf den Gegenwert der Besicherung in bar. Die Gold-Produkte von DB ETC gibt es ohne Währungsabsicherung (WKN: A1E0HR) - aber auch eine Variante mit Schutz vor Wechselkursveränderungen des US-Dollars (WKN: A1EK0G).

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