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21.08.2014

20:40 Uhr

Musterdepots

Wie reagieren Investoren, wenn der Tag X konkret wird?

Europas Konjunktur bekommt Dellen, bleibt aber auf Wachstumskurs. Für die Autoren der Musterdepots spielt aber eine weitere Variable eine wichtige Rolle: Die Fed. Die Notenbank wird künftig einen anderen Kurs fahren.

Georgios Kokologiannis Pablo Castagnola

Georgios Kokologiannis

Die Aktienmärkte der Schwellenländer haben sich seit Februar deutlich von den vorangegangenen Verlusten erholt. Lohnt sich der Einstieg noch? Während Optimisten mittlerweile von einer langfristigen Trendwende ausgehen, warnen Skeptiker, viele Notierungen dort seien bereits wieder überteuert.

So weisen etwa Experten der Schweizer Vermögensverwaltungsgesellschaft GAM darauf hin, dass die Bewertungen mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von im Schnitt elf nun bereits wieder am oberen Ende des Korridors liegen, in dem sie sich in den letzten dreieinhalb Jahren bewegt hätten.

Gleichzeitig vermisse man aber einen signifikanten Anstieg der Unternehmensgewinne. Zwar zeige etwa China deutliche Hinweise einer Erholung. Dafür falle in Ländern wie beispielsweise Brasilien das Wachstum enttäuschend aus.

Georgios Kokologiannis

Der Redakteur

Mit Geldanlagethemen beschäftigt sich der Diplom-Kaufmann beim Handelsblatt seit über 16 Jahren - davor bereits während seines Studiums der Betriebswirtschaftslehre und beim Finanzconsulting einer Unternehmensberatung.

Twitter: @kokologiannis

Die Strategie

"Mein Ziel ist es, eine durchschnittliche Rendite von sechs bis acht Prozent per annum zu erreichen – und das möglichst nervenschonend. Zwei Kernbestandteilen meiner Strategie: Erstens der Einsatz von Anlagezertifikaten und anderen Derivaten, mit denen sich zum einen Depotpositionen absichern lassen und die es zum anderen ermöglichen, auch von schwierigen Phasen an den Aktien- und Rohstoffmärkten zu profitieren. Zweitens arbeite ich bei risikoreicheren Engagements mit Stopp-Loss-Marken - das soll dazu beitragen, dass ich nicht zu lange an Fehlinvestitionen festhalte."

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Ich teile die Skepsis noch aus einem weiteren Grund: Es war die Andeutung der US-Notenbank Fed aus ihrer lockeren Geldpolitik aussteigen zu wollen, die ab dem Frühjahr 2013 die Talfahrt an den Emerging Markets in einen regelrechten Crash münden ließ. Und maßgeblicher Treiber für die Kurserholung der vergangenen Monate war, dass es der amerikanischen Zentralbank mittlerweile gelungen ist, die Ängste vor einem allzu abrupten Ende der Liquiditätsschwemme zu zerstreuen. Davon hatten die Kapitalmärkte der aufstrebenden Staaten lange Zeit massiv profitiert.

Wie die Investoren aber reagieren werden, wenn der Tag X konkret wird - der Zeitplan für die US-Leitzinserhöhungen also demnächst kommuniziert wird, ist derzeit nicht seriös vorhersehbar. Schon in den kommenden Stunden könnte es hier neue Hinweise geben: Auf dem heute beginnenden jährlichen Treffen der internationalen Notenbanker im amerikanischen Örtchen Jackson Hole im Bundesstaat Wyoming. Der Druck auf Fed-Chefin Janes Yellen, ihren Kollegen endlich Einblick zu gewähren, in ihre tatsächlichen geldpolitischen Pläne, ist enorm.

Mein Fazit: Wegen der großen Unsicherheit und momentan kaum prognostizierbaren Entwicklung an den Börsen der Schwellenländer, lasse ich weiterhin die Finger von diesen hochriskanten Märkten.

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