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05.08.2014

18:58 Uhr

Musterdepots

Wie sieht das perfekte Depot aus?

Anleger sollten ihre Depotstruktur einmal im Jahr überdenken und bei Bedarf anpassen. Doch wie sieht unter den jetzigen Bedingungen ein perfektes Depot aus? Die Strategen großer Banken haben dazu einen Tipp.

Georgios Kokologiannis Pablo Castagnola

Georgios Kokologiannis

Auch langfristig orientierte Investoren sollten die Gewichtung der Anlageklassen innerhalb ihres Depots nie völlig aus den Augen verlieren. Experten raten, die Portfoliostruktur mindestens einmal im Jahr zu prüfen und bei Bedarf anzupassen.

Laut einer aktuellen Auswertung des Informationsdienstes Bloomberg empfehlen Strategen großer Banken derzeit im Schnitt folgende Aufteilung: Knapp die Hälfte des Kapitals sollte sich auf Aktien verteilen, 38 Prozent auf Anleihen und sechs Prozent auf Rohstoffe. Zudem sollten Anleger etwa fünf Prozent Cash halten.

Georgios Kokologiannis

Der Redakteur

Mit Geldanlagethemen beschäftigt sich der Diplom-Kaufmann beim Handelsblatt seit über 16 Jahren - davor bereits während seines Studiums der Betriebswirtschaftslehre und beim Finanzconsulting einer Unternehmensberatung.

Twitter: @kokologiannis

Die Strategie

"Mein Ziel ist es, eine durchschnittliche Rendite von sechs bis acht Prozent per annum zu erreichen – und das möglichst nervenschonend. Zwei Kernbestandteilen meiner Strategie: Erstens der Einsatz von Anlagezertifikaten und anderen Derivaten, mit denen sich zum einen Depotpositionen absichern lassen und die es zum anderen ermöglichen, auch von schwierigen Phasen an den Aktien- und Rohstoffmärkten zu profitieren. Zweitens arbeite ich bei risikoreicheren Engagements mit Stopp-Loss-Marken - das soll dazu beitragen, dass ich nicht zu lange an Fehlinvestitionen festhalte."

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Im Vergleich zu den vorgeschlagenen Richtwerten von Anfang Mai erhöht sich damit die Gewichtung für Festverzinsliche um drei Prozentpunkte – zu Lasten der nun niedrigeren Bargeldquote. Privatanleger sollten bei der Aufteilung ihres Kapitals auf die einzelnen Anlageklassen aber nicht nur ihr Wertpapierdepot bei ihrer Bank im Blick haben, sondern vielmehr das insgesamt vorhandene Geldvermögen. Dazu gehören auch Altersvorsorgeprodukte. Andernfalls droht schnell eine (unbewusste) Überinvestition in Zinspapiere.

Hintergrund: Die Bundesbürger geben pro Kopf im Schnitt über eintausend Euro jährlich für Versicherungsprodukte zur Altersvorsorge aus - in erster Linie Lebensversicherungen.  Zieht man davon die Beitragsanteile ab für Vermittlerprovisionen und Verwaltungskosten sowie den sogenannten „Risikoanteil“, also das Geld mit dem Leistungen wie Hinterbliebenenschutz oder Berufsunfähigkeit finanziert werden , dann verbleibt ein „Sparanteil“ von 50 bis 70 Prozent. Und dieses Geld legen die Versicherungskonzerne weit überwiegend am Anleihemarkt an. Viele Anleger hierzulande decken allein schon damit ihren Bedarf an Anleihen ab.

Kommentare (1)

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Herr Dr. Peter Lustig

06.08.2014, 09:33 Uhr

Hallo Herr Kokologiannis,

könnten Sie zu der Bloomberg-Befragung noch ein paar Details liefern? Wie kommen die "Experten" auf die Quote - ist das eimfach nur das Mittel der aktuellen Gewichtungen?

Im Versicherungs- und Pensionsfondsbereich sind Aktienquoten von 10% und weniger immer noch die Regel.

Vielen Dank
W.P.

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