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11.11.2015

19:41 Uhr

Musterdepots

„Wir halten Voestalpine für unterbewertet”

Wikifolio-Manager Kovalenko glaubt an den Linzer Stahlkonzern, Handelsblatt-Redakteur Kokologiannis ist enttäuscht über EZB-Chef Draghi und M.M.Warburg-Manager Hupfer hat keine Angst vor hohen US-Zinsen.

Alexander Kovalenko

Alexander Kovalenko

Am Mittwoch hat der österreichische Stahlkonzern Voestalpine die aktuellen Quartalsergebnisse präsentiert. Die Linzer haben weiterhin mit einer schwächelnden Nachfrage aus der Öl- und Gasbranche zu kämpfen. Viele Ölförderer, die eine wichtige Zielgruppe für Voestalpine sind, müssen aufgrund der niedrigen Rohstoffpreise ihre Investitionsprojekte massiv drosseln. Die fehlenden Aufträge führen dazu, dass der Stahlkonzern seine ursprünglichen Ziele für das laufende Geschäftsjahr beim operativen Ergebnis nach unten korrigieren muss. Wenn man allerdings die einmaligen Sondereffekte einbezieht, geht Voestalpine weiterhin davon aus, dass eine Steigerung des operativen Ergebnisses möglich ist.

Alexander Kovalenko

Der Anleger

Alexander Kovalenko arbeitet für Bayerische Vermögen. „Wir machen normalerweise keine Prognosen, weil es aus unserer Sicht eher wenig Sinn macht“, sagt er. „Wir können nur sagen, dass die Aktien für uns aktuell eine stark bevorzugte Anlageklasse darstellen, und hier vor allem die (süd)europäischen Aktien, die noch deutlich unter ihrem Fair-Wert gehandelt werden. Dazu kommt eine Dividendenrendite von durchschnittlich etwa drei Prozent. Bei Aktien sehen wir also trotz eventuellen und sogar eher wahrscheinlichen Korrekturen ein sehr attraktives Chance/Risiko-Profil!“

Die Strategie

Das Social-Trading-Depot versteht sich als Kombination eines langfristig orientierten Kernportfolios und der innovativen Anlageform des Social Trading. Einen Anteil von 60 bis 70 Prozent bildet ein Aktienportfolio, das einen Value-Ansatz verfolgt: Es wird in zehn bis 15 stark unterbewertete Einzeltitel aus dem breiten europäischen Aktienmarkt investiert, wobei die Selektion der Einzeltitel mittels Analyse der Fundamentalkriterien beziehungsweise der Bilanzdaten erfolgt. Der Social-Trading-Anteil beträgt zwischen 30 und 40 Prozent und wird in wikifolio-Indexzertifikate investiert: Diese bilden unterschiedliche Strategien von Top-Tradern auf wikifolio.com ab. Das Social-Trading-Depot soll in der Regel voll investiert sein. Der Anlagehorizont ist mittel- bis langfristig ausgerichtet und sieht nur selten Umschichtungen vor. Betreut wird das Social-Trading-Depot von Bayerische Vermögen AG.

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Darüber hinaus hat der Konzernchef Wolfgang Eder ein neues Kostensenkungsprogramm nicht ausgeschlossen. Profitieren konnten die Linzer dagegen in den vergangenen Monaten von der Erholung des europäischen Automarktes. Der VW-Skandal könnte zwar dazu führen, dass der Wolfsburger Konzern, der ein wichtiger Kunde ist, bei den neuen Verträgen hart verhandeln wird, dem sieht aber der Voestalpine Chef Wolfgang Eder unaufgeregt entgegen.

Mit der Voestalpine Position haben wir seit Auflage des Musterdepots unter Berücksichtigung der Dividende nichts verdient, aber auch gleichzeitig kein Geld verloren. Wir sind der Meinung, dass der Linzer Konzern trotz der aktuellen Herausforderungen operativ gut aufgestellt und unterbewertet ist. Darüber hinaus schätzen wir die voranschreitende Internationalisierung des Unternehmens als positiv ein.

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