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03.12.2014

19:44 Uhr

Musterdepots

Wird 2015 Top oder Flop?

Sie geht wieder los, die Zeit der großen Prognosen für das kommende Jahr. Viele Vermögensverwalter blicken optimistisch in die Zukunft. Nicht aber so unser Musterdepot-Experte Georgios Kokologiannis.

Georgios Kokologiannis Pablo Castagnola

Georgios Kokologiannis

Auf den ersten Blick sieht Asoka Wöhrmanns Einschätzung zur Entwicklung der Kapitalmärkte im kommenden Jahr ermutigend aus: Der Chefanlagestratege von Deutsche Asset & Wealth Management – der Vermögensverwaltungssparte der Deutschen Bank – glaubt, dass die Luft zwar insgesamt dünner wird, versiegen werde sie aber nicht.

Das liege vor allem an den unterm Strich weiter unterstützend wirkenden Notenbanken: Europa und Japan würden über Niedrigzinsen und Wertpapierkäufe mit Liquidität geflutet. Und in den USA sowie in Großbritannien würden die Zügel im kommenden Jahr zwar angezogen – entscheidend sei aber, dass der Zinserhöhungszyklus moderat ausfallen werde.

Georgios Kokologiannis

Der Redakteur

Mit Geldanlagethemen beschäftigt sich der Diplom-Kaufmann beim Handelsblatt seit über 16 Jahren - davor bereits während seines Studiums der Betriebswirtschaftslehre und beim Finanzconsulting einer Unternehmensberatung.

Twitter: @kokologiannis

Die Strategie

"Mein Ziel ist es, eine durchschnittliche Rendite von sechs bis acht Prozent per annum zu erreichen – und das möglichst nervenschonend. Zwei Kernbestandteilen meiner Strategie: Erstens der Einsatz von Anlagezertifikaten und anderen Derivaten, mit denen sich zum einen Depotpositionen absichern lassen und die es zum anderen ermöglichen, auch von schwierigen Phasen an den Aktien- und Rohstoffmärkten zu profitieren. Zweitens arbeite ich bei risikoreicheren Engagements mit Stopp-Loss-Marken - das soll dazu beitragen, dass ich nicht zu lange an Fehlinvestitionen festhalte."

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Weniger erfreulich sehen die Prognosen allerdings aus, wenn man Wöhrmanns konkrete Kursziele unter die Lupe nimmt – etwa für die wichtigsten Aktienindizes: Der Dax beispielsweise werde demnach bis Ende 2015 auf 10400 Punkte steigen – das wäre vom jetzigen Niveau aus gerechnet nur ein Miniplus von gerade mal vier Prozent.

Ähnlich mager auch die Erwartungen für den europäischen Leitindex Euro Stoxx 50. Hier werden ebenfalls weniger als fünf Prozent Potenzial in Aussicht gestellt. Die Jahresrendite beim Wall-Street-Index S&P 500 soll sich sogar bei nur etwa drei Prozent erschöpfen.

Und dies alles trotz „steigender Volatilität“ an den Börsen. Im Klartext: Selbst um diese Magerrenditen zu erzielen, werden Anleger starke Nerven beweisen müssen. Denn die Notierungen werden zwischenzeitlich deutlich in den roten Bereich abrutschen.

Auch ich glaube, dass es in den kommenden Monaten turbulent zugehen wird an den Anlagemärkten – bin aber insgesamt noch skeptischer: Wöhrmanns Kursziele halte ich zwar für erreichbar – allerdings nur vorübergehend im Jahresverlauf – Ende 2015 dürften die Börsenbarometer deutlich tiefer stehen.

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