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06.09.2016

18:30 Uhr

Musterdepots

Wirtschaftswachstum schwächt sich ab

Kann die Geldpolitik der EZB die Wirtschaft überhaupt wirksam stimulieren? Die aktuellen Wachstumszahlen für die Euro-Zone fallen jedenfalls eher enttäuschend aus, meint Musterdepot-Experte Alexander Kovalenko.

Alexander Kovalenko

Alexander Kovalenko

Das europäische Statistikamt Eurostat hat am Dienstag die Daten zum Wirtschaftswachstum der Euro-Zone im zweiten Quartal 2016 veröffentlicht. Unter dem Strich ist das Bruttoinlandsprodukt des Euro-Raums um 0,3 Prozent zum Vorquartal gestiegen. Im ersten Quartal betrug das Wachstumstempo noch 0,5 Prozent. Frankreich und Italien – die jeweils zweit- bzw. drittgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone – konnten kein Wachstum verzeichnen. Deutschland lag mit 0,4 Prozent leicht über dem Durchschnitt.

Alexander Kovalenko

Der Anleger

Alexander Kovalenko arbeitet für Bayerische Vermögen. „Wir machen normalerweise keine Prognosen, weil es aus unserer Sicht eher wenig Sinn macht“, sagt er. „Wir können nur sagen, dass die Aktien für uns aktuell eine stark bevorzugte Anlageklasse darstellen, und hier vor allem die (süd)europäischen Aktien, die noch deutlich unter ihrem Fair-Wert gehandelt werden. Dazu kommt eine Dividendenrendite von durchschnittlich etwa drei Prozent. Bei Aktien sehen wir also trotz eventuellen und sogar eher wahrscheinlichen Korrekturen ein sehr attraktives Chance/Risiko-Profil!“

Die Strategie

Das Social-Trading-Depot versteht sich als Kombination eines langfristig orientierten Kernportfolios und der innovativen Anlageform des Social Trading. Einen Anteil von 60 bis 70 Prozent bildet ein Aktienportfolio, das einen Value-Ansatz verfolgt: Es wird in zehn bis 15 stark unterbewertete Einzeltitel aus dem breiten europäischen Aktienmarkt investiert, wobei die Selektion der Einzeltitel mittels Analyse der Fundamentalkriterien beziehungsweise der Bilanzdaten erfolgt. Der Social-Trading-Anteil beträgt zwischen 30 und 40 Prozent und wird in wikifolio-Indexzertifikate investiert: Diese bilden unterschiedliche Strategien von Top-Tradern auf wikifolio.com ab. Das Social-Trading-Depot soll in der Regel voll investiert sein. Der Anlagehorizont ist mittel- bis langfristig ausgerichtet und sieht nur selten Umschichtungen vor. Betreut wird das Social-Trading-Depot von Bayerische Vermögen AG.

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Trotz eines positiven Vorzeichens ist dieses Ergebnis unseres Erachtens besorgniserregend. Wenn man die immensen Anstrengungen der Europäischen Zentralbank (EZB) in Betracht zieht, die gerade die Stimulierung der Konjunktur als Ziel haben, fällt das verzeichnete Wachstum unproportional klein aus.

Die Investitionsausgaben der Privatfirmen zeigen sich bisher total unbeeindruckt von den gigantischen Liquiditätsströmen seitens der EZB. Immer häufiger diskutiert man die Frage, ob die unkonventionelle Geldpolitik der EZB die Wirtschaft überhaupt wirksam stimulieren kann? An den Finanzmärkten sind die Folgen der EZB-Maßnahmen dagegen nicht zu übersehen. Vor allem der europäische Anleihenmarkt scheint signifikant verzerrt zu sein und weist in vielen Segmenten Blasenmerkmale auf.

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