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03.04.2014

19:33 Uhr

Musterdepots

Womit die Anleger langfristig rechnen müssen

Die Aussichten für die Aktien in der Eurozone sind attraktiv, für die Wall-Street-Papiere hingegen kaum. Unsere Autoren über die langfristigen Börsen-Entwicklungen – und „Unsicherheitsfaktor“ Janet Yellen von der Fed.

Georgios Kokologiannis Pablo Castagnola

Georgios Kokologiannis

Trotz guter Unternehmensberichte, beigelegter Krim-Krise, positiver Konjunkturdaten und niedriger Zinsen: Attraktiv sehen die Aussichten an der Wall Street nur auf dem Papier aus. Davor warnt jetzt Stefan Bielmeier, Chefvolkswirt der DZ Bank. Denn US-Aktien seien teuer: Das sogenannte „Shiller-KGV“ liege mittlerweile 58 Prozent über dem Durchschnitt der vergangenen 133 Jahre. Diese Bewertungskennziffer ist eine Weiterentwicklung des klassischen Kurs-Gewinnverhältnisses. Nur vor den Crashs der Jahre 1929 und 2000 sowie im Sommer 2007 sei der „Bewertungsexzess“ am US-Aktienmarkt ausgeprägter gewesen.

Georgios Kokologiannis

Der Redakteur

Mit Geldanlagethemen beschäftigt sich der Diplom-Kaufmann beim Handelsblatt seit über 16 Jahren - davor bereits während seines Studiums der Betriebswirtschaftslehre und beim Finanzconsulting einer Unternehmensberatung.

Twitter: @kokologiannis

Die Strategie

"Mein Ziel ist es, eine durchschnittliche Rendite von sechs bis acht Prozent per annum zu erreichen – und das möglichst nervenschonend. Zwei Kernbestandteilen meiner Strategie: Erstens der Einsatz von Anlagezertifikaten und anderen Derivaten, mit denen sich zum einen Depotpositionen absichern lassen und die es zum anderen ermöglichen, auch von schwierigen Phasen an den Aktien- und Rohstoffmärkten zu profitieren. Zweitens arbeite ich bei risikoreicheren Engagements mit Stopp-Loss-Marken - das soll dazu beitragen, dass ich nicht zu lange an Fehlinvestitionen festhalte."

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Auch andere Experten glauben, dass das Kurspotenzial ausgereizt ist. Darauf deutet zum Beispiel eine aktuelle Bloomberg-Umfrage: Demnach erwarten Brokerhäuser, dass der S&P 500 bis Ende des Jahres sein jetziges Rekordhoch von 1893 Punkten zwar noch etwas ausbauen kann– im Schnitt prognostizieren die Fachleute aber nur ein Plus von dreieinhalb Prozent.

Ich werde mein Depot demnächst noch stärker darauf ausrichten, dass die langjährige Hausse allmählich ausläuft. Neben den extremen Bewertungen spricht auch der fortgesetzte Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik dafür.

Unsicherheitsfaktor Nummer eins bleibt allerdings die US-Notenbank Fed. Zwar hat Fed-Chefin Janet Yellen überaus deutlich signalisiert, dass im kommenden Jahr sogar mit steigenden Leitzinsen zu rechnen sei. Es wäre jedoch nicht das erste Mal, wenn die Zentralbankführung einen unerwarteten Rückzieher machen würde. Die Glaubwürdigkeit amerikanischer Geldpolitik wäre spätestens dann zwar vollends hinüber. Die Karten an den Kapitalmärkten würden in diesem Fall dennoch neu gemischt.

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

03.04.2014, 20:37 Uhr

@Hr. Kokolores: Sie haben doch nur eine homöopathische Dosis an US-Werten im Depot. Wie wollen Sie denn ihr Depot "noch stärker auf die auslaufende Hausse" vorbereiten? Und falls die "Karten an den Märkten" wirklich neu gemischt werden, nützt Ihnen das fast nichts.

"Nicht kleckern, klotzen" wusste schon der alte Rommel. Jetzt Ihrer Logik zufolge doch europ. Aktien. Also, ran an den Speck. Ist bei Ihnen doch nur Spielgeld.

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