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28.08.2016

20:30 Uhr

Musterdepots

„Zahl der Arbeitslosen steigt unausweichlich“

Für den Musterdepotstrategen Alexander Kovalenko ist die Konjunktur robuster als erwartet. Und Georgios Kokologiannis listet die Risiken von Zertifikaten auf. Die Handelsblatt-Musterdepots im Überblick.

Georgios Kokologiannis Pablo Castagnola

Georgios Kokologiannis

FrankfurtDurch den Einsatz von defensiven Anlagezertifikaten können Investoren in ihrem Depot die Wertschwankungen im Vergleich zu einem Direktengagement am Aktienmarkt zwar verringern. Im Gegenzug verzichten sie aber zum einen auf besonders hohe Erträge, wenn die Börsen unerwartet deutlich und lange haussieren.

Zum anderen beinhalten Anlagezertifikate ein Ausfallrisiko: Geht die Bank pleite, die das Produkt emittiert hat, dürfte der das Anlegergeld in der Regel verloren sein. Dieses Emittentenrisiko halte ich derzeit allerdings zumindest für taktische – also  kurz- bis mittelfristige Investitionen - für vernachlässigbar.

Georgios Kokologiannis

Der Redakteur

Mit Geldanlagethemen beschäftigt sich der Diplom-Kaufmann beim Handelsblatt seit über 16 Jahren - davor bereits während seines Studiums der Betriebswirtschaftslehre und beim Finanzconsulting einer Unternehmensberatung.

Twitter: @kokologiannis

Die Strategie

"Mein Ziel ist es, eine durchschnittliche Rendite von sechs bis acht Prozent per annum zu erreichen – und das möglichst nervenschonend. Zwei Kernbestandteilen meiner Strategie: Erstens der Einsatz von Anlagezertifikaten und anderen Derivaten, mit denen sich zum einen Depotpositionen absichern lassen und die es zum anderen ermöglichen, auch von schwierigen Phasen an den Aktien- und Rohstoffmärkten zu profitieren. Zweitens arbeite ich bei risikoreicheren Engagements mit Stopp-Loss-Marken - das soll dazu beitragen, dass ich nicht zu lange an Fehlinvestitionen festhalte."

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Darauf deuten auch wichtige Marktbarometer, an denen man sich zur Abschätzung des Ausfallrisikos von Banken orientieren kann. So geben etwa die so genannten „Credit Default Swaps“ Aufschluss darüber, wie die Bonität eines Emittenten am Markt bewertet wird. Die Prämien von CDS für Banken, die in Deutschland Zertifikate anbieten, sind nach der Eskalation der Finanzkrise ab 2008 im Laufe der Zeit sehr stark gesunken.

 Die Werte für 5-Jahres-CDS liegen derzeit beispielsweise im Schnitt um die Marke von 90 Basispunkten. Das heißt, dass Profi-Investoren derzeit im Schnitt 90 Euro zahlen müssen, um 10.000 Euro an Kreditvolumen einer Bank für fünf Jahre vollständig gegen eine Pleite abzusichern.

Zum Vergleich: Auf dem Höhepunkt der Krise notierten die Werte im höheren dreistelligen Bereich und signalisierten zeitweise ein im Mittel über viermal höheres Emittenterisiko. Die aktuellen CDS-Werte sind auf den Seiten des Deutschen Derivate Verbandes einsehbar: http://www.derivateverband.de/DEU/Transparenz/CreditSpreads

Was Anleger bei Ihren Abwägungen pro und kontra Zertifikate ebenfalls bedenken müssen: Sollte hierzulande in unmittelbarer Zukunft tatsächlich irgendwann selbst die Pleite einer bedeutenden Großbank wie der Deutschen Bank oder der Commerzbank nicht mehr zu verhindern sein, dann würden mit Sicherheit auch Aktien- und Fondsanleger schlagartig den Großteil ihres Einsatzes verlieren. Die Kursbeben an den Börsen wären in diesem Szenario verheerend.

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