Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

12.04.2015

15:29 Uhr

Musterdepots

Zeit der großen Übernahmen

Lange lief das Börsengeschehen ohne Fusionen und Großübernahmen ab. Doch vergangene Woche kam es gleich zu mehreren Megadeals. Depotstratege Hupfer erklärt, warum den Märkten weitere Hochzeiten bevorstehen könnten.

Daniel Hupfer

Daniel Hupfer

Die Zahl der großen und spektakulären Übernahmen hat zuletzt zugenommen: Jüngst gab beispielsweise Royal Dutch Shell bekannt, BG Group für 47 Milliarden Pfund zu übernehmen, und vollzog damit die erste große Übernahme in der Ölindustrie seit mehr als einer Dekade. Diese Übernahme steht exemplarisch für einen breiteren Trend.

So schätzt der US-Finanzdienstleister Dealogic, dass das globale M&A-Volumen (gemeint ist Mergers & Acquisition, also das Fusions- und Unternehmenszukaufgeschäft) im ersten Quartal 2015 ein Volumen von rund 887 Milliarden US-Dollar erreicht hat und damit um 23 Prozent höher liegt als im ersten Quartal 2014.

Daniel Hupfer

Der Anleger

Daniel Hupfer arbeitet für M.M.Warburg. "Wir präferieren die Direktanlage, das heißt im Wesentlichen kaufen wir Aktien und Anleihen, Fonds nur bei bestimmten Themen, wie China. Zertifikate grundsätzlich nicht", sagt er.

Die Strategie

Wir werden die "Handelsblatt"-Anlagestrategie offensiv ausrichten. Das bedeutet, unser Fokus liegt auf chancenorientierten Wertpapieren, wie beispielsweise Aktien. Aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase und eines enormen Anlagedrucks halten wir Aktien und Unternehmensanleihen nach wie vor für attraktiv. Zwar sind Aktien nicht mehr günstig bewertet. Aufgrund unseres positiven Konjunkturszenarios sollten aber die Unternehmensgewinne weiter steigen und sich damit die aktuellen Kurs-Gewinn-Verhältnisse wieder relativieren. Wir halten die Region Europa für am interessantesten. Hier gibt es am Aktienmarkt noch Aufholpotential. Der US-Aktienmarkt ist etwas höher bewertet, allerdings sehen wir auch hier noch Potential.


Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Wir rechnen damit, dass sich dieser Trend fortsetzt und 2015 noch weiter verstärken wird. In der Vergangenheiten konnte bei Merger Ankündigungen in der Regel kurzfristig ein erheblicher Kursanstieg bei den Aktien des Übernahmekandidaten beobachtet werden. Wir werden uns daher in der nächsten Zeit vermehrt darauf konzentrieren Aktien zu selektieren, die Charakteristiken klassischer Übernahmekandidaten aufweisen. Diese Unternehmen sind in der Regel nicht nur günstig, sondern weisen auch gleichzeitig eine hohe Bilanzqualität auf.

Betrachtet man Übernahmewellen in der Vergangenheit, gibt es zwei wichtige Gemeinsamkeiten: Der Beginn der Übernahmewelle fiel in eine Zeit der wirtschaftlichen Erholung, und alle Übernahmewellen waren grundsätzlich davon geprägt, dass ausreichend Kredit zu vernünftigen Konditionen für die Finanzierung der M&A-Aktivitäten verfügbar war.

Diese Charakteristika kennzeichnen unseres Erachtens auch die Übernahmewelle, die derzeit ins Rollen gerät. Insbesondere die Finanzierungskonditionen für große und mittelgroße Unternehmen sind im historischen Vergleich beispiellos günstig, dem Niedrigzinsumfeld sei Dank.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Jupp Zocker

13.04.2015, 10:19 Uhr

@Herr Kokologiannis

Schade, dass Aktien keinen Zuspruch bei Ihnen gefunden haben.

Sie schreiben immer von den tollen Instrumenten, die in Seitwärtsmärkten funktionieren. Wir haben aber spätestens seit QE keinen Seitwärtsmarkt mehr und inkl. dem schnell & kommentarlos aus dem Depot entfernten Reverse-Zertifikat auf den Dax laufen Sie gerade Gefahr, dass das dritte dieser "tollen Derivate" seine Barriere reisst. Das wären dann ca. 15.000 Euro bzw. 10-15% Verlust alleine nur mit den Reverse-Zertifikaten.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×