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11.04.2016

17:09 Uhr

Musterdepots

„Zinsen für Staatsanleihen werden sehr niedrig bleiben“

Die Europäische Zentralbank hat mit der Ausweitung des Anleihekaufprogramms ein ganz klares Signal gesetzt, sagt Anlageexperte Daniel Hupfer von M.M. Warburg.

Daniel Hupfer

Daniel Hupfer

Die Renditen der zehnjährigen Bundesanleihen notieren aktuell fast wieder auf ihrem Allzeit-Tief, das am 17. April 2015 im Tagesverlauf mit 0,05 Prozent erreicht wurde. Diese Entwicklung ist vor dem Hintergrund der seither noch expansiveren Geldpolitik der EZB, der nur sehr moderat restriktivere. Geldpolitik der US-Notenbank und der schwächelnden Weltwirtschaft gut nachzuvollziehen. Die EZB hat mit der Ausweitung des Kaufprogramms auf 80 Milliarden Euro pro Monat ein ganz klares Signal gesetzt, dass die Zinsen für Staatsanleihen der Euro-Zone auf längere Sicht sehr niedrig bleiben werden.

Daniel Hupfer

Der Anleger

Daniel Hupfer arbeitet für M.M.Warburg. "Wir präferieren die Direktanlage, das heißt im Wesentlichen kaufen wir Aktien und Anleihen, Fonds nur bei bestimmten Themen, wie China. Zertifikate grundsätzlich nicht", sagt er.

Die Strategie

Wir werden die "Handelsblatt"-Anlagestrategie offensiv ausrichten. Das bedeutet, unser Fokus liegt auf chancenorientierten Wertpapieren, wie beispielsweise Aktien. Aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase und eines enormen Anlagedrucks halten wir Aktien und Unternehmensanleihen nach wie vor für attraktiv. Zwar sind Aktien nicht mehr günstig bewertet. Aufgrund unseres positiven Konjunkturszenarios sollten aber die Unternehmensgewinne weiter steigen und sich damit die aktuellen Kurs-Gewinn-Verhältnisse wieder relativieren. Wir halten die Region Europa für am interessantesten. Hier gibt es am Aktienmarkt noch Aufholpotential. Der US-Aktienmarkt ist etwas höher bewertet, allerdings sehen wir auch hier noch Potential.


Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Das Nettoangebot an Staatsanleihen im April nach Tilgungen und Käufen der EZB wird bei etwa -100 Milliarden Euro liegen. Das geringste Volumen kommt mit knapp -40 Milliarden Euro aus Deutschland, gefolgt von Frankreich mit rund -20 Milliarden Euro und den Niederlanden sowie Italien mit rund -15 Milliarden Euro.

Im Mai und Juni wird das Nettoangebot in der Euro-Zone dann deutlich höher sein und nahe null liegen, ehe es dann im restlichen Jahresverlauf wieder in den negativen Bereich abrutscht und im monatlichen Durchschnitt bei circa -50 Milliarden Euro liegen wird.

Vor diesem Hintergrund ist es aus unserer Sicht sehr wahrscheinlich, dass Bundesanleihen mit zehnjähriger Restlaufzeit noch im April die Null-Prozent-Marke testen werden. Allerdings gehen wir nicht davon aus, dass dieser Test des negativen Territoriums nachhaltig ausfallen wird. Auf Basis eines wieder ansteigenden Nettoangebots – der schwächste Monat für Bundesanleihen in 2016 ist der April – und einer weiterhin positiven wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland lassen wir unsere Jahresendprognose für zehnjährige Bundesanleihen mit 0,50 Prozent unverändert.

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