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10.08.2015

20:34 Uhr

Musterdepots

Zu kurz gedacht

Wann läutet Janet Yellen die Zinswende ein? Nichts interessiert die Märkte derzeit brennender. Depot-Autor Daniel Hupfer erklärt, warum der Blick auf den Arbeitsmarkt zur Beantwortung dieser Frage allein nicht ausreicht.

Daniel Hupfer

Daniel Hupfer

Der vielbeachtete US-Arbeitsmarktbericht hat am Freitag vergangener Woche nicht die erhoffte Klarheit hinsichtlich einer Einschätzung der US-Geldpolitik gebracht. Die Beschäftigung ist im Juli um mehr als 200.000 Beschäftigte gestiegen, womit sich der moderate Aufwärtstrend am US-Arbeitsmarkt auch diesmal fortgesetzt hat. Problematisch an dieser Aussage ist allerdings die Tatsache, dass es sich bei diesen Zahlen nicht um eine Vollerhebung handelt.

Daniel Hupfer

Der Anleger

Daniel Hupfer arbeitet für M.M.Warburg. "Wir präferieren die Direktanlage, das heißt im Wesentlichen kaufen wir Aktien und Anleihen, Fonds nur bei bestimmten Themen, wie China. Zertifikate grundsätzlich nicht", sagt er.

Die Strategie

Wir werden die "Handelsblatt"-Anlagestrategie offensiv ausrichten. Das bedeutet, unser Fokus liegt auf chancenorientierten Wertpapieren, wie beispielsweise Aktien. Aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase und eines enormen Anlagedrucks halten wir Aktien und Unternehmensanleihen nach wie vor für attraktiv. Zwar sind Aktien nicht mehr günstig bewertet. Aufgrund unseres positiven Konjunkturszenarios sollten aber die Unternehmensgewinne weiter steigen und sich damit die aktuellen Kurs-Gewinn-Verhältnisse wieder relativieren. Wir halten die Region Europa für am interessantesten. Hier gibt es am Aktienmarkt noch Aufholpotential. Der US-Aktienmarkt ist etwas höher bewertet, allerdings sehen wir auch hier noch Potential.


Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Vielmehr basieren die Daten auf einer Stichprobe unter Unternehmen, deren Struktur als repräsentativ für die gesamte Wirtschaft erachtet wird. Da diese Daten mit einer erheblichen Unsicherheit behaftet sind, findet zur Plausibilitätskontrolle auch eine Erhebung bei Haushalten statt, in der zehntausende von US-Haushalten telefonisch über ihre Erwerbstätigkeit befragt werden. Errechnet man aus dieser Stichprobe die Entwicklung der US-Beschäftigung, ist die Anzahl der beschäftigten Personen in den letzten drei Monaten nur um 317.000 gestiegen.

Diese extreme Diskrepanz zwischen diesen beiden Zahlen macht deutlich, mit welcher Vorsicht die US-Arbeitsmarktdaten interpretiert werden müssen. Die US-Notenbank weiß sehr genau um die Schwäche dieser Statistiken und verwendet daher einen deutlich breiteren Datenkranz, um daraus Rückschlüsse für die Geldpolitik zu ziehen. Aber auch andere arbeitsmarktrelevante Daten weisen eher auf ein unauffälliges, moderat positives Gesamtbild hin.

So hat sich die Anzahl der Wochenarbeitsstunden kaum geändert, und die Löhne sind nur leicht angestiegen. Insgesamt lässt sich vor diesem Hintergrund eine Zinserhöhung im September rechtfertigen, wobei wir auch eine erste Erhöhung im Dezember nicht ausschließen wollen. Dies hängt nun primär davon ab, wie sich in den nächsten Wochen andere wichtige Konjunkturdaten entwickeln.

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