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03.12.2015

20:14 Uhr

Musterdepots

„Zuwächse bei Aktien werden geringer“

Die Weltwirtschaft ist in diesem Jahr gerade einmal drei Prozent gewachsen. Dynamik fehlt. Autor Daniel Hupfer sieht daher die Gewinnmöglichkeiten am Aktienmarkt schwinden. Warum er dennoch an der Anlageklasse festhält.

Daniel Hupfer

Daniel Hupfer

In den letzten Tagen eines Jahres werden die Bewegungen an den Kapitalmärkten normalerweise ruhiger und die Anleger konzentrieren sich auf den Ausblick für das kommende Jahr. Die Notenbanksitzung der EZB und die der Fed in der kommenden Woche sorgen jedoch noch einmal für einige turbulente Stunden. Aus volkswirtschaftlicher Sicht wird sich der globale moderate Aufschwung im kommenden Jahr weiter fortsetzen. In diesem Jahr ist es der Weltwirtschaft nicht gelungen, eine stärkere konjunkturelle Dynamik als in den Vorjahren zu entfalten. Das globale Wachstum beläuft sich 2015 auf kaum mehr als drei Prozent.

Daniel Hupfer

Der Anleger

Daniel Hupfer arbeitet für M.M.Warburg. "Wir präferieren die Direktanlage, das heißt im Wesentlichen kaufen wir Aktien und Anleihen, Fonds nur bei bestimmten Themen, wie China. Zertifikate grundsätzlich nicht", sagt er.

Die Strategie

Wir werden die "Handelsblatt"-Anlagestrategie offensiv ausrichten. Das bedeutet, unser Fokus liegt auf chancenorientierten Wertpapieren, wie beispielsweise Aktien. Aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase und eines enormen Anlagedrucks halten wir Aktien und Unternehmensanleihen nach wie vor für attraktiv. Zwar sind Aktien nicht mehr günstig bewertet. Aufgrund unseres positiven Konjunkturszenarios sollten aber die Unternehmensgewinne weiter steigen und sich damit die aktuellen Kurs-Gewinn-Verhältnisse wieder relativieren. Wir halten die Region Europa für am interessantesten. Hier gibt es am Aktienmarkt noch Aufholpotential. Der US-Aktienmarkt ist etwas höher bewertet, allerdings sehen wir auch hier noch Potential.


Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Damit fällt es sogar noch etwas schwächer aus als in den beiden Vorjahren, als Zuwachsraten von 3,4 Prozent erreicht wurden. Ausschlaggebend hierfür waren einmal mehr die Schwellenländer. Deren Wachstum hat sich in diesem Jahr auf rund vier Prozent verlangsamt im Vergleich zu Wachstumsraten von 7,5 Prozent nach der Finanzkrise. Vor allem in zwei der sogenannten BRIC-Länder lief die Konjunktur 2015 überhaupt nicht rund: in Brasilien und in Russland. Beide Länder litten und leiden unter ähnlichen Problemen. Zum einen belastet der starke Preisrückgang bei den Rohstoffen, weil dadurch die Einnahmen der heimischen Unternehmen und der Staatshaushalte deutlich gesunken sind. Zum anderen wirken sich in Russland und in Brasilien aber auch hausgemachte Problemen negativ auf die Wirtschaft aus.

Für das Portfolio bedeuten diese Wachstumsprognosen, dass sich die Zuwachsraten am Aktienmarkt etwas verringern; Aktien dürften aber unter erhöhter Volatilität eine attraktivere Assetklasse als die Anleihen bleiben. Bei Anleihen werden sich die Ergebnisse eher durch die laufende Verzinsung generieren, wir rechnen nicht mit signifikanten Kursgewinnen. Wir sehen somit auch keine Erfordernis eine neue Strategie nach dem Jahreswechsel zu präsentieren, da sich die grundsätzlichen Rahmenbedingen nicht durch einen Datumswechsel verändern und wir bereits in diesem Jahr das Depot entsprechend ausgerichtet haben.

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