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06.03.2016

16:30 Uhr

Musterdepots

Zwickmühle Zinswende

Dass Mario Draghi früher oder später die Zügel weiter lockern wird, gilt als ausgemachte Sache. Anders die Lage in den USA. Dort befindet sich die Fed in einem Dilemma, das an die Zeiten vor der Zinswende erinnert.

Georgios Kokologiannis Pablo Castagnola

Georgios Kokologiannis

Maßgeblich beeinflussen werden die Entwicklung an den Anlagemärkten bis Mitte dieses Monats Notenbankentscheidungen in Europa und den USA. Doch während aus den Reihen der Europäischen Zentralbank zunehmend eine weitere geldpolitische Lockerung auf der nächsten Ratssitzung am 10. März signalisiert wird, ist die Lage in Übersee weniger klar.

Georgios Kokologiannis

Der Redakteur

Mit Geldanlagethemen beschäftigt sich der Diplom-Kaufmann beim Handelsblatt seit über 16 Jahren - davor bereits während seines Studiums der Betriebswirtschaftslehre und beim Finanzconsulting einer Unternehmensberatung.

Twitter: @kokologiannis

Die Strategie

"Mein Ziel ist es, eine durchschnittliche Rendite von sechs bis acht Prozent per annum zu erreichen – und das möglichst nervenschonend. Zwei Kernbestandteilen meiner Strategie: Erstens der Einsatz von Anlagezertifikaten und anderen Derivaten, mit denen sich zum einen Depotpositionen absichern lassen und die es zum anderen ermöglichen, auch von schwierigen Phasen an den Aktien- und Rohstoffmärkten zu profitieren. Zweitens arbeite ich bei risikoreicheren Engagements mit Stopp-Loss-Marken - das soll dazu beitragen, dass ich nicht zu lange an Fehlinvestitionen festhalte."

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Auch nach den jüngsten Konjunkturdaten aus der größten Volkswirtschaft der Welt steckt die US-Notenbank Fed weiter in der Zwickmühle. Die am Freitag veröffentlichten extrem positiven Jobzahlen bestätigen erneut, dass die Fed ihr Ziel Vollbeschäftigung de facto erreicht hat. Das spricht also dafür, dass die Währungshüter den Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik eigentlich beschleunigen und die Leitzinsen weiter anheben müssten.

Hintergrund: Der US-Arbeitsmarkt boomt inzwischen noch stärker als von Experten prognostiziert worden ist. Die Zahl der neuen Stellen stieg im Februar um 242.000. Ökonomen hatten lediglich mit 190.000 gerechnet. Zugleich wurde der Vormonatswert um 21.000 auf 172.000 Stellen nach oben revidiert. Die Arbeitslosigkeit liegt bei nur 4,9 Prozent.

Doch der wirtschaftliche Aufschwung hat auch seine Kehrseiten: Die Aussicht auf eine zukünftig weniger expansive Geldpolitik hat dem Dollar bereits deutlich erstarken lassen. Langfristig droht das den Konjunkturboom wieder vorzeitig abzuwürgen, weil sich der Verkauf von US-Produkten im Ausland verteuert. Schon jetzt leiden die Ausführen unübersehbar: So haben die US-Exporteure im Januar so wenig verkauft wie zuletzt im November 2010. Die Exporte rutschten um mehr als drei Prozent ab auf rund 117 Milliarden Dollar.

Sollten die Fed auf ihrem nächsten Ratstreffen Mitte März die Leizinsen erhöhen und den Dollar damit weiter stärken, würde das den Abwärtstrend bei den Verkäufen der US-Unternehmen noch verschärfen. Ich gehen daher davon aus, dass sich bis dahin am Markt die Meinung durchsetzen wird, dass eine „richtige“ Leitzinswende in diesem Jahr nicht mehr vollzogen wird. Auf absehbare Zeit dürfte es bei der eher symbolischen Leitzinsanhebung vom vergangenen Dezember bleiben.

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