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29.03.2017

08:58 Uhr

Nach Beschwerden

EZB besetzt Brüsseler Büroleitung neu

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat nach Beschwerden von Mitarbeitern über undurchsichtige Beförderungen die Leitung ihres Brüsseler Büros neu vergeben. Weitere vier Ernennungen wurden aufgehoben.

Die Zentralbank ordnet ihre Brüsseler Vertretung neu. dpa

EZB in Frankfurt am Main

Die Zentralbank ordnet ihre Brüsseler Vertretung neu.

FrankfurtDie Europäische Zentralbank hat eine Reihe an Umbenennungen in der Leitung des Brüsseler Büros vorgenommen. Dies zeigen interne Dokumente, die die Nachrichtenagentur Reuters einsehen konnte. Das EZB-Direktorium ernannte danach Boris Kisselevsky, einen Manager aus der Kommunikationsabteilung, zum neuen Leiter in Brüssel. Die Ernennung sei das Ergebnis eines neuen Einstellungsverfahrens, heißt es in einem internen Papier.

Der Brüsseler Job war neu ausgeschrieben worden. Das EZB-Direktorium wollte ursprünglich Stephane Rottier, einen ehemaligen Berater von EZB-Chefvolkswirt Peter Praet, auf diese Position hieven. Doch dessen Berufung wurde im Oktober zurückgenommen. Die Mitarbeitervertretung hatte sich beschwert, dass die Ernennung auf eine Position mit höherem Gehalt ohne dafür korrekte Ausschreibung und Berufungsverfahren erfolgt sei.

Best of Mario Draghi

3.11.2011

„Wir werden von niemandem gedrängt. Wir sind unabhängig. Wir bilden uns unsere eigene Meinung. Das ist es.“

(Draghi bei seiner ersten Pressekonferenz nach seinem Amtsantritt am 3.11.2011 in Frankfurt)

26.7.2012

„Die EZB ist bereit, im Rahmen ihres Mandats alles zu tun, was nötig ist, um den Euro zu retten. Und glauben Sie mir: Es wird genug sein.“

(Draghi am 26.7.2012 in London)

3.4.2014

„Der EZB-Rat ist sich einig, dass die EZB gegebenenfalls auch weitere unkonventionelle Maßnahmen im Rahmen ihres Mandats einsetzen wird, um die Risiken einer zu langen Periode niedriger Inflationsraten in den Griff zu bekommen.“

(Draghi nach der Sitzung des EZB-Rates am 3.4.2014 in Frankfurt)

26.5.2014

„Wir werden nicht zulassen, dass die Inflation zu lange auf zu niedrigem Niveau bleibt.“

(Draghi am 26.5.2014 bei einer EZB-Konferenz im portugiesischen Sintra)

5.6.2014

„Das ist ein bedeutendes Maßnahmenpaket. Sind wir schon am Ende? Nein. Wir sind hiermit nicht am Ende, solange wir uns im Rahmen unseres Mandates bewegen.“

(Draghi am 5.6.2014 in Frankfurt nachdem die Notenbank ein ganzes Bündel von Maßnahmen gegen Mini-Inflation und Konjunkturschwäche im Euroraum beschlossen hat)

4.9.2014

„Wir mussten etwas tun, das ist unsere Pflicht.“

(Draghi am 4.9.2014 in Frankfurt zum EZB-Beschluss, Kreditverbriefungen und Pfandbriefe zu kaufen)

22.1.2015

„Ich könnte ein paar Witze dazu erzählen. Aber ich lese einfach noch mal das Eingangsstatement vor. Denn das ist alles, was wir heute sagen können. Und ich vermeide Witze in dieser Sache lieber.“

(Draghi am 22.1.2015 auf die Frage eines Journalisten: „War's das jetzt? War's das - oder können die Leute erwarten, dass die Geldpolitik demnächst noch verschärft wird?“)

3.9.2015

„Wir haben den Willen und die Fähigkeit zu reagieren, falls dies notwendig ist.“

(Draghi am 3.9.2015 zu einer möglichen Ausweitung des Anleihenkaufprogramms)

9.3.2017

„Unsere Geldpolitik war erfolgreich.“

(Draghi am 9.3.2017 zum Anstieg der Inflation auf zwei Prozent)

9.3.2017

„Es gibt nicht mehr das Gefühl, dass das Risiko einer Deflation drängend ist.“

(Draghi am 9.3.2017 zum Erfolg seiner expansiven Geldpolitik)

Das EZB-Direktorium annullierte zudem vier Ernennungen in der Personalabteilung der Notenbank. Die EZB habe die Korrektheit des Auswahlverfahrens neu bewertet – Verfahrensfehler seien festgestellt worden, hieß es in einem Memo. Ein EZB-Sprecher sagte dazu, die Entscheidung zeige, dass das interne Beschwerdeverfahren der Notenbank funktioniere.

Erst am Dienstag hatte die Nichtregierungsorganisation Transparency International von der Notenbank größere Transparenz und eine stärkere Kontrolle der Institution gefordert. Eine Mitarbeiterumfrage hatte 2015 ergeben, dass 65 Prozent der EZB-Beschäftigten Beziehungen als wichtigsten Faktor für eine Karriere in der Zentralbank betrachten.

Von

rtr

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