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08.02.2016

19:08 Uhr

Nach dem Dax-Crash

Sind Aktien noch alternativlos?

VonJürgen Röder

Der erneute drastische Dax-Einbruch am heutigen Handelstag weckt Erinnerungen an die früheren, jahrelang andauernden Bärenmärkte. Wird es dazu kommen? Oder ist das düstere Szenario bald zu Ende? Eine Einordnung.

Nach unten zeigt im Handelssaal der Börse die Dax-Kurve. Der Dax ist zum ersten Mal seit rund anderthalb Jahren wieder unter die Marke von 9000 Punkten gefallen. dpa

Dax-Chart

Nach unten zeigt im Handelssaal der Börse die Dax-Kurve. Der Dax ist zum ersten Mal seit rund anderthalb Jahren wieder unter die Marke von 9000 Punkten gefallen.

Knapp 30 Prozent hat der deutsche Leitindex Dax seit seinen Höchstständen im April 2015 verloren. Mehr als 16 Prozent seit Jahresanfang. Und heute schließt der Index sogar unter die Marke von 9000 Punkten. Ein Grund für Anleger, sich ans das Szenario von 2001 zu erinnern.

Damals verlor der Deutsche Leitindex mehr als 50 Prozent. Und es dauerte sieben Jahre, bis das Börsenbarometer wieder den Stand aus dem Jahr 2000 erreichte. Doch das wird sich nicht wiederholen.

So legen die Deutschen an

Sparbuch und Tagesgeld über alles

Deutsche Anleger bleiben ihrem Sparbuch sowie dem Tagesgeldkonto treu (77,3 Prozent) – und das obwohl zwei von drei Befragten davon ausgehen, dass das niedrige Zinsniveau in Europa noch mindestens drei bis fünf Jahre anhalten wird (65,4 Prozent). Auf dem zweiten Platz folgen Aktien bzw. Aktienfonds, in die 26,1 Prozent der Befragten investiert sind. Immobilien- oder Immobilienfondsanlagen halten 19,1 Prozent, Anleihen oder Rentenfonds 12,4 Prozent der Anleger. 9,5 Prozent der Befragten haben derzeit kein Geld in einer der genannten Anlageformen investiert.

 

Quelle: Goldman Sachs Asset Management/TNS Infratest (Oktober 2015)

Sicherheit ist Trumpf

Sicherheit bleibt unverändert das wichtigste Kriterium bei der Entscheidung über die eigene Geldanlage (61,8 Prozent). Die ständige Verfügbarkeit des Geldes ist 29,4 Prozent der Anleger am wichtigsten, eine hohe Rendite nannten lediglich 6,8 Prozent der Befragten als wichtigstes Kriterium.

Wirtschaftliche Krisen als größtes Risiko

Als größte Risiken für ihre Geldanlage sehen private Investoren wirtschaftliche Krisen (42,9 Prozent). Mit deutlichem Abstand folgen Inflation und politischen Krisen (22,1 Prozent bzw. 15,6 Prozent). Staatsverschuldung und Deflation spielen, wie im vergangenen Jahr, eine vergleichsweise untergeordnete Rolle.

Frustrierte Sparer, zufriedene Aktionäre

60,4 Prozent der Anleger, die ein Sparbuch oder Tagesgeldkonto haben, sind eher unzufrieden oder sogar äußerst unzufrieden mit ihrer Geldanlage. Mit ihren Erträgen bei Aktien/Aktienfonds, die gerade im aktuellen Niedrigzinsumfeld bessere Renditen versprechen, sind 69,2 Prozent sehr zufrieden oder eher zufrieden, mit Anleihen/Rentenfonds 62,7 Prozent. Am zufriedensten sind Immobilien- bzw. Immobilienfondsanleger mit ihren Erträgen: Hier geben über drei Viertel der Anleger an, sehr zufrieden oder eher zufrieden zu sein (78,4 Prozent).

Auch während der Finanzkrise in den Jahren 2007 bis 2009 verlor der Dax rasant rund 40 Prozent, als nach der Pleite der US-Bank Lehman Brother viele andere Kreditinstitute ins Wanken gerieten. Doch vergleichen kann man diese beiden Börsensituationen nicht mit der aktuellen Lage.

Natürlich gibt es einige Gründe, die für weiter fallende Aktienkurse sprechen: So wie in den vorherigen Bärenmärkten sind die Gewinnaussichten der Unternehmen unsicher. Auch das Fusionsfieber der Unternehmen sieht aufgebläht aus. Und die Sorgen über die weitere Entwicklung der US-Wirtschaft sind berechtigt.

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Börsenguru Felix Zulauf glaubt, dass den Finanzmärkten ein globales Debakel bevorsteht. Der Auslöser: China. Analysten und Anleger seien völlig unvorbereitet. Und es blieben nur wenige Zufluchtsorte.

Das Hauptargument: Durch den Verfall des Ölpreises kommen US-Frackingunternehmen unter Druck, die sich zu hohen Zinsen verschuldet haben. Viele Banken haben größere Engagements in diesem Bereich – unter anderem die Deutsche Bank. Dies ist ein wichtiger Grund, warum die Kurse der europäischen Banken in den vergangenen Wochen so tief gefallen sind. Spätestens dann, wenn die Ölpreise wieder steigen, werden auch die Kurse der Bankaktien wieder anziehen.

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