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17.01.2012

16:34 Uhr

Nach dem Downgrade

Rettungsfonds vor schwierigen Wochen

VonJan Mallien

Bei der Stabilisierung der Eurozone kommt dem Rettungsfonds EFSF eine Schlüsselrolle zu. Doch das Konstrukt ist durch die Herabstufung seines Ratings noch wackeliger geworden. Vor dem EFSF liegen schwierige Wochen.

Eine Fotoillustration zum Wort "EFSF". dapd

Eine Fotoillustration zum Wort "EFSF".

DüsseldorfPolitik und Märkte haben auf die Herabstufung des europäischen Rettungsfonds EFSF gelassen reagiert. Eine Auktion von Geldmarktpapieren des EFSF mit sechsmonatiger Laufzeit war am Dienstag stark überzeichnet und spülte 1,5 Milliarden Euro in die Kassen des Rettungsfonds. Zwar haben solche Geldmarktauktionen noch keine große Aussagekraft, dennoch erwarten Experten, dass sich die Herunterstufung nicht merklich auf die Refinanzierungskosten für den EFSF auswirkt. „Die Märkte haben die Herabstufung des EFSF schon eingepreist. In den vergangenen Monaten sind die Aufschläge der EFSF-Anleihen schon parallel zu den Aufschlägen für französische Anleihen gestiegen,“ sagt Rainer Guntermann, Analyst von der Commerzbank.

Auch der deutsche Chef des europäischen Rettungsfonds EFSF, Klaus Regling, gab sich betont gelassen. „Der EFSF hat genug Mittel, um seine Verpflichtungen unter den laufenden und potenziellen künftigen Anpassungsprogrammen zu erfüllen, bis der ESM seine Arbeit im Juli 2012 aufnimmt,“ sagte er nach der Abstufung des EFSF durch S&P. Die Gelassenheit von Regling könnte jedoch schon bald auf die Probe gestellt werden, denn dem Rettungsfonds stehen schwierige Wochen bevor.

So bewertet S&P die Euro-Länder

Belgien

Aktuelles Rating: AA

Ausblick: negativ

Deutschland

Aktuelles Rating: AAA

Ausblick: stabil

Estland

Aktuelles Rating: AA-

Ausblick: negativ

Finnland

Aktuelles Rating: AAA

Ausblick: negativ

Frankreich

Aktuelles Rating: AA+

Ausblick: negativ

Irland

Aktuelles Rating: BBB+

Ausblick: negativ

Italien

Aktuelles Rating: BBB+

Ausblick: negativ

Luxemburg

Aktuelles Rating: AAA

Ausblick: negativ

Malta

Aktuelles Rating: A-

Ausblick: negativ

Niederlande

Aktuelles Rating: AAA

Ausblick: negativ

Österreich

Aktuelles Rating: AA+

Ausblick: negativ

Portugal

Aktuelles Rating: BB

Ausblick: negativ

Slowakei

Aktuelles Rating: A

Ausblick: stabil

Slowenien

Aktuelles Rating: A+

Ausblick: negativ

Spanien

Aktuelles Rating: A

Ausblick: negativ

Zypern

Aktuelles Rating: BB+

Ausblick: negativ

Zunächst müssen sich die Euro-Staaten nun entscheiden, wie sie mit der Herabstufung des Rettungsfonds umgehen. Bislang galt es als ausgemacht, dass der EFSF Kredite bis zu einem Volumen von 440 Milliarden Euro an Euro-Krisenstaaten vergeben kann. Zwar stehen dem Rettungsfonds Garantien der Euro-Länder in Höhe von 780 Milliarden Euro zur Verfügung. Davon sollten jedoch ursprünglich nur die Garantien der Euro-Länder mit Top-Bonität angetastet werden. Diese beliefen sich bis zur Herunterstufung Frankreichs und Österreichs auf 440 Milliarden Euro. Da sich Frankreichs Garantien für den EFSF auf 158,5 Milliarden Euro belaufen und die von Österreich auf 21,6 Milliarden Euro würde bei einem Festhalten an diesem Grundsatz das effektive Volumen des Fonds auf 260 Milliarden Euro schrumpfen.

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