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09.01.2012

21:11 Uhr

Nach Rücktritt bei der SNB

Ein Job für Joe?

Der Präsident der Schweizerischen Nationalbank (SNB), Philipp Hildebrand, ist mit sofortiger Wirkung zurückgetreten. Er zog damit die Konsequenz aus umstrittenen Devisengeschäften. Eine offene Stelle für Josef Ackermann?

Notenbankpräsident Philipp Hildebrand legt sein Amt nieder. AFP

Notenbankpräsident Philipp Hildebrand legt sein Amt nieder.

Bern/DüsseldorfDer Kauf von rund 500.000 Dollar über ein privates Familienkonto kurz vor einer wichtigen geldpolitischen Entscheidung der Notenbank ist Präsident Philipp Hildebrand zum Verhängnis geworden. Nach wochenlanger Diskussion erklärte er am Montagnachmittag seinen sofortigen Rücktritt. Die Leitung der Schweizerischen Nationalbank sollte kommissarisch durch seinen Stellvertreter Thomas Jordan übernommen werden, sagte Hildebrand. Letztlich wird das Parlament in Bern bestimmen, wer Hildebrand folgt.

In Frankfurt wird der Rücktritt Hildebrands und die einsetzende Diskussion um seine Nachfolge allerdings bereits schon jetzt aufmerksam verfolgt. Der Grund: Der Schweizer Josef Ackermann, noch Vorstandschef der Deutschen Bank, aber ab Mai ohne Aufgabe bei seinem jetzigen Arbeitgeber, könnte ein möglicher Kandidat sein. Vertraute aus Ackermanns Umgebung beschwichtigten allerdings: Es sei noch zu früh, um an so etwas überhaupt zu denken. Immerhin: Ackermann hat sich in den vergangenen Wochen mehr als Staatsmann, denn als Unternehmenschef präsentiert. Die Aufgabe in der Schweiz könnte nach seinem Geschmack sein. Und dann gibt es auch ähnlich verlaufende Karrieren wie die von Axel Weber. Der ehemalige Bundesbankpräsident beschreitet den Weg andersherum und wird im Frühjahr Verwaltungsratschef der Schweizer Großbank UBS.

Hildebrand begründete seinen Rücktritt damit, dass er keinen abschließenden Beweis habe erbringen können, eine umstrittene Devisentransaktion Mitte August nicht selbst getätigt zu haben. Vielmehr habe seine Frau Kashya ohne sein Wissen gehandelt, sagte der Notenbankpräsident am Montagnachmittag während einer Pressekonferenz in Bern. Er gebe sein „Ehrenwort“, dass nicht er den Auftrag zum Kauf der Dollar gegeben habe. Dennoch trete er mit sofortiger Wirkung zurück, da ein Notenbankchef auf absolute Glaubwürdigkeit angewiesen sei.

In SNB-Kreisen heißt es, dass die jetzt bekannt gewordenen Dokumente den Rückhalt für Hildebrand im Aufsichtsorgen Bankrat am Wochenende bröckeln ließen. Der Rücktritt scheint damit nicht ganz so freiwillig, wie es offiziell kolportiert wird.

Hildebrand ließ am Abend den Schriftverkehr zwischen dem Ehepaar Hildebrand und ihrem Berater Felix S. von der Bank Sarasin ins Netz stellen. Darin findet sich auch eine Gesprächsnotiz des Bank-Beraters vom 15. August, die in der Tat neue Zweifel nährt. Denn im dem Punkt C der Notiz schreibt der Berater, dass Hildebrand ihn selbst angewiesen habe, "die Erhöhung des US-Dollar-Exposures in Erwägung zu ziehen, aber er würde seiner Frau Kashya die Entscheidung überlassen."

Kommentare (6)

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Account gelöscht!

09.01.2012, 17:24 Uhr

Seit wann gibt es wieder Sippenhaft? mondahu würde sich schön bedanken, wenn er für Geschäfte seiner Frau haftbar gemacht würde.
Im übrigen gibt es viele Gründe für einen Rücktritt ("... wirft hin"), die nicht an die große Glocke gehängt werden. Es könnte gut sein, daß Herr Hildebrand einfach vermeiden wollte, wie Herr Wulff durch den Dreck gezogen zu werden.
Er war ein trotz allem ein fähiger Präsident der SNB, und jetzt macht sein unzeitiger Abgang eingen Leuten gewaltig Kopfweh.

Kea

09.01.2012, 18:22 Uhr

Und den Hilde setzen wir an die Spitze der deutschen Bank-AG (Deutsche Bank-AG!). Josef Meinrad würde dazu lakonisch sagen: Mein Rad Ackerman läuft doch am besten! "Mein lieber Josef!", kann ich davor nur warnen.

refillbrain

09.01.2012, 18:51 Uhr

Wenn man nichts anderes weiß, ist alles einfach Verschwörung. Der SNB-Präsident offenbarte doch in schweizerlich-ehrlicher Manier den familär-nahen, geschäftlich verquickten Grund! Diese saublöden Füllkommentare und ihre Anhänge hier!!!

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