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12.09.2011

14:52 Uhr

Nach Stark-Rücktritt

EZB gibt Asmussen den kleinen Ritterschlag

Die EZB schließt die Reihen: Der Vizechef lobt den designierten Chefökonomen Asmussen, auch andere Länder stützen den Deutschen. Und Zentralbankchef Trichet sieht die Glaubwürdigkeit der Notenbank nicht in Gefahr.

Momente der Ruhe wird es für Jörg Asmussen künftig wohl noch seltener geben. dapd

Momente der Ruhe wird es für Jörg Asmussen künftig wohl noch seltener geben.

BaselFinanzstaatssekretär Jörg Asmussen ist aus Sicht der EZB als künftiger Chefvolkswirt der Zentralbank geeignet. Asmussen sollte in der Lage sein, das Amt auszufüllen, sagte EZB-Vizepräsident Vitor Constancio am Montag am Rande des Notenbanker-Treffens am Sitz der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) in Basel. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hatte Asmussen kurz nach der überraschenden Rücktrittsankündigung von EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark am Freitag für den Direktoriumsposten vorgeschlagen. Er bedauere den Abgang Starks, fügte Constancio hinzu.

Grund für den Stark-Rücktritt waren die umstrittenen Aufkäufe von Staatsanleihen von verschuldeten Euro-Staaten wie Italien, Spanien und Griechenland durch die Europäische Zentralbank (EZB), wie aus Kreisen verlautete, die mit Starks Beweggründen vertraut sind. Die Finanzmärkte erwarten mit Spannung, wie sich Asmussen zu diesen Anleihekäufen stellen wird.

EZB-Präsident Jean-Claude Trichet wollte sich zu Personalfragen nicht äußern, sieht aber die Glaubwürdigkeit der Zentralbank nicht durch den Verlust des Chefvolkswirts beschädigt. „Wir haben ein hohes Level an Glaubwürdigkeit, das wir unter allen Umständen bewahren“, sagte Trichet, der in Basel nach einem Treffen internationaler Notenbanker im Global Economy Meeting vor die Presse trat. „Wir halten uns strikt an die Verträge und das in schwierigen Zeiten“, betonte Trichet.

Beobachter werten Starks Rückzug als schweren Schlag für die Glaubwürdigkeit der EZB. Denn er ist schon der zweite deutsche Notenbanker, der offenbar im Streit wegen der Anleihe-Aufkäufe der EZB das Handtuch warf. Zuvor hatte Bundesbank-Präsident Axel Weber seinen Hut genommen. Die EZB hatte in der Krise zuletzt Anleihen Italiens im Milliardenvolumen aufgekauft, um die Marktzinsen für Italien auf ein erträgliches Niveau zu halten. Kritiker halten dies für eine versteckte Finanzhilfe der EZB für Krisenstaaten, die Inflationsgefahren heraufbeschwört.

Mit diesen Problemen muss sich nun Asmussen herumschlagen, der auch schon aus dem Nachbarland Rückendeckung erhielt: Die Niederlande unterstützen seine Kandidatur als Nachfolger des scheidenden EZB-Chefvolkswirts Jürgen Stark. Das teilte der niederländische Finanzminister Jan Kees de Jager am Sonntag mit. Asmussen sei erfahren auf dem Feld der Finanzwirtschaft und kenne die Eurozone und ihre Akteure in- und auswendig. „Die niederländische Regierung hatte immer eine ausgezeichnete Arbeitsbeziehung mit Herrn Asmussen, und wir vertrauen darauf, dass er die Arbeit von Herrn Stark fortsetzen wird“, erklärte de Jager.

Kommentare (10)

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12.09.2011, 16:05 Uhr

Glaubwürdigkeit?? Welche Glaubwürdigkeit?
Euro wird Weichwährung ohne Ende. Und die Deutschen schauen zu. Klasse. Belogen und getäuscht in allergrößtem Ausmaß.
Bald alles Geschichte. Freu mich sehr darauf!

Paradox

12.09.2011, 16:05 Uhr

Das neue Motto der EZB:
Ist der Ruf erst ruiniert, Lebt es sich ganz ungeniert.

Lügen haben kurze Beine:
Demgemäß laufen bei der EZB nur noch Zwerge umher. EZB ist Zwergenland!

Account gelöscht!

12.09.2011, 16:08 Uhr

Jörg Asmussen hat sich doch schon vor Jahren um die IKB verdient gemacht, als er sich dafür einsetze die Schrottpapiere zu kaufen und unter Schröder/Eichel war ein glühender Verfechter der Deregulierung, die später mit zum Auslöser der Krise wurde !

Er ist ein lupenreiner Keynesianer und wird beim Gelddrucken gasgeben.

Bald hat dann Trichet die passenden Abnicker um sich.

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