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08.02.2013

11:23 Uhr

Nachgerechnet

So lukrativ kann ein langweiliges Depot sein

VonGertrud Hussla

Mit einem ausgewogenen Depot hätten es Anleger bestens durch die Finanzkrise geschafft: Eine ansehnliche Aktienquote und konservative Anleihen machen es möglich. Bei dieser Rendite wären viele Fondsmanager neidisch.

Nachgerechnet: Lukrative Streuung in langweiligem Depot

Interviews: Nachgerechnet: Lukrative Streuung in langweiligem Depot

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DüsseldorfIn dieser Kolumne habe ich Sie ja schon oft vor den Risiken von Finanzanlagen gewarnt, ob es Aktienanleihen, fondsgebundene Rürup-Renten oder Bäume in Costa Rica sind. Doch was tun? Wenn Sie Ihr Geld einfach so herumliegen lassen, ist es irgendwann nur noch die Hälfte wert. Es gibt immer wieder den Rat, das Depot vernünftig zu streuen. Von jedem etwas zu haben. Auch Aktien. Doch ist das nicht zu gefährlich?

Wir haben einmal die Wertentwicklung eines eher langweiligen, ausgewogenen Depots nachgerechnet, durch die ganze Finanzkrise hindurch. Start am 1.1. 2007, noch vor der Lehmann-Pleite.
100.000 Euro wären zu 33 Prozent in Aktien geflossen: Dafür haben wir einen börsengehandelten Indexfonds von DBX-Trackers gewählt, der den breiten europäischen MSCI Europe abbildet (WKN:DBX1ME). Da sind sogar Aktien aus Ländern wie Griechenland mit drin.

Was 2012 aus 1.000 Euro wurde

Zypriotische Aktien (CSE)

407 Euro

Öl (WTI)

899 Euro

Spanische Aktien (Ibex)

968 Euro

Chinesische Aktien (Shanghai Composite)

989 Euro

Sparbuch (Durchschnitt)

1005 Euro

Tagesgeld (Durchschnitt)

1014 Euro

US-Staatsanleihen

1029 Euro

Gold

1034 Euro

Bundesanleihen

1038 Euro

Dow Jones

1049 Euro

Silber

1052 Euro

Nikkei 225

1069 Euro

EuroStoxx 50

1149 Euro

Schweizerische Aktien (SMI)

1167 Euro

Italienische Staatsanleihen

1203 Euro

Euro-Unternehmensanleihen (Non-Investment-Grade)

1242 Euro

Irische Staatsanleihen

1297 Euro

Dax

1299 Euro

Griechische Aktien (ASE)

1342 Euro

Griechische Staatsanleihen (inkl. Schuldenschnitt, ohne Rückkauf)

1452 Euro

Türkische Aktien (ISE 100)

1576 Euro

Venezolanische Aktien (IBC)

2882 Euro

Weitere 33 Prozent wären in erzkonservative Bundesanleihen investiert worden. Der Einfachheit halber abgebildet über einen Fonds von I-Shares, der die Entwicklung des Anleiheindex Rex samt Zinsen widerspiegelt (WKN 628946).

Ein Sechstel, also 16,66 Prozent wären in Festgeld – nach Daten der Finanzberatung FMH zu jeweiligen Durchschnittszinsen - angelegt worden. Etwa zehn Prozent wären in Goldmünzen investiert worden, zu Preisen des großen Goldhändlers Pro Aurum. Und den Rest hätten wir als Notgroschen in Tagesgeld angelegt.

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Der Aktienfonds wäre 2008 kräftig nach unten gerasselt. Minus 48 Prozent. Doch während der Krise flüchteten viele in Bundesanleihen. Das hat die Kurse der deutschen Staatsbonds nach oben getrieben und über die sechs Jahre eine Wertsteigerung von über 35 Prozent gebracht. Und die Goldmünzen haben sich in dieser Zeit im Preis mehr als verdoppelt.

Kommentare (9)

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whisky

08.02.2013, 13:16 Uhr

Der Observer hat Börsen-“Experten” gegen Studenten antreten lassen – und eine Katze. Wie fast zu erwarten war, war der Gewinn der Katze nach einem Jahr dreimal so hoch wie der der „Profis“.
http://www.nachdenkseiten.de/?p=16106#h17
50 Prozent des Finanzmarktgeschehens sei nichts als Psychologie, sagen kritische Beobachter. Hirnforscher belegen inzwischen in Experimenten: Ängste, Selbstüberschätzung und Hormone mischen kräftig mit, wenn Millionensummen über den Globus bewegt werden.
http://www.swr.de/swr2/wissen/boersianer/-/id=661224/nid=661224/did=10922346/12behc5/index.html

chrizzz

08.02.2013, 14:06 Uhr

"Besser als so mancher Fondsmanager..."? Ich denke eher: "Besser, als fast alle Fondsmanager"!

efpe

08.02.2013, 14:24 Uhr

Experimente und Track Records von vorne nach hinten angelegt, sind vollkommen wertlos.

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