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13.08.2011

12:05 Uhr

Nebenwerte

Konsumgüterbranche zeigt keine Schwäche

VonChristian Schnell

Unternehmen aus besonders konjunktursensiblen Branchen hatten es jüngst an der Börse nicht leicht. Im Gegensatz dazu mussten Anleger die ihr Geld in der Konsumgüterbranche investierten minimale Verluste verkraften.

Passanten laufen über die Düsseldorfer Königsallee. Anleger, die auf Konsumaktien gesetzt haben, können entspannt sein. Quelle: ap

Passanten laufen über die Düsseldorfer Königsallee. Anleger, die auf Konsumaktien gesetzt haben, können entspannt sein.

FrankfurtEs gebe keine Konstanten mehr an der Börse, sagen in diesen Tagen viele, die nicht mehr nachvollziehen können, was da an den Finanzmärkten gerade passiert. Überall gehen die Kurse auf Talfahrt. Gewöhnlich sind in solchen Phasen die kleinen und mittelgroßen Aktien stets weitaus stärker betroffen als die Schwergewichte. Aber auch an diese „Regel“ halten die Märkte sich in diesen turbulenten Tagen nicht. So hat der Dax seit Beginn des Kursrutschs Ende Juli knapp ein Viertel an Wert verloren, bei den 50 darunter angesiedelten Werten im MDax sind es 17 Prozent, im SDax knapp 18 Prozent und im eigentlich anfälligsten aller Indizes, dem TecDax, nur gut 15 Prozent.

Insofern haben sich die Besitzer kleiner und mittelgroßer Aktien diesmal rationaler verhalten als in früheren Krisen: In den vergangenen Tagen warfen sie die Papiere nicht gleich massenhaft aus den Depots. Präsentierten die Unternehmen allerdings schlechte Zahlen wie jüngst der Stahlhändler Klöckner & Co., dann trennen sich die Anteilseigner von den Aktien. Gleiches gilt, wenn das Geschäftsmodell ohnehin nicht besonders krisenresistent erschien– wie etwa beim Bezahlsender Sky Deutschland oder bei der Solar-Firma Q-Cells.

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Auch Unternehmen aus besonders konjunktursensiblen Branchen haben es derzeit schwer. Konzerne wie Wacker Chemie oder der Autozulieferer Grammer verloren in den vergangenen zwölf Handelstagen zwischen 35 und 40 Prozent an Wert. Wer bei Investoren als zyklisches Unternehmen gilt und dann wie Grammer nur wenige große Konzerne als Abnehmer für seine Produkte hat, gerät in wirtschaftlich schwierigeren Phasen schnell unter Preisdruck.

Anleger, die dagegen auf Aktien aus der Konsumgüterbranche gesetzt haben, können entspannt sein. Hier zeichnen sich keine Anzeichen von Schwäche ab. Puma verkaufte in den vergangenen zwei Wochen nicht weniger Sportschuhe als in der Zeit davor. Und bei der Optikerkette Fielmann haben sich nicht weniger Kunden eine Brille anfertigen lassen. Deswegen verbuchten die Aktien beider Konzerne bislang auch nur minimale Verluste.

Börsen-Glossar

Blue Chips

Aktien von Konzernen, deren Börsenwert sehr groß ist. Die Papiere der 30 Dax-Unternehmen etwa werden als Blue Chips bezeichnet.

Daytrader

Händler, der versucht, geringe Kursschwankungen an den Börsen innerhalb kürzester Zeit auszunutzen

Discountzertifikat

Wertpapier, das den Kursverlauf eines Basiswertes (das können Aktien oder Indizes sein) abbildet, allerdings bei Kauf günstiger ist als der Basiswert. Im Gegenzug ist der Gewinn durch einen sogenannten „Cap“ gedeckelt.

Dividendenrendite

Ist die Dividende, die ein Unternehmen an seine Aktionäre ausschüttet, im Verhältnis zum Aktienkurs.

Emerging Markets

Der Begriff fasst die Gruppe der stark wachsenden Volkswirtschaften zusammen, die früher als Entwicklungsländer galten. China etwa, Indien oder Indonesien.

ETF

Exchanged Traded Fund – börsengehandelter Fonds, der nicht aktiv gemanaged wird.

Future

Terminkontrakt auf ein bestimmtes Gut, der je nach Ausgestaltung den Käufer verpflichtet, eine bestimmte Menge des Gutes zu einem bestimmten Zeitpunkt zu einem vorher festgelegten Preis zu liefern oder zu kaufen.

Grauer Kapitalmarkt

Teil des Kapitalmarktes, der keinen offiziellen Regeln und gesetzlichen Bestimmungen unterliegt.

Hebelzertifikat

Strukturiertes Wertpapier, mit dem Anleger auf den Kursverlauf eines Basiswertes wetten können. Durch den Hebel partizipiert das Zertifikat stärker von Kursschwankungen als der Basiswert. Im schlimmsten Falle allerdings droht Totalverlust.

Junk-Bonds

Anleihen von Unternehmen mit schlechter Bonität.

Offener Immobilienfonds

Investmentfonds, der es Anlegern ermöglicht, mit relativ kleinen Beträgen in Immobilien zu investieren.

Rating

Gütesiegel für die Bonität eines Schuldners. Je besser das Rating, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass der Gläubiger sein Geld zurückbekommt.

Überraschend ist auch, dass der Hochtechnologiesektor, der in früheren Krisenphasen stets besonders gelitten hat, diesmal außerordentlich stabil wirkt. Das Hamburger Biotech-Unternehmen Evotec beispielsweise hat erst gestern seine Umsatzprognose erneut erhöht. Und den Mobilfunkanbieter Freenet lobten die Analysten von Morgan Stanley sogar ausdrücklich für seine „exzellenten Resultate“.


Kommentare (1)

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SFO

14.08.2011, 23:07 Uhr

"Konsumgüterbranche zeigt keine Schwäche" - wegen der Unsicherheit und Verunsicherung dürfte wohl ein "noch" in der Überschrift fehlen....Leider.

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