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19.01.2007

13:30 Uhr

Nebenwerte mit Rendite

Klein schlägt Groß

VonChristian Schnell

Aktienspezialisten vernachlässigten jahrelang das Geschäft mit Nebenwerten. Mittlerweile bringen diese mehr Rendite als Blue Chips. Diese Entwicklung ist endlich auch bei den Analysten angekommen, allerdings bedarf es einer genauen Betrachtung um die Vorteile dieser Werte festzustellen.

Strategiewechsel bei den Analysten: Nebenwerte werden stärker beachtet. dpa

Strategiewechsel bei den Analysten: Nebenwerte werden stärker beachtet.

FRANKFURT. Unter den Aktienstrategen der großen Banken vollzieht sich derzeit ein Strategiewechsel gegenüber Nebenwerten. Lagen sie jahrelang mit ihrer Einschätzung zu deren Entwicklung daneben, indem sie eine schlechtere Performance als bei den Marktschwergewichten voraussagten, so gehen sie nun von einem Gleichlauf aus. „Die Marktschwergewichte werden zwar 2007 besser laufen als kleine und mittlere Werte, allerdings nur in Großbritannien“, sagt Rolf Elgeti, oberster Aktienstratege bei ABN Amro in London. Für den Rest von Europa gilt, dass die Chancen beider Anlageklassen gilt mindestens gleich groß sind, wenn nicht gar mit leichten Vorteilen für die kleineren Werte.

Der Grund liegt in der Kursentwicklung der letzten sechs Jahre: Seither hält der Höhenflug der Nebenwerte schon an. Auf der Gegenseite gelten die großen Werte, die „Blue Chips“, jedoch noch immer als günstig. Das sind die harten Fakten, auf die sich bisher die meisten Analysten gestützt haben, als sie eher zu großen denn zu kleinen Werten rieten.

Bei genauerer Betrachtung fällt allerdings auf, dass bei kleinen und mittelgroßen Werten inzwischen eine Vielzahl von zusätzlichen weichen Fakten eine Rolle spielen: „Deren gute Kursentwicklung lag am günstigen Konjunkturausblick, dem größeren Appetit der Investoren auf mehr Risiko, einem gesunden IPO-Markt und starken Übernahmeaktivitäten in diesem Sektor“, sagt Gurvinder Brar von der Citigroup. Da all diese Argumente auch für das kommende Jahr gelten und die Risikobereitschaft der Investoren sogar zugenommen hat, dürfte sich der Aufwärtstrend der Nebenwerte auch 2007 fortsetzen.

Zudem verläuft der Bewertungsabstand zwischen großen und kleinen Werten in der Euro-Zone seit fast vier Jahren fast parallel. Bei etwa 16 liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) im Euro Stoxx Mid, dem maßgeblichen Index für die mittelgroßen Werte in der EuroZone, bei zwölf liegen die Schwergewichte aus dem Euro Stoxx 50. Einzig in Großbritannien hat sich der Bewertungsabstand zwischen großen und kleinen Werten zuletzt noch ausgeweitet, weshalb Rolf Elgeti hier von Nebenwerten abrät.

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