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17.03.2016

15:57 Uhr

Negativzinsen

Schweizer Notenbank belässt Leitzins auf Rekordtief

Die Schweizer Notenbank hält an ihrer Politik fest. Mit anhaltenden Negativzinsen und Eingriffen in den Devisenmarkt will die SNB den Franken niedrig halten – für viele Experten keine Überraschung.

Die SNB will am Devisenmarkt intervenieren, sollte eine Schwächung des Franken nötig sein. dpa

Interventionspolitik

Die SNB will am Devisenmarkt intervenieren, sollte eine Schwächung des Franken nötig sein.

ZürichDie Schweizerische Nationalbank (SNB) gibt angesichts der neuerlichen Geldflut durch die EZB keine Entwarnung. Sie stehe mit Eingriffen am Devisenmarkt und nötigenfalls einer weiteren Zinssenkung bereit, um einen abermaligen Höhenflug des Franken zu verhindern. „Wir schließen weitere Maßnahmen nicht aus“, sagte SNB-Präsident Thomas Jordan am Donnerstag im Schweizer Rundfunk. Derzeit gebe es jedoch keinen Handlungsbedarf. Daher beließen die Währungshüter den Leitzins auf dem Rekordtief von minus 0,75 Prozent.

Die eidgenössische Währung ist bei Anlegern vor allem in Krisenzeiten gefragt und hat daher in den vergangenen Jahren stetig an Wert gewonnen. Die SNB will eine rasante Aufwertung wie zuletzt im vergangenen Jahr jedoch verhindern – denn das macht Schweizer Waren im Ausland teurer und schwächt so die exportorientierte Wirtschaft.

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Um dieses Ziel zu erreichen, setzen die Währungshüter zum einen auf einen negativen Leitzins (Dreimonats-Libor) zwischen minus 1,25 und minus 0,25 Prozent sowie auf Strafzinsen für Banken in der Mitte dieser Bandbreite bei minus 0,75 Prozent. Zum anderen kaufen sie andere Währungen wie Euro oder Dollar, um damit den Franken zu schwächen. „Die Bereitschaft, am Devisenmarkt zu intervenieren ist ein ganz wichtiger Pfeiler. Er ergänzt die Negativzinsen. Beides soll dazu führen, dass wir den Druck auf den Franken über die Zeit reduzieren können“, so Jordan.

Im Blick hat das SNB-Direktorium vor allem die Entwicklung zur wichtigsten Exportwährung Euro. Diese hatte in den vergangenen Jahren angesichts der ultra-lockeren Geldpolitik der EZB deutlich an Wert verloren. Vergangene Woche hatten die Frankfurter Währungshüter ihre Geldschleusen zwar weiter geöffnet, aber gleichzeitig signalisiert, vorerst auf weitere Zinssenkungen zu verzichten.

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