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25.06.2012

11:14 Uhr

Neue Studie

Sparer fürchten um ihr Geld

VonTobias Döring, Christian Panster, Roman Tyborski

Das Vertrauen der Deutschen in ihre Hausbank sinkt und sinkt. Aber auch andernorts in Europa trauen die Bankkunden den Finanzkonzernen nicht mehr über den Weg. Und dafür gibt es viele Gründe.

Ist der Sparstrumpf sicherer als das Bankkonto? dpa

Ist der Sparstrumpf sicherer als das Bankkonto?

DüsseldorfDie Loyalität der Sparer zu ihrer Hausbank sinkt rapide. Zu diesem Ergebnis kommt die Beratungsgesellschaft Ernst & Young in ihrer aktuellen Studie, dem sogenannten „Global Consumer Banking Survey 2012“. Insgesamt wurden in Deutschland 1003 Bankkunden befragt, weltweit waren es 28.531.

Rund 58 Prozent gaben an, dass ihr Vertrauen in die Bankenbranche in den vergangenen zwölf Monaten gesunken sei; lediglich fünf Prozent sagten, es sei gestiegen. Die Gründe für das sinkende Vertrauen sind vielfältig.

Allein 56 Prozent sind unzufrieden mit den Millionen-Gehältern in der Branche. Sie ärgert vor allem, dass viele Institute während der Finanzkrise mit staatlichen Hilfen gerettet wurden – und damit letztlich von den Steuerzahlern.  

Vertrauen in die Bankenbranche

Vertrauen in die Bankenbranche

Die Kurztextgalerie zeigt, wie sich das Vertrauen der Bankkunden in der Euro-Zone in den letzten 12 Monaten verändert hat. Als Vergleichswerte dienen die Vertrauenszahlen aus einem BRIC-Staat, China, Japan und den USA. (Die Daten wurden vom Analysehaus Ernst & Young bereitgestellt)

Platz 1

Niederlande

Gestiegen: 3 Prozent

Gesunken: 49 Prozent

Saldo: - 46 Prozent

Platz 2

Deutschland

Gestiegen: 5 Prozent

Gesunken: 58 Prozent

Saldo: - 53 Prozent

Platz 3

Frankreich

Gestiegen: 4 Prozent

Gesunken: 58 Prozent

Saldo: - 54 Prozent

Platz 4

Portugal

Gestiegen: 2 Prozent

Gesunken: 68 Prozent

Saldo: - 66 Prozent

Platz 5

Belgien

Gestiegen: 3 Prozent

Gesunken: 72 Prozent

Saldo: - 69 Prozent

Platz 5

Italien

Gestiegen: 3 Prozent

Gesunken: 72 Prozent

Saldo: - 69 Prozent

Platz 7

Spanien

Gestiegen: 5 Prozent

Gesunken: 76 Prozent

Saldo: - 71 Prozent

Platz 8

Griechenland

Gestiegen: 1 Prozent

Gesunken: 81 Prozent

Saldo: - 80 Prozent

BRIC-Staat

Indien

Gestiegen: 72 Prozent

Gesunken: 12 Prozent

Saldo: + 60 Prozent

China

China

Gestiegen: 31 Prozent

Gesunken: 30 Prozent

Saldo: + 1 Prozent

Japan

Japan

Gestiegen: 4 Prozent

Gesunken: 28 Prozent

Saldo: - 24 Prozent

USA

USA

Gestiegen: 9 Prozent

Gesunken: 51 Prozent

Saldo: - 42 Prozent

Viele Deutsche fürchten zudem, dass sich die Schuldenkrise in Europa massiv auf die Banken auswirken werde. Rund 55 Prozent der Befragten gaben an, dass ihnen vor allem das makroökonomische Umfeld, also die konjunkturelle Lage in Deutschland Sorgen bereite. Zwar ist die Situation hierzulande deutlich stabiler als in den südeuropäischen Ländern. Viele Menschen sind allerdings davon überzeugt, dass die Krise in Spanien, Italien oder Griechenland in nicht allzu ferner Zukunft auch deutlich auf die deutsche Ökonomie durchschlagen werde.

Die ersten Hinweise darauf hat es in den vergangenen Tagen bereits gegeben. So waren der vielbeachtete Konjunkturindex des Münchener Ifo-Institutes sowie der Index der Konjunkturerwartungen des ZEW in Mannheim für Deutschland deutlich schlechter ausgefallen als erwartet.
Am Ende, so fürchten die Deutschen, könnte die Krise auch Auswirkungen auf die Sicherheit ihrer Sparguthaben haben. 37 Prozent der Befragten gaben an, dass sie nur geringes Vertrauen haben in die Sicherheit ihrer Bankeinlagen.

Bereitschaft Bank zu wechseln

Wechselbereitschaft der Kunden

Die nachfolgende Kurztextgalerie zeigt eine Rangliste mit dem Anteil der Kunden in der Euro-Zone, die planen, ihre Hausbank in den nächsten 12 Monaten zu wechseln. Außerhalb der europäischen Rangliste wird die Wechselbereitschaft in einem BRIC-Staat, in China, Japan und den USA als Vergleichswert hinzugezogen. (Die Daten wurden vom Analysehaus Ernst & Young bereitgestellt)

Platz 1

Spanien

15 Prozent

Platz 2

Italien

12 Prozent

Platz 3

Belgien

10 Prozent

Platz 4

Frankreich

9 Prozent

Platz 5

Deutschland

6 Prozent

Platz 6

Niederlande

5 Prozent

China

China

23 Prozent

BRIC-Staat

Brasilien

20 Prozent

USA

USA

5 Prozent

Japan

Japan

3 Prozent

Die Deutschen sind nicht allein mit ihren Sorgen. Überall in Europa schwindet das Vertrauen der Menschen in die Banken. In Spanien etwa gaben 76 Prozent der Befragten an, den Banken nicht über den Weg zu trauen. In Italien und Belgien waren es immerhin 72 Prozent. Frankreich kommt wie Deutschland auf ein Misstrauensvotum von immerhin 58 Prozent. Das Schlusslicht ist, wie sollte es anders sein, Griechenland. 80 Prozent der Griechen haben kein Vertrauen ihre Geldhäuser.

Weiter im Osten hat die Finanzbranche dagegen noch einen deutlichen besseren Ruf. In Indien etwa. 72 Prozent der Befragten gaben an, dass ihr Vertrauen in die heimischen Banken in den vergangenen zwölf Monaten gestiegen ist. In China behaupteten das 31 Prozent, in Russland 36 Prozent.

Multibanking

Geschäftsbeziehungen zu mehreren Banken

In der nachfolgenden Kurztextgalerie wird der Anteil der Euro-Bankkunden aufgelistet, die Geschäftsbeziehungen zu mehr als einer Bank unterhalten. Demgegenüber wird der Anteil der Multibanker aus einem BRIC-Staat, China, Japan und den USA gestellt. (Die Daten wurden von Ernst & Young bereitgestellt)

Platz 1

Griechenland

80 Prozent

Platz 2

Portugal

65 Prozent

Platz 3

Spanien

64 Prozent

Platz 4

Deutschland

62 Prozent

Platz 5

Belgien

61 Prozent

Platz 6

Niederlande

59 Prozent

Platz 7

Frankreich

43 Prozent

Platz 8

Italien

40 Prozent

China

China

94 Prozent

Japan

Japan

94 Prozent

BRIC-Staat

Indien

83 Prozent

USA

USA

49 Prozent

 

 

Kommentare (18)

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der-oekonomiker

25.06.2012, 11:52 Uhr

Zu Recht. Nur liegt das nicht am Euro, sondern am falschen Umgang mit der Bankenschuldenkrise, die von der deutschen Politik im Wege der "marktkonformen Demokratie" ursächlich verursacht wurde: http://der-oekonomiker.blogspot.de/2012/06/standpunkt-279-europas-krise-31-euro.html. Was dann irgendwann passiert, steht hier: http://der-oekonomiker.blogspot.de/2012/03/standpunkt-191-update-enteignung.html. Davor rettet auch keine Währungsreform oder Euro-Austritt. Der Staat muss sich entschulden, so oder so.

Account gelöscht!

25.06.2012, 11:53 Uhr

Dringend nötig wäre eine Disziplinierung der Banken.

Die Gelder für die sog. Bankenrettung nicht an die Banken sondern in einen Fond. Dieser sichert jedes Sparguthaben bis sagen wir mal 1Mio Euro ab.

Und dann die Banken Pleite gehen lassen!!! Dies führt zu einem sauberen Arbeiten der Banken und wäre Marktwirtschaft!

Allerdings würden dann auch die Vermögen der reichen nicht mehr so schnell steigen. Denn oft resultierenihre Einkommen nur aus Finanzprodukten der Banken, die der Steuerzahler schlußendlich ausgleicht!!!

Account gelöscht!

25.06.2012, 11:57 Uhr

Inzwischen begreifen auch diejenigen die in der Schule zwar den Wasserpolyp Hydra bis zum Erbrechen auswendig gelernt haben aber niemals etwas über das Finanzsystem, also die große Mehrheit der Deutschen, dass das System in Form einer Bank 1 Einheit bunt bedrucktes Fiatgeld nimmt und damit 10 Einheiten bunt bedrucktes Fiatgeld weiterverleiht. Und sie begreifen dass dieses System hochriskant und extrem anfällig für "Störungen" ist, dass jederzeit ein Banken-Downfall-Domino einsetzen kann der auch ihr virtuelles, nicht real existierendes, Fantasiegeld-Guthaben wegspülen kann wie Papierschnipsel im Sturmwind. Und dass das einzige, das dem im Weg steht nicht etwa reale Werte zum Anfassen sind sondern "Bürgschaften", "Verspechungen", "virtuelle Garantien" - im besten Fall noch Papier auf dem Worte geschrieben stehen, im Schlechtesten nichts anderes als Bits und Bytes, Elektronen und physikalische Molekularstrukturen im Hauptspeicher eines Zentralbank-Rechners, garniert mit lügenreichen Worten von Südländern. Das ist mir nicht genug um mein ganzes Leben darauf zu bauen. Mein Lebenswerk und die Zukunft meiner Kinder und Kindeskinder. Mein Großvater hat das bisschen was er hatte in der Inflation der 20er verloren. Er hat .... geglaubt. Das passiert mir nicht. Nicht nach dem Studium der Ökonomie. Und nicht nach dem Studium des Lebens und der Menschen. Was materielle Werte betrifft glaube ich nur an Sachwerte, Autos, Immobilien, Edelmetalle. Und dann kommt erst mal lange nichts.

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