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28.02.2012

19:22 Uhr

Neuer Geldregen der EZB

Die 500-Milliarden-Euro-Frage

VonJan Mallien, Tino Andresen

Die EZB bietet den Banken zum zweiten Mal Geld für drei Jahre zu Billigkonditionen an. Am Mittwoch gibt sie bekannt, wie groß der Geldregen ausfällt. Die Prognosen reichen von 200 Milliarden bis zu einer Billion Euro.

Euro-Scheine in bar. dpa

Euro-Scheine in bar.

DüsseldorfAm Mittwoch um 11.15 Uhr beendet die Europäische Zentralbank die wochenlangen Spekulationen. Seit Dezember streiten Analysten und Ökonomen darüber, wie viel Geld die europäischen Banken an diesem entscheidenden Tag bei der EZB nachfragen werden. Die EZB legt erneut ein langfristiges Geldgeschäft auf, bei dem sich die Banken für drei Jahre zum historisch niedrigen Leitzins von derzeit einem Prozent
Geld leihen können - und zwar so viel sie wollen. „Das ist quasi geschenkt“, sagt ein Händler. Viele Banken dürften sich die zweite und vorerst letzte Gelegenheit dieser Art nicht entgehen lassen, zumal EZB-Chef Mario Draghi sie ausdrücklich dazu ermuntert hat.

Wie viel sie nachfragen werden, ist allerdings umstritten. Bei einem ähnlichen Geschäft im Dezember hatten die Banken rund 500 Milliarden Euro nachgefragt. Diesmal reichen die Prognosen von 200 Milliarden bis hin zu einer Billion Euro. Mit den gigantischen Geldspritzen will die EZB die Euro-Zone gegen eine Kreditklemme und das Ausufern der Schuldenkrise wappnen.

Das Programm der EZB soll vordergründig vor allem die Banken der Eurozone stützen. Da sich diese wegen der Schuldenkrise nicht mehr vertrauen, leihen sie sich untereinander kaum noch Geld. „Wir haben am Geldmarkt eine Zweiklassengesellschaft: Die einen haben die Kohle, geben sie aber nicht weiter. Die anderen bekommen nichts und stehen bei der EZB auf der Matte“, fasst ein Händler zusammen. Um dieses Problem abzufedern, springt die EZB ein.

Die EZB verfolgt jedoch offensichtlich noch eine weitere Absicht: Mit dem Billiggeld hilft sie den Schuldenstaaten der Eurozone. Durch die Aktion der EZB können sich die Banken Geld zu Billigkonditionen leihen und es in höherverzinsliche Staatsanleihen der Krisenländern investieren. Wie aus EZB-Statistiken hervorgeht, haben davon im Januar vor allem spanische und italienische Banken Gebrauch gemacht. Spanische Banken haben demnach ihren Bestand an Staatsanleihen um 23 Milliarden Euro erhöht. Italienische Banken kauften Staatsanleihen im Wert von 21 Milliarden Euro hinzu.

Kommentare (19)

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Steuerzahler

28.02.2012, 19:32 Uhr

Wer diesen Weg in die Inflations-, Transfer-, Haftungs- und Schuldenunion ablehnt, sollte das auf der Unterschriftenliste auf buendnis-buergerwille.de dokumentieren. Weitersagen!

byrdie

28.02.2012, 19:58 Uhr

Der auf der Seite „Bündnis Bürgerwille“ abgedruckte Grundkonsens spricht mir aus der Seele. Habe soeben meine Unterschrift geleistet. Ich hoffe es kommen noch viel mehr Unterschriften dazu. Jeder dem Europas und Deutschlands Zukunft wichtig ist, sollte das entsprechend kundtun. Jetzt gibt es auch die adäquate Plattform!

bobi

28.02.2012, 20:02 Uhr

Die German-Angst vor Inflation treibt die Menschen dazu, dass sie Ihr Geld ausgeben und nicht sparren - was die Inflation antreibt. Wenn die Ironie dieser selbsterfuehlenden Prophezeiung aus Erdeeren gemacht waere, wuerden wir jetzt viele Smooties trinken.

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