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13.08.2013

13:43 Uhr

Nicht immer nur Angsthasen

Wie deutsche Anleger wirklich ticken

VonKatharina Schneider

Längst nicht alle Privatanleger in Deutschland sind Feiglinge und gebrannte Kinder des Neuen Marktes. Aber selbst eingefleischte Aktienfans brauchen bessere Beratung, denn auch ihre Performance ist nicht überragend.

Banknoten:  Aktive Anleger investieren sie in Aktien. dpa

Banknoten: Aktive Anleger investieren sie in Aktien.

Wenn es um ihre Geldanlage geht, sind die Deutschen unselbstständig und risikoscheu. Sie vertrauen ihrem Bankberater blind und sind allergisch gegen Aktien – soweit das Klischee. Die Realität sieht anders aus, zumindest ein bisschen. Eine kleine Gruppe, zugegeben eine Minderheit, nimmt die Geldanlage selbst in die Hand, sie trotzt dem Zinstief und investiert in Aktien und Fonds.

Solche wertpapieraffinen Anleger sind nicht die typischen Privatanleger, das bestätigt auch Marc Tüngler. Der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz (DSW) hat am Dienstag in Frankfurt den aktuellen Aktionärskompass vorgestellt. Für diese Studie hat ein Forscherteam der FOM Hochschule Essen nun schon zum zweiten Mal Teilnehmer von DSW-Informationsveranstaltungen, den sogenannten Anlegerforen, befragt.

Wer ein solches Forum besucht, der hat bereits Geld in Aktien und Fonds investiert oder interessiert sich zumindest dafür. Ganz anders der Durchschnittsdeutsche: 55 Prozent geben noch immer das Sparbuch – inklusive Spareinlagen und Banksparplänen – als bevorzugte Geldanlage an. „Das ist schlichtweg eine Katastrophe“, wertet Tüngler. 42 Prozent legen ihr Geld auf dem Girokonto an, 37 Prozent nutzen einen Bausparplan und 36 Prozent setzen auf eine Renten- oder Kapitallebensversicherung. „All diese Anlageformen sind nicht gerade als Renditebringer verschrien“, sagt Tüngler.

Für Aktienfonds begeistern sich von den Bundesbürgern gerade mal 21 Prozent, direkt in Aktien investieren rund 15 Prozent. Darüber können die Besucher der Anlegerforen wohl nur lachen: Satte 95 Prozent gaben an, Aktien im Depot zu haben und knapp 54 Prozent haben Aktienfonds. Im Vergleich zum Vorjahr sind diese Zahlen sogar noch einmal leicht gestiegen.

Dass sich eine solche Aktienkultur auch auf den Rest der deutschen Bevölkerung ausweitet, ist nicht absehbar. Schuld daran ist nach Einschätzung von Tüngler auch die Politik: „Sie sorgt dafür, dass das Geld auch in Zukunft zum Großteil in Anlageformen landen wird, deren Rendite nicht einmal ausreicht, um das Kapital zu erhalten“, sagt er.

Kommentare (16)

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rs.depot.de

13.08.2013, 14:04 Uhr

Aktienfonds sind zu teuer und ihr Geld nicht wert, weil nur im Ausnahmefall besser als der Vergleichsindex. Indexfonds (ETF's) sind die bessere Alternative weil billig und immer am Index. Der große Nachteil von ETF's ist die Schwankungsbreite, wer hält schon 50% Rückschlag durch, wie seit 2002 selbst beim DAX zweimal gesehen, kaum einer. Und verkauft wird dann meist am Höhepunkt der Panik, also zu Tiefstkursen. Die gute Performance der ETF's aus der Vergangenheit wäre nur möglich, wenn in der Krise nicht verkauft wird. Damit kommen doch wieder Einzelwerte ins Spiel. Aber nicht der Handel nach emotionalen Muster, sondern nach einem Anlagemodell, dass in Krisenzeiten auch den Aktienanteil auf Null reduzieren kann.

hurra_hurra_hurra

13.08.2013, 14:13 Uhr

so: und nun wissen wir es endlich, wie Privatanleger nämlich ticken.
Stets könnte man im Zweifel sein wie Privatanleger ticken könnten.
HB-Online verschafft uns allen endlich Klarheit über Privatanleger - und so sauber durchformuliert.

Hurra, Hurra, Hurra.

Account gelöscht!

13.08.2013, 14:18 Uhr

@ rs.depot.de: Zustimmung

Man braucht den richtigen Reicher, auf welche Werte man setzt. Dann reichen wenige Werte im Depot aus.

Meine Performance im selbst gemanagten Aktiendepot ist bedeutend besser als die meiner Aktienfonds.

Man muss sich eben um alles selbst kümmern, wenn es ordentlich laufen soll, diese Erkenntnis bestätigt sich auch in puncto Geldanalage.

@ HB: Wer berät, verkauft nicht. Verstehen Sie, was ich sagen will?

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