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04.01.2010

15:07 Uhr

Niedrige Zinsen

Beim Tagesgeld lohnen nur wenige Angebote

VonAnke Rezmer

Die Tagesgeldzinsen haben sich 2009 halbiert; beim Geldparken auf Bankkonten lässt sich kaum noch etwas verdienen. Sparer müssen genau hinschauen. Experten raten davon ab, sich langfristig festzulegen. Die Anleger sollten flexibel bleiben und auf die Zinswende setzen.

Genau hinschauen müssen Sparer, wenn sie beim Tagesgeld noch etwas verdienen wollen. Quelle: gms

Genau hinschauen müssen Sparer, wenn sie beim Tagesgeld noch etwas verdienen wollen.

FRANKFURT. Nur wer genau hinschaut, kann beim beliebten Geldparken auf Bankkonten noch ein wenig verdienen. Im Durchschnitt haben sich die Tagesgeldzinsen im vergangenen Jahr mehr als halbiert, da Kreditinstitute sich am Geldmarkt wieder zu normaleren Konditionen Geld leihen als noch vor rund einem Jahr.

Für Tagesgeld zahlen Banken im Mittel nur noch 1,27 Prozent Zinsen im Jahr, wie der Finanzdienstleister FMH ermittelte. "Das sind Rekordtiefs", sagt FMH-Chef Max Herbst. Lohnenswerte Angebote gebe es wenige, meint er.

Zu lange binden sollten sich Anleger allerdings auch nicht. Denn etwa fünf Jahre laufende Sparbriefe bringen weniger als drei Prozent Zinsen, wie FMH feststellt. Und wer sich länger festlegt, läuft Gefahr, eine Zinswende zu verpassen.

Leitzins könnte schon im Sommer wieder steigen

Viele Volkswirte gehen davon aus, dass die Europäische Zentralbank (EZB) gegen Ende kommenden Jahres im Zuge einer Konjunkturerholung die Leitzinsen erhöht, einige rechnen bereits ab Sommer damit. Wenn die Banken für Geld von der EZB wieder mehr ausgeben müssen, könnten sie auch für Kundengelder mehr bezahlen.

Zunächst kann sich Herbst von FMH aber vorstellen, dass die Sätze noch etwas sinken. Aktuell können sich die Banken bei der EZB wie untereinander - zum Euribor-Zins - für rund ein Prozent Zinsen Geld leihen. "Warum sollten sie ihren Kunden also mehr bezahlen?" fragt er.

Den höchsten Tagesgeldzins zahlt die Direktbank der Frankfurter Sparkasse, 1822direkt, mit 2,75 Prozent im Jahr (Tabelle). Den Zins bekommen allerdings nur neue Kunden oder Sparer, die neues Geld zur 1822 bringen. Außerdem ist der Satz nur garantiert bis Anfang März, danach gibt es nur noch 1,3 Prozent.

Besser gefällt Herbst das zweitbeste Angebot: 2,5 Prozent zahlt DAB Bank bis Ende Juni. Damit es für die Münchener Direktbank nicht zu teuer wird, hat sie eine Betragsgrenze von 15 000 Euro eingezogen. Den Vorzugszins bekommen nur neue Kunden, die ein kostenloses Depot bei der DAB Bank eröffnen. Die höchsten Zinsen ohne Einschränkungen zahlt die Santander Direkt Bank mit 2,1 Prozent.

Öko-Angebot von belgischer Bank

Seit Herbst am Markt ist die belgische Noa Bank, die Kapital nach ethisch-sozialen Kriterien anlegt, und 2,2 Prozent Zinsen für Tagesgeld bietet. Je nach Kundenwunsch fließt das Geld in Projekte regionaler oder ökologischer Wirtschaft, Gesundheit, Pflege oder Kultur. Sparer müssen aber mit einem reduzierten Einlagenschutz leben. Nach der deutschen gesetzlichen Einlagensicherung sind bis zu 50 000 Euro pro Person geschützt.

Kommentare (2)

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Jonas

04.01.2010, 18:33 Uhr

"gegen Ende kommenden Jahres im Zuge einer Konjunkturerholung"

Cool, also im November 2011 wird's besser.
Na endlich.

Martin

04.01.2010, 18:56 Uhr

Ein schlechter Artikel! Ob sich Tagesgeld lohnt oder nicht, hängt doch nicht von der absoluten Prozentzahl ab, sondern von dem Spread zwischen Verzinsung und inflation. Dieser Spread ist momentan (0% inflation) ziemlich groß und Tagesgeld damit z.Zt. durchaus lohnenswert (zumal 100% sicher).

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