Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

29.01.2013

11:52 Uhr

Niedrige Zinsen

„Die konservative Geldanlage gibt es nicht mehr“

VonJessica Schwarzer

Die Deutschen müssen ihre Geldanlage überdenken. In Zeiten historisch niedriger Zinsen führt an Aktien kein Weg vorbei, ist Josef Kaesmeier überzeugt. Der Chefvolkswirt von Merck Finck über Wege aus dem Anlagenotstand.

Josef Kaesmeier ist Chefvolkswirt und Direktor bei Merck Finck & Co..

Josef Kaesmeier ist Chefvolkswirt und Direktor bei Merck Finck & Co..

Der Dax steigt und steigt, hat gerade sogar ein Fünfjahreshoch erreicht. Wenn man sich die Märkte anschaut, könnte man meinen, die Krise sei vorbei….
Wir spielen aber nur, dass die Krise vorbei ist. Die Ankündigung von EZB- Präsident Mario Draghi im vergangenen Sommer, den Euro um jeden Preis zu retten, hat gereicht, um jegliche Bedenken über Bord zu werfen. Krise ade, im Ernstfall wird Draghi schon zahlen.

Seite Super Marios vollmundiger Ankündigung gab es aber keinen neuen Ernstfall…
Noch nicht. Aber irgendwann wird Draghi liefern müssen. Wir werden den Ernstfall erleben, ganz sicher.

Wie wird der aussehen?
Vielleicht erwischt es Spanien. Das Land ächzt unter einer extrem hohen Arbeitslosigkeit, die Banken sind noch immer in einer extrem schwierigen Situation. Vielleicht kommt das Land also nicht darum herum, unter den Rettungsschirm zu schlüpfen. Auch Italien könnte zum Problem werden – je nachdem, wie die Wahlen ausgehen.

Dax-Prognose: Wo steht der Leitindex Ende 2013?

Umfrage

Knapp 30 Prozent hat der Dax 2012 zugelegt. Weil Deutschlands Topkonzerne bestens aufgestellt sind, hält der Aufwärtstrend in diesem Jahr an, sagen Experten.

Quelle: Handelsblatt, Stand: 30.12.2012

Der Träumer

Nomura: 8.890 Punkte

Die Super-Optimisten

8500 Punkte erwarten Baader Bank, Commerzbank, Haspa und LBBW

Die Optimisten

Bank of America Merrill Lynch und Warburg: 8400 Punkte
BHF-Bank und Hauck & Aufhäuser: 8300 Punkte

Die Zuversichtlichen

Santander Bank: 8250 Punkte
Helaba, HSBC Trinkaus, Landesbank Berlin, Natixis, WGZ-Bank: 8200 Punkte

Die Durchschnittlichen

VP Bank: 8100 Punkte
BNP Paribas: 8084 Punkte

Der Durchschnitt

Der Schnitt aller befragten Experten liegt bei 8029 Punkten

Die 8.000er

8000 Punkte erwarten bis Ende 2013 Bankhaus Lampe, Bayerische Landesbank, Dekabank, Deutsche Bank und Unicredit

Die Vorsichtigen

7800 Punkte sehen Bank Julius Bär, Berenberg Bank, DZ Bank, NordLB und UBS
JP Morgan: 7785 Punkte
Postbank: 7750 Punkte

Die Negativen

Fürst Fugger Privatbank: 7600 Punkte
Bank Sarasin: 7500 Punkte

Die Pessimisten

National Bank: 7300 Punkte
Sociètè Gènèrale: 7250 Punkte

Der Super-Pessimist

Bankhaus Ellwanger & Geiger: 6900 Punkte

Nach dem Super-Börsenjahr 2012 rechnen Sie also mit einem schwachen Börsenjahr?
Auch 2012 haben wir einige Verwerfungen erlebt. Nach einem fulminanten Jahresauftakt ging es erst einmal wieder abwärts, bevor die Märkte durchgestartet sind. Diese hohe Volatilität wird uns erhalten bleiben. Aber Draghi wird das Problem schon lösen.

Klingt ein bisschen ironisch?
Na ja, wir begnügen uns damit, unsere Probleme zu lösen, indem wir die Märkte mit Liquidität fluten. Aber das löst die Probleme nicht, das verschiebt sie nur. Damit gewinnen die Regierungen in den südeuropäischen Krisenländern natürlich Zeit, um ihre strukturellen Probleme anzupacken. Aber das müssen sie dann natürlich auch tun: Anpacken!

Kommentare (12)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

WILHER

29.01.2013, 14:10 Uhr

Also Aktien. Nur sind die bei deutschen Anlegern, nicht nur bei den konservativen Investoren nicht gerade beliebt.
Wohl wahr. Aber es geht nicht mehr anders. Konservative Anlage, das ist heute ein Verhältnis von 50 zu 50, als jeweils zur Hälfte Anleihen und Aktien<

Wenn da nur der Staat nicht so gierig wäre.
Knapp 50 % des Gewinns einer AG zieht er in Form der kKapitalertrasteuer und der Abgeltungssteuer an sich.
(Mein sonstige rGrenzstuersatz liegt nur bei gut 30 %).
Dabei trägt der Aktionär das erste Risiko und nicht der Staat.
Kauft man Aktien mit einem Wertpapierkredit, kann es sein, dass die Zinsen auf den Wertpapierkredit die Höhe der Dividende überschreitet und der Staat trotzdem die Dividenden voll besteuert.
Der Staat verhält sich bei der Besteuerung von Aktienbesitz wie ein Moloch.
Kein Wunder, dass Aktien in Deutschland unbeliebt sind.

Account gelöscht!

29.01.2013, 14:12 Uhr

...ich investiere nur noch in Steuern... ...die steigen immer...

Account gelöscht!

29.01.2013, 14:14 Uhr

...tja, Geld alleine macht halt nicht glücklich... ...es gehören noch Immobilien, Edelmetalle und Wertpapiere dazu... ;-)

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×