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24.06.2015

17:06 Uhr

Niedrigzinsen

EZB-Ratsmitglied sieht Grenze der Geldpolitik erreicht

Dem EZB-Ratsmitglied Klass Knot nach ist die Europäische Zentralbank mit ihrer ultra-lockeren Geldpolitik so weit gegangen wie möglich. Eine weitere Verlängerung der Maßnahme könnte „negativer Nebeneffekte“ verursachen.

Der niederländische Notenbankchef und EZB-Rat Klaas Knot sieht die Grenze für die ultra-lockere EZB-Geldpolitik erreicht. dpa

Europäische Zentralbank

Der niederländische Notenbankchef und EZB-Rat Klaas Knot sieht die Grenze für die ultra-lockere EZB-Geldpolitik erreicht.

ParisDie EZB ist nach Einschätzung von Ratsmitglied Klaas Knot mit ihrer ultra-lockeren Geldpolitik so weit gegangen wie möglich, ohne Preisblasen an den Finanzmärkten zu verursachen. Diese Politik stoße nun aber an ihre Grenzen, sagte der niederländische Notenbankchef am Mittwoch auf einer Konferenz in Paris. Würden die Maßnahmen langfristig angewendet, „dann ist es mit dem Risiko einiger negativer Nebeneffekte verbunden wie etwa neuen finanziellen Ungleichgewichten“.

Der Leitzins in der Euro-Zone liegt bereits seit September 2014 auf dem Rekordtief von 0,05 Prozent. Zudem kaufen die Europäische Zentralbank (EZB) und die nationalen Notenbanken seit März massiv Staatsanleihen der Euro-Länder auf, um die Kreditvergabe im Währungsraum anzukurbeln und die Konjunktur anzuschieben.

Nutznießer niedriger Zinsen

Staat

Der Staat verschuldet sich günstig. Für Steuerzahler bedeuten niedrigere Zinsausgaben des Staates tendenziell eine Entlastung.

Unternehmen

Unternehmen können sich günstig finanzieren. Das sichert und schafft Arbeitsplätze.

Häuslebauer

Wer einen Baukredit benötigt oder eine Anschlussfinanzierung, freut sich über niedrige Zinsen.

Derzeit sind nach Einschätzung von Knots Ratskollegen Ignazio Visco an den Finanzmärkten allerdings keine Preisblasen auszumachen. „Vorerst gibt es keine Anzeichen dafür, dass niedrige Zinsen allgemeine Ungleichgewichte hervorrufen“, sagte Visco auf der selben Konferenz. Unter anderem gebe es keinen spekulativen Druck auf die Immobilienpreise.

Von

rtr

Kommentare (3)

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Herr Werner Wilhelm

24.06.2015, 17:25 Uhr

Diese Einschätzung ist nicht neu und sie wird auch nicht seit gestern erst von Draghi geteilt.

https://www.ecb.europa.eu/press/key/date/2014/html/sp140822.de.html

Wenn die Geldpolitik am Ende ist, kommt die hohe Zeit der staatlichen Konjunkturprogramme auf Pump um Wachstum zu induzieren.

Will oder kann man das nicht, dann geht es ab in die Rezession und dort nicht mehr heraus.

Account gelöscht!

24.06.2015, 18:53 Uhr

So sind es immer wieder die Sozialisten, die jeder Vernunft widersprechen.
Was bei der EZB falsch ist, kann nicht mit noch so vielen Scheinargumenten richtig werden.
Die Geldpolitik ist auf dem falschen Weg. Er führt in die Zerstörung Europas - nach der des Euro.

Herr Thomas Podgacki

24.06.2015, 20:46 Uhr

Wir brauchen uns keine Sorgen machen. Die Zinsen werden auf absehbare Zeit niedrig bleiben, mit allen Haken und Ösen.
Wenn die Zinsen der Eurozone merklich steigen würden, wäre das der Ruin der meisten hochverschuldeten Staatshaushalte.
Zu einem anderen Artikel hat jemand eine interessante Aufstellung der Verschuldung von 2008 gegenüber 2014 heute als Kommentar im HB Online eingestellt. Bei dieser Aufstellung fehlt Deutschland: Verschuldung 2008 ca 1,2 Billionen / 2014 fast 2,2 Billionen


Schönen Abend noch.

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