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05.08.2013

15:42 Uhr

Niedrigzinsen vs. Vermögensbildung

Wer rettet die deutschen Sparer vor der EZB?

VonDietmar Neuerer

Die Zinsen in der Euro-Zone sind niedrig wie nie. Aber die Nebenwirkungen dieser EZB-Politik sind enorm: Vermögensbildung ist kaum noch möglich, Ersparnisse werden geschreddert. Das ruft die Politik auf den Plan.

Ärgernis für Sparer

Zinstief frisst Ersparnisse auf

Ärgernis für Sparer: Zinstief frisst Ersparnisse auf

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BerlinDie Europäische Zentralbank (EZB) hat es nicht leicht in diesen Tagen. Sie muss für Fehler der Politik geradestehen und wird dafür heftig gescholten. Sie spielt Krisenfeuerwehr, weil es den Euro-Rettungspolitikern bisher nicht gelungen ist, die Grundprobleme der Schuldenkrise zu lösen. Und wenn die Politik mal Maßnahmen beschließt, dann sind die Risiken für die Steuerzahler enorm. Beides – die EZB-Krisenpolitik und die Rettungsstrategien der Euro-Politiker – treffen die Steuerzahler hart – ob direkt oder indirekt, ob kurz- oder langfristig.

Sie haften für alle Kredite, die vom permanenten Euro-Rettungsschirm ESM an die Krisenländer ausgezahlt werden. Griechenland, Irland, Portugal und Spanien gehören diesem Kreis schon an, Zypern kam zuletzt hinzu. Im Fall der Fälle, also wenn noch mehr Länder Hilfe beantragen und somit auch als Geldgeber ausfallen, kann das Risiko der Deutschen nach einer Schätzung des Steuerzahlerbunds auf 509 Milliarden Euro steigen - und dabei sind die Risiken, die in der Bilanz der EZB schlummern, noch nicht mitgerechnet.

Was den Bürgern allerdings schon jetzt zugemutet wird, sind die Nebenwirkungen, die dadurch entstehen, dass die EZB den Euro-Raum mit Geld flutet, um das System zu stabilisieren. Das führt dazu, dass sich die Zinsen auf einem historischen Niedrigniveau bewegen, mit der Folge, dass die Sparer derzeit die Dummen sind. Wie krass die Lage ist, hat die Postbank ausgerechnet. Die Sparvermögen bei Banken in Deutschland verlieren demnach allein in diesem Jahr real rund 14 Milliarden Euro an Wert. Und es kommt noch schlimmer.

Die Folgen der EZB-Niedrigzinspolitik

Schulden steigen

Künstlich niedrig gehaltene Zinsen befördern die Schuldenwirtschaft, insbesondere die der Staaten und der Bankenindustrie.

Spekulationswellen

Künstlich tiefe Zinsen lösen (inflationäre) Spekulationswellen aus, führen zu „Boom-and-Bust“-Zyklen: überhitzte Situationen, in denen, wenn niemand mehr bereit ist, Kredite zu finanzieren, alles in sich zusammenbricht.

Fehlinvestitionen werden künstlich am Leben gehalten

Ein künstlich tief gehaltener Zins befördert, dass unprofitable Investitionsprojekte also Fehlinvestitionen aufrecht gehalten werden.

Verminderter Reformdruck auf Krisenländer

Werden die Zinsen künstlich abgesenkt, so verringert sich der Reformdruck auf Regierungen und Banken, ihre Haushalte beziehungsweise Bilanzen zu verbessern.

Auch in den Folgejahren werde die EZB-Niedrigzinspolitik immer größere Teile der Ersparnisse aufzehren. Im nächsten Jahr liegt der Vermögensverlust demnach unterm Strich sogar bei 21 Milliarden Euro. „Durch den Anstieg der Inflation bei anhaltend niedrigen Zinsen wird sich die reale Vermögensentwertung beschleunigen“, sagte Postbank-Chefstratege Marco Bargel der „Bild“-Zeitung vom Samstag. Diese Analyse hat die Politik aufgeschreckt.

Nicht Koalitionspolitiker, sondern auch Finanzexperten der Bundestagsopposition machen gegen die Enteignung der Bürger mobil. Doch es gibt keine einheitliche Meinung darüber, wie ein Schutzschirm für Sparer aussehen könnte.

Kommentare (141)

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Account gelöscht!

05.08.2013, 15:54 Uhr

Antwort: Die AfD!

Aber der Sparer muss sich auch retten lassen wollen - also nicht wieder die Einheitsparteien wählen.

Joker1

05.08.2013, 16:06 Uhr

Das ruft die Politik auf den Plan?
Selten so gelacht!
Die Politiker erhöhen zum persönlichen Inflationsausgleich
ihre Diäten und Pensionen; ihre Bimbesquellen und "Speichellecker" -siehe Vorstände und leitende Mitarbeiter der "öffentlich/rechtlichen"- ihre vom enteigneten Normalbürger und Stimmvieh zu zahlenden Steuern
und sonstigen Abgaben!
Schämt ihr euch eigentlich gar nicht mehr?
So einen verlogenen Schwachsinn zu zelebrieren.
Macht euch vom Acker Ihr Saubande, ohne Pensionsansprüche
und ohne jegliches Eigentum. Ab zu euren Freunden nach
USA oder in den Nahen Osten.

Account gelöscht!

05.08.2013, 16:07 Uhr

Herr Neuerer, eigentlich müssten Sie doch mittlerweile auch die Alternative für Deutschland wählen. Alles Andere wäre ja wohl Selbstbetrug!

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