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07.04.2016

18:11 Uhr

Notenbank-Chef Mario Draghi

„EZB wird tun, was immer notwendig ist“

„Effektiv und zweckmäßig“: EZB-Chef Mario Draghi verteidigt die Maßnahmen der Zentralbank, um die Inflation anzukurbeln. Für die Wirksamkeit des Anleihekaufprogramms gebe es „solide Beweise“, so der Notenbanker.

Als EZB-Chef kündigte Draghi bereits mehrfach an, alles Nötige zu tun, um die Inflationsrate anzuheben. AFP; Files; Francois Guillot

„Whatever it takes“

Als EZB-Chef kündigte Draghi bereits mehrfach an, alles Nötige zu tun, um die Inflationsrate anzuheben.

LissabonDie Europäische Zentralbank setzt alles daran, die sehr niedrige Inflation in der Eurozone zu erhöhen. „Die EZB hat getan und wird tun, was immer notwendig ist, um ihr Mandat zu erfüllen“, erklärte EZB-Präsident Mario Draghi am Donnerstag. Gleichzeitig drängte er die Regierungen der 19 Euro-Länder zu Maßnahmen, um die Schwäche ihrer Volkswirtschaften zu überwinden.

Beobachter lasen aus Draghis Äußerungen, dass die EZB gewillt ist, noch mehr zur Belebung der Konjunktur zu tun. Dabei hatte sie erst am 10. März den Leitzins auf Null gesenkt, den Strafzins auf Bankeinlagen erhöht und das Kaufprogramm für Anleihen von 60 auf 80 Milliarden Euro pro Monat ausgeweitet. Alles soll dazu dienen, die europäische Wirtschaft mit billigem Geld zu versorgen.

Ökonomen sorgen sich unter anderem vor einer Deflation, also einer Abwärtsspirale der Preise. Im Februar waren die Verbraucherpreise unter dem Strich tatsächlich leicht gesunken, die Inflationsrate lag bei minus 0,2 Prozent.

Best of Mario Draghi

3.11.2011

„Wir werden von niemandem gedrängt. Wir sind unabhängig. Wir bilden uns unsere eigene Meinung. Das ist es.“

(Draghi bei seiner ersten Pressekonferenz nach seinem Amtsantritt am 3.11.2011 in Frankfurt)

26.7.2012

„Die EZB ist bereit, im Rahmen ihres Mandats alles zu tun, was nötig ist, um den Euro zu retten. Und glauben Sie mir: Es wird genug sein.“

(Draghi am 26.7.2012 in London)

3.4.2014

„Der EZB-Rat ist sich einig, dass die EZB gegebenenfalls auch weitere unkonventionelle Maßnahmen im Rahmen ihres Mandats einsetzen wird, um die Risiken einer zu langen Periode niedriger Inflationsraten in den Griff zu bekommen.“

(Draghi nach der Sitzung des EZB-Rates am 3.4.2014 in Frankfurt)

26.5.2014

„Wir werden nicht zulassen, dass die Inflation zu lange auf zu niedrigem Niveau bleibt.“

(Draghi am 26.5.2014 bei einer EZB-Konferenz im portugiesischen Sintra)

5.6.2014

„Das ist ein bedeutendes Maßnahmenpaket. Sind wir schon am Ende? Nein. Wir sind hiermit nicht am Ende, solange wir uns im Rahmen unseres Mandates bewegen.“

(Draghi am 5.6.2014 in Frankfurt nachdem die Notenbank ein ganzes Bündel von Maßnahmen gegen Mini-Inflation und Konjunkturschwäche im Euroraum beschlossen hat)

4.9.2014

„Wir mussten etwas tun, das ist unsere Pflicht.“

(Draghi am 4.9.2014 in Frankfurt zum EZB-Beschluss, Kreditverbriefungen und Pfandbriefe zu kaufen)

22.1.2015

„Ich könnte ein paar Witze dazu erzählen. Aber ich lese einfach noch mal das Eingangsstatement vor. Denn das ist alles, was wir heute sagen können. Und ich vermeide Witze in dieser Sache lieber.“

(Draghi am 22.1.2015 auf die Frage eines Journalisten: „War's das jetzt? War's das - oder können die Leute erwarten, dass die Geldpolitik demnächst noch verschärft wird?“)

3.9.2015

„Wir haben den Willen und die Fähigkeit zu reagieren, falls dies notwendig ist.“

(Draghi am 3.9.2015 zu einer möglichen Ausweitung des Anleihenkaufprogramms)

9.3.2017

„Unsere Geldpolitik war erfolgreich.“

(Draghi am 9.3.2017 zum Anstieg der Inflation auf zwei Prozent)

9.3.2017

„Es gibt nicht mehr das Gefühl, dass das Risiko einer Deflation drängend ist.“

(Draghi am 9.3.2017 zum Erfolg seiner expansiven Geldpolitik)

Kritikern vor allem in Deutschland gehen die Beschlüsse der EZB zu weit. Draghi erklärte hingegen im Manuskript einer Rede in Lissabon, die beispiellosen Konjunkturmaßnahmen stützten die moderate Erholung der Wirtschaft im Euroraum.

„Wir haben solide Beweise, dass die währungspolitischen Maßnahmen, die wir seit Mitte 2014 ergriffen haben, effektiv sind und den gewünschten Zweck erfüllen“, betonte Draghi. Er verwies auf sinkende Kreditkosten für Unternehmen und Verbraucher.

Von

ap

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