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19.06.2013

22:47 Uhr

Notenbank Fed

Bernanke stellt Ende der Geldflut in Aussicht

VonFrank Wiebe

Die Fed hält an ihrer lockeren Geldpolitik fest und will weiterhin 85 Milliarden Dollar pro Monat in den Markt pumpen. Fed-Chef Bernanke deutet jedoch klarer als sonst einen Ausstieg aus der expansiven Geldpolitik an.

Rede von Bernanke

US-Notenbank pumpt weiter Geld in Märkte

Rede von Bernanke: US-Notenbank pumpt weiter Geld in Märkte

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WashingtonNun hat das Rätselraten ein Ende: Die US-Notenbank bleibt bei einer lockeren Geldpolitik - jedenfalls vorerst. Der Leitzins bleibt bei 0 bis 0,25 Prozent, die Ankäufe von Staatsanleihen und Hypothekenpapieren in Höhe von insgesamt 85 Milliarden Dollar pro Monat gehen weiter. Notenbank-Chef Ben Bernanke bemühte sich in seiner Rede, seine Politik noch einmal zu erklären. Und dabei fielen ihm vor allem Formulierungen ein, die darauf hindeuteten, dass es zunächst einmal so weiter geht. Oder dass es zumindest keinen abrupten Kurswechsel geben wird.

So sagte er: „Wenn es angebracht ist, werden wir nicht bremsen, sondern den Fuß vom Gas nehmen.“ Außerdem betont er mehrfach: „Wenn bestimmte Ziele, etwa auf dem Arbeitsmarkt, erreicht sind, heißt das nicht automatisch, dass wir die Geldpolitik verschärfen.“ Die Arbeitslosigkeit in den USA etwa hat sich zwar verringert und liegt zurzeit bei 7,6 Prozent, die Notenbank hält aber erst einen Wert von 6,5 Prozent für akzeptabel.

"Die meisten Mitglieder im Ausschuss - dem FOMC - halten Vollbeschäftigung bei Werten zwischen fünf und sechs Prozent für gewährleistet. Die 6,5 Prozent sind also ein Punkt für eine weiche Landung", sagte Bernanke am Mittwoch. Für den Zeitpunkt, zu dem die Anleihekäufe enden könnten - also Mitte kommenden Jahres - rechnet der Fed-Chef immer noch mit einer Arbeitslosenquote von sieben Prozent.

Die Fed muss sich per Mandat nicht nur wie andere Notenbanken um stabile Preise kümmern, sondern soll zudem Vollbeschäftigung erreichen. Meistens stehen diese beiden Aufgaben in einem für die Geldpolitik nicht so einfach lösbaren Zielkonflikt.

In den letzten Wochen hatten Sorgen vor einem Schwenk der US-Geldpolitik vor allem den Anleihemarkt unter Druck gesetzt und für einen Anstieg der Renditen gesorgt. In der Folge war es auch zu Verkäufen von Papieren der Schwellenländer und zu einer steigenden Nervosität an den Aktienmärkten gekommen. Experten wie der US-Chef-Ökonom Harm Bandholz wiesen allerdings darauf hin, dass die Märkte einige Bemerkungen Bernankes aus dem Zusammenhang gerissen und überbewertet hatten.

Nach Veröffentlichung des Fed-Statements kommentierte Bandholz, die wirtschaftliche Entwicklung werde relativ positiv dargestellt, die Sorgen wegen einer möglichen Inflation seien aber eher noch gesunken sind: zwei Effekte, die sich gegenseitig aufheben.

Die Aktienmärkte hatten in den vergangenen Tagen zugelegt, in Erwartung einer Klarstellung der Fed. Wie zu erwarten setzten kurz nach Veröffentlichung der Fed-Beschlüsse Gewinnmitnahmen ein. Die Anleihemärkte gaben ebenfalls nach, weil - sollten Bernankes Worten Taten folgen - die Fed als sicherer Käufer von Bonds ausfallen würde. Der Dollar legte allerdings zu: Der Devisenmarkt hatte auch in den vergangenen Wochen im Vergleich zu Anleihemärkten auch schon mit entgegengesetzter Tendenz reagiert.

Kommentare (34)

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Eurowahn

19.06.2013, 20:36 Uhr

Herr Bernanke !! Diese Spiel werden Sie nicht immer weiter fortführen können. Ich wundere mich schon heute über die grenzenlose Dummheit von Firmeneigentümern etc. Dass diese das Falschgeld von der FED überhaupt noch annehmen - selten dumm !! Es ist im Vergleich so als würden Sie für mich den ganzen Monat arbeiten und am Monatsende gehe ich zu meinem Drucker und drucke ihnen da mal ein paar Geldscheine aus. Ohne, dass da ein Wert dagegensteht. Früher gab es den Tauschhandel - da musste dann vielleicht jemand einen Tag Holz spalten und erhielt als Gegenleistung einen Hasen etc. Den Hasen hat man dann durch Geld ersetzt. Aber dem Hasen stand als "Gut bzw. Sache" eine Arbeitsleistung gegenüber. Das Geld wurde erwirtschaftet. Heute drückt Herr Bernanke ein paar Knöpfe und erschafft Geld aus dem nichts , dh. ohne eine Leistung erbracht zu haben.
Irgendawnn wird man ihre Falschgelddollars nicht mehr akzeptieren Herr Falschmünzer Bernanke. Wenn immer mehr Leute diesen Betrug erkennen, bleiben Sie auf ihrem Falschgeld sitzen Herr Falschmünzer Bernanke. Dass die Leute noch so blöd sind im Schweiße ihres Angesichts zu schuften um eine Leistung zu erbringen, oder einen Gegenstand zu fertigen und dann das Falschgeld US-Dollar als Gegenleistung annehmen- selten blöd.

Account gelöscht!

19.06.2013, 20:52 Uhr

Der Mann kann sich so gewählt ausdrücken, daß die Börsen gerade JoJo spielen.

Das Thema ist rum, ab Ende diesen Jahres gehts in den Rückwärtsgang mit Null-Zins und Aufkäufen.

Das ganze in 4 Akten:

Mai 2013 - der orale Testlauf von Ben zur Abkündigung
Juni 2013 - das ältere Geschwätz von vor Mai wiederholen
Juli 2013 - nochmal die Mai von Aussage bestätigen
Ende 2013 - Nachfolger von Ben kündigt die Abkehr vom Kurs für Q1/14 an.

puenktli

19.06.2013, 20:55 Uhr

Wie die Herren Faber und Celente schon vor drei Jahren sagten: Die einzige Antwort der Fed auf die Krise ist Geldddrucken. So lange, bis der Laden hoch geht. Wörtlich: "Etwas anderes können diese Idioten nicht."

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