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09.11.2015

14:29 Uhr

Notenbanken

Fed signalisiert Zinswende

Eigentlich gibt US-Notenbankchefin Janet Yellen bestenfalls subtile Hinweise auf die künftige Politik der Fed. Nun winkt sie mit dem Zaunpfahl: Die Zinswende in den USA kommt ziemlich sicher im Dezember.

Die Chefin der US-Notenbank will, dass man ihre Botschaft versteht. dpa

Janet Yellen

Die Chefin der US-Notenbank will, dass man ihre Botschaft versteht.

New YorkIn den USA steht die Ampel für die erste Zinserhöhung seit fast zehn Jahren auf grün. Nach überraschend guten Daten vom Arbeitsmarkt gibt es kaum noch Zweifel, dass das Ende der Ära des ultra-billigen Geldes nun unmittelbar bevorsteht. Mit ungewöhnlich klaren Signalen hat Zentralbank-Chefin Janet Yellen die Finanzmärkte darauf bereits eingestimmt.

Eine Erhöhung im kommenden Monat sei durchaus im Bereich des Möglichen, sagte sie zuletzt vor einem Kongressausschuss. Bereits nach dem jüngsten Zinsbeschluss war im Kommuniqué der Notenbank Fed der Dezember genannt worden. Einen solchen Wink mit dem Zaunpfahl hat es seit langem nicht mehr gegeben: Üblicherweise setzt die Fed in ihrer Kommunikation auf Nuancen und subtile Hinweise. Nun hat sie „den Hammer” ausgepackt, wie ein Fed-Beobachter sagt. Damit wolle sie ihre Botschaft verständlich machen, mit der sie zuvor nicht durchgedrungen sei.

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Es deutet nun also fast alles daraufhin, dass mit der Zinserhöhung nicht mehr bis 2016 gewartet wird. Die mit den klaren Signalwörtern praktizierte Holzhammer-Methode war nicht unbedingt nach dem Geschmack aller Führungsmitglieder, wie Personen berichten, die mit dem Vorgang vertraut sind. Doch letztlich hat die Notenbankchefin das Führungsgremium auf ihre Linie eingeschworen: Die Entscheidung fiel mit neun zu eins stimmen. Dass Yellen, die lange als Zauderin galt, diese Strategie durchsetzte, gilt als Erfolg ihres auf Konsens angelegten Führungsstils.

Auch der Chef der Fed von St. Louis, James Bullard, lobt sie: Im Grunde sei er kein Freund einer eng am Kalender ausgerichteten Orientierungshilfe für die Märkte: „Aber die Erwartungen waren so weit ins Kraut geschossen, dass es gut war, sie wieder einzufangen.”

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