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27.05.2015

17:16 Uhr

Olivier Blanchard

IWF-Chefvolkswirt sieht Euro-Zone für Grexit gerüstet

IWF-Chefvolkswirt Olivier Blanchard glaubt, dass die Euro-Zone für einen Grexit gerüstet ist: „Hoffen wir, dass es nicht dazu kommt. Falls doch, bin ich überzeugt, dass der Euro das überleben wird.“

„Die EZB hat die Mittel, um das in den Griff zu kriegen.“ AFP

Olivier Blanchard

„Die EZB hat die Mittel, um das in den Griff zu kriegen.“

BerlinIWF-Chefvolkswirt Olivier Blanchard sieht die Euro-Zone für die Gefahr eines Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone gerüstet. „Wir haben untersucht, was passieren könnte wenn die Krise auf andere Länder übergreift. Die EZB hat die Mittel, um das in den Griff zu kriegen“, sagte Blanchard im Interview mit dem Handelsblatt.

Angesprochen auf die Risiken eines griechischen Euro-Austritts sagte Blanchard: „Hoffen wir, dass es nicht dazu kommt. Falls doch, bin ich überzeugt, dass der Euro das überleben wird.“ Viele Gefahren die früher sehr relevant waren, seien heute weniger bedeutend. Die EZB habe die Mittel um anderen Ländern zu helfen, sollten sie durch einen Grexit in Schwierigkeiten geraten.

Nach wie vor glaubt Blanchard, dass eine Lösung für Griechenland möglich ist. Allerdings seien dafür „mehr Kredite von außen nötig“, sagte er. Nach dem bisherigen Programm solle der Primärüberschuss 2015 bei drei Prozent liegen und im nächsten Jahr bei 4,5 Prozent. Blanchard: „Das ist wahrscheinlich aus politischen und wirtschaftlichen Gründen zu ehrgeizig.“

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IWF-Chefvolkswirt Blanchard hat eine Schlüsselrolle in den Verhandlungen mit Griechenland. Im Interview äußert er sich über weitere Hilfen für Griechenland, Risiken eines Grexits und seinen Rat an die deutsche Politik. 

Für eine Lösung mit Griechenland sind aus Sicht von Blanchard drei Bedingungen nötig. Erstens müssten sich beide Seiten darüber verständigen, wie es mit dem Primärüberschuss im griechischen Haushalt weiter geht. Zweitens müssten die Gläubiger bereit sein, mehr Geld zu geben. Vorrausetzung dafür sei, dass die griechische Seite einen plausiblen Plan für die Entwicklung des Primärüberschuss vorlegt.

Und drittens müssten die griechischen Verantwortungsträger glaubwürdige Maßnahmen aufzeigen, wie dieser Plan erreicht werden könne. „Wir sind recht flexibel was die Maßnahmen angeht, aber es muss sich aufaddieren“, sagte Blanchard. Es gebe ernsthafte Diskussionen über Renten, Mehrwertsteuersätze und die Steuerverwaltung. „Wir sind aber noch nicht am Ziel.“ Blanchard stellte klar: „Der IWF wird sich nicht an einem Programm beteiligen, das keinen Sinn ergibt.“

Von

jam

Kommentare (8)

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Herr Wilfried Runft

27.05.2015, 17:30 Uhr

Alles richtig was dieser Mann sagt, nur die griechische Regierung tickt nicht so. wie er sich das so vorstellt. Gegen jegliche Vernunft wird auch dieses Mal Griechenland gerettet werden. Es wir nur leider nichts nützen, da innerhalb kürzester Zeit die Griechen neues Geld anfordern werden. Die Amis (und alle Hilfen sind auf deren Druck zurückzuführen) begreifen einfach nicht, dass Griechenland auf herkömmliche Weise nicht zu helfen ist. Europa geht sehenden Auges in ein Chaos, denn Griechenland wird auch mit Hilfe der Euro-Zone vor dem Bankrott nicht zu retten sein. Viel sinnvoller wäre es, den marktwirtschaftlichen Kräften zu vertrauen und die Pleite Griechenlands endlich abzuwickeln...

Herr Jürgen Dannenberg

27.05.2015, 17:50 Uhr

Herr Blanchard , und wie sie alle heißen. Wie stellt ihr euch das denn vor mit Griechenland? Davon abgesehen, die Griechen haben halt nicht den Arbeitsehtos wie die Chinesen. werden sie auch nicht bekommen. Die werden euch eher was husten. Mit Stolz, Ehrabschneider und so weiter.
Also wie soll es weitergehen, sich auf ewig als Tanzbär von den Griechen durch den Zirkusring vorführen zu lassen?
Das ist Europa - wie leibt und lebt.

aza azaziel

27.05.2015, 17:56 Uhr

Es laeuft alles darauf hinaus, dass Griechenland weiter alimentiert werden wird, obwohl es 8 Jahre lang keinen Plan vorgelegt hat und sich an keine Abmachungen gehalten hat. Das Geld wird weiterfliessen. Ginge Griechenland pleite, muessten sich alle nicht-staatlichen Investoren fragen, ob ihre Investitionen in staatliche Anleihen denn sicher sind. Da sie gehalten sind, Verluste zu meiden, muessten sie sich aus diesen Anleihen verabschieden. Die EZB muesste fuer fliehende Investoren eintreten. Vielleicht meint Herr Blanchard, dass die EZB das koenne.

Was waere die Welt so schoen, wenn sich die Staaten das Geld immer drucken koennten, wenns gerade gebraucht wird. Man koennte die Sozialhilfe verdoppeln, die Strassen reparieren, die Renten erhoehen, die Diaeten verdreifachen.

Ich jedenfalls sehe, dass die Probleme seit Beginn der Krise von Tag zu Tag schlimmer werden, nicht nur in Griechenland. Man sehe sich die Entwicklung der Schuldenquote an:

http://ec.europa.eu/eurostat/tgm/table.do?tab=table&plugin=1&language=de&pcode=tsdde410

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