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22.01.2015

15:14 Uhr

Online-Plattform Contineo

Großbanken schmieden das „WhatsApp für Investoren“

Investieren soll so leicht werden wie die Hotelsuche im Internet. Goldman Sachs und fünf weitere Großbanken wollen eine neue Online-Plattform für aktienbasierte Produkte ins Leben rufen. Zielgruppe: die neuen Reichen.

Fassade der New Yorker Börse. Der Handel von Derivaten war bisher recht kompliziert. Eine Online-Plattform soll das ändern. dpa

Fassade der New Yorker Börse. Der Handel von Derivaten war bisher recht kompliziert. Eine Online-Plattform soll das ändern.

HongkongSechs Großbanken, darunter Goldman Sachs Group und JP Morgan, kooperieren beim Vertrieb von strukturierten Produkten an die neuen Reichen in Asien. Die Banken und die Technologiefirma AG Delta haben eine Gesellschaft namens Contineo gegründet, die eine Internetplattform für den Verkauf von aktienbasierten strukturierten Papieren bereitstellen wird. Als Käufer der Produkte werden Privatbanken und Vermögensverwalter anvisiert, wie aus einer Mitteilung per E-Mail vom Dienstag hervorgeht.

Bislang ist der Vertrieb solcher Papiere sehr arbeitsintensiv und wird manuell durchgeführt. Mit einem Online- Netzwerk aus einer Hand für verschiedene Emittenten könnten der Mitteilung zufolge die Kosten gesenkt werden.

Asien beheimatet ein Drittel der Personen mit einem „ultra hohen“ Nettovermögen, und das private Vermögen in der Region soll nach einer Studie von Wealth-X und UBS Group vom November Europa innerhalb der nächsten zehn Jahre überholen. Als ultrareich werden in der Studie Personen mit einem Nettovermögen von mindestens 30 Millionen Dollar definiert.

So legen Vermögende ihr Geld an

Ab wann ist man „vermögend“?

Laut einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln gehört man bereits mit einem Nettovermögen von rund 261.000 Euro zum reichsten Zehntel der erwachsenen Bevölkerung. Das bedeutet, dass 6,7 Millionen Menschen in Deutschland vermögend sind. Durchschnittlich kommen sie auf ein Nettovermögen von 639.000 Euro je Erwachsener.

Wie viel Vermögen hat der deutsche Durchschnittsbürger?

Das durchschnittliche Nettovermögen beträgt 115.000 Euro.

Wie viele Millionäre gibt es in Deutschland?

Über ein Nettovermögen von mindestens 1 Million Euro verfügt nur ein Prozent der Erwachsenen, das sind rund 670.000 Menschen.

Wie wird man reich?

Ein Blick auf die Altersstruktur der Vermögenden zeigt: Reichsein ist häufig das Ergebnis eines Lebenswerkes. Fast drei Viertel des reichsten Bevölkerungszehntels sind mindestens 50 Jahre alt, rund 40 Prozent sogar bereits in Rente. Und: Neben dem Alter ist vor allem der berufliche Status wichtig. Im vermögensstärksten Zehntel sind gut 21 Prozent Selbstständige – dreimal so viel wie in der gesamten Bevölkerung.

Wie legen Vermögende ihr Geld an?

Durchschnittlich hat ein Vermögender in Deutschland 41.000 Euro auf dem Sparkonto, 16.000 Euro Fondsanteile sowie 11.500 Euro in Anleihen und 12.000 Euro in Aktien. Außerdem sind 199.000 Euro im Eigenheim angelegt und 202.000 Euro in sonstigen, beispielsweise vermieteten Immobilien.

Wie legt der Durchschnittsdeutsche sein Geld an?

Der durchschnittliche Erwachsene hat 12.000 Euro auf dem Sparkonto, 3.000 Euro Fondsanteile, 1.500 Euro Anleihen und 2.000 Euro Aktien sowie 54.000 Euro im Eigenheim und 27.000 in sonstigen, beispielsweise vermieteten Immobilien angelegt.

Der Absatz von aktienbasierten strukturierten Papieren in Südkorea war im vergangenen Monat um 59 Prozent auf 10,5 Billionen Won (9,7 Milliarden Dollar) geklettert – so viel wie nie zuvor – und japanische Privatanleger pumpten 2014 mehr als 36 Milliarden Dollar in aktienbasierte sogenannte Uridashi Bonds.

„Eine Multi-Emittenten-Plattform ist wie die Hotelsuche auf Hotels.com“, sagte Richard Mak, Leiter Beratungsdienste Asien bei der Schweizer Privatbank Pictet Group in Hongkong. „Statt mir einzelne Preise zu holen, schicke ich eine Anfrage und aus einer Hand erhalte ich die besten Preise. Es macht die Suche effizienter.“

Neben Goldman Sachs und JP Morgan sind der Mitteilung zufolge auch Barclays, HSBC, Société Générale und BNP Paribas, an der Kooperation beteiligt.

„Sowohl die Seite der Käufer als auch die Seite der Verkäufer zahlt eine einmalige jährliche Gebühr – es ist ein All-Inclusive-Modell“, sagte Mark Munoz, Managing Director von Contineo in Hongkong, am Dienstag bei einem Pressetermin. „Wir wollen die WhatsApp in Bezug auf das Zusammenbringen von Buy-Side und Sell-Side werden.“

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